Author Archive: Bettina

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Bildergalerie Enquete „Frauen.Bilden.Kritik.“

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alle Fotos: ©Bettina Frenzel

22. November 2014 More

Leserinnenbrief zu profil Nr.39

Covertitel: WARUM DER FEMINISMUS VERSAGT HAT …und die Frauen wieder an den Herd wollen…..

WARUM DER JOURNALISMUS VERSAGT HAT…..und dumpfe Titel auf Cover öffentliche Debatten nicht vertiefen können…….
Leserinnenbrief von Ulli Weish

Gut, da war die Polemik gegen junge Bobogirls, die von Mann, Maus und Müsli träumen. Warum dies allerdings neu sein soll, kann weder aus dem Text noch aus dem Subtext (tolle Fotokunst von Heintz!) abgeleitet werden. Die These hängt schief. Auch als Polemik. Seit wann war Feminismus Mainstream? Die Zugehörigkeit im Club der Emanzen war weder damals noch heute gemütlich, Beruflich genutzt hat sie den wenigsten, Anpassung ist nicht erst in der Post-Postmoderne ein Thema, Wenn Arbeitsteilung und Lohnunterschiede nach wie vor vertieft werden, wieso ist dies die ‚Schuld ‚ einer politischen Bewegung, die es seit der Moderne gibt?* Dank der so professionellen und höhnischen Ausklammerung der Mainstream-Medien kann sogar die absurde These gesponnen werden, dass es aktuell kaum moderne Feminismen gäbe bzw. kaum (junge) Frauen (außer Frau Schwarzer, die entweder verrissen oder gehuldigt wird) , die exakt das Gegenteil von Frau Hagers Tochter sein dürften: also konsumkritisch, schönheitsdiskursverachtend, modetrendverwitzelnd, radikal links, heterosexuell oder lesbisch sowohl mit als auch ohne Kinderfantasien, jedenfalls im Kampf um das tägliche Durchwurschteln, von einem prekären Jobprojekt zum nächsten…

Warum profil seit einigen Jahren Polemik mit Qualitätsjournalismus verwechselt, weiß der Geier. Vermutlich sitzt der Quotengeist in der Flasche des Herausgebers. Die gleiche Geisteshaltung wie bei Hager (unhistorisch und klassenlos), findet sich in dieser Nummer auch bei Schwaiger (warum muss die Körpersprache und das Äußere von Frau Baghajati kommentiert werden? Warum darf eine Muslima nicht differenziert Position einnehmen? Warum ist sie dadurch suspekt? Ich als Atheistin finde das unlogisch und denke, dass es offenbar darum geht, krampfhaft unterhaltsam sein zu wollen, wenn Wissen und Positionen zu Themen abgehen). Dafür darf ein Mann in dieser Ausgabe ein Zitat liefern, der wohl Kern meiner Kritik ist: (Mangott, S 49: „Der Raum des kritischen Diskurses (..) ist verloren gegangen.“ Schade, diesen Raum sollte Journalismus, insb. der mit dem Qq-Wort, eigentlich einnehmen.

Ulli Weish, eine sich abstrudelnde erwerbstätige Mami, Feministin und Medienaktivistin (www.20000frauen.at)

*Dieser Logik folgend: Sind AtomgegnerInnen Schuld am aktuellen Eu-Atomkurs? Sind Veganer Schuld an der Schweinemast? Sind Frauen und Mütter Schuld an den sozialen und ökonomischen Bedingungen, die ihre Töchter vorfinden? Oder geht es um eine antifeministische Grundhaltung in Österreich, die niemals gebrochen wurde?

8. Oktober 2014 More

28. September 2014, 15.00 Uhr, Kundgebung und Aktion

Soli-Statement Brigitte Hornyik, Juristin, Verein Österreichischer Juristinnen, Aktivistin in der Plattform 20000Frauen, stv Vorsitzende Österreichischer Frauenring, Mitbegründerin der facebook-Gruppe Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafrecht!

Immer noch sterben jährlich zigtausende Frauen an den Folgen illegaler Schwangerschaftsabbrüche, oft unter qualvollen Umständen.

Der freie Zugang zu sicheren und legalen – und ich ergänze: auch leistbaren!! – Schwangerschaftsabbrüchen ist daher ein immens wichtiger und unverzichtbarer Beitrag zur Frauengesundheit, nämlich zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsrechten von Frauen, wie sie auch von internationalen Organisationen eingefordert werden.

Im Europaparlament haben voriges Jahr die Abgeordneten Edite Estrela und Ulrike Lunacek einen Bericht über diese Gesundheitsrechte von Frauen vorgelegt. Dieser Bericht enthielt ohnehin nur Empfehlungen an die Mitgliedstaaten, der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen war auch darunter. Und es ist ein demokratiepolitischer und menschenrechtlicher Skandal, dass es ultrarechten Kreisen gelungen ist, sogar eine Abstimmung über diesen Bericht im Plenum durch Hasstiraden, Hetzkampagnen und Brüllduelle zu verhindern!

In Österreich ist der Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate straffrei, seit 1975. Aber: Frauen müssen ihn aus eigener Tasche bezahlen – und 500, 600 Euro sind nicht für alle leistbar! Und viele Frauen müssen durch halb Österreich reisen um zu einer Ordination oder einem Ambulatorium zu kommen das Abbrüche durchführt! Diese Zwänge schränken die Entscheidungsfreiheit von Frauen drastisch ein! Das Resultat: Manche weichen nach wie vor in Billigordinationen aus oder legen selber Hand an – mit dem Ergebnis schwerer gesundheitlicher Folgen!

Und der freie Zugang zu manchen Einrichtungen wird durch den Psychoterror der Abtreibungsgegner behindert. Schutzzonen gibt es nach wie vor keine.
Alle aus öffentlichen Geldern finanzierten Spitäler müssen daher verpflichtet werden, Abbrüche durchzuführen; und es muss Kostenregelungen für Frauen, die sich den Abbruch nicht leisten können, geben – die müssen auch für Migrantinnen gelten!
Wer Abtreibungen bekämpft oder verbietet gefährdet Leben und Gesundheit von Frauen! Aber auch, wer das Selbstbestimmungsrecht von Frauen einschränkt, indem Abbrüche teuer oder nur schwer zugänglich sind!

Außerdem: Abtreibungsverbote schaffen Abtreibung nicht aus der Welt, sie drängen Frauen nur in eine blutige Illegalität! Dort, wo der Schwangerschaftsabbruch legal und enttabuisiert ist, wo auch offen über Sexualität und Verhütung geredet werden darf, wo Verhütungsmittel für alle leicht zugänglich sind, sinken Abtreibungsraten drastisch.
40 Jahre nach Einführung der Fristenlösung ist es höchste Zeit, auch in Österreich den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen zu verbessern. Straffreiheit allein ist nicht genug – Schluss auch mit der Kriminalisierung und Demütigung von Frauen durch strafrechtliche Regelungen! Der Schwangerschaftsabbruch hat im Strafrecht nichts verloren – daher raus aus dem Strafrecht! Dafür Schutzzonen und Strafbestimmungen für die Psychoterroristen vor den Kliniken rein ins Gesetzbuch!
Für die Frauen, gegen patriarchale Bevormundung, für die Frauengesundheit, für Selbstbestimmung – daher jetzt mal ganz laut und deutlich, alle zusammen:

Für die Freiheit für das Leben – Selbstbestimmung muss es geben!!

Brigitte Hornyik

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AUFRUF von autonom-feministischen FrauenLesben
zur KUNDGEBUNG UND DEMONSTRATION

Sonntag, 28. September 2014, 15.00 Uhr,
1010 Wien, Jasomirgottstraße/Stephansplatz, anlässlich des

Internationalen Aktionstages für sexuelle Selbstbestimmung, Zugang zum legalen und sicheren Schwangerschaftsabbruch und für reproduktive Rechte von Frauen.

Durch die „Fristenlösung“ ist seit 1975 der Schwangerschaftsabbruch in Österreich zwar möglich, steht aber nach wie vor im Strafgesetzbuch.
Seit damals kämpfen wir darum, dass es Frauen auch in den Bundesländern ermöglicht wird, einen freien, medizinisch einwandfreien Abbruch machen zu können.
Die Katholiban, vertreten durch diverse PolitikerInnen, sowie auch die Ärzteschaft haben dies bis heute verhindert. Es geht den Fundis nämlich darum, den Schwangerschaftsabbruch wieder unter allen Umständen zu verbieten und die Frauen auch noch zusätzlich wieder zu bestrafen.
Seit 1997 werden Frauen vor den großen Kliniken in Wien von Human Life International mit Billigung des Klerus terrorisiert und beleidigt. Daran will die Politik bis heute nichts verändern.

2015 ist das Gesetz des entkriminalisierten Schwangerschaftsabbruches 40 Jahre alt.
Wir Frauen müssen aufgrund der ständigen Angriffe und der immer frecher werdenden Aktionen der AbtreibungsgegnerInnen befürchten, dass wir eines Tages wieder mit den berüchtigten Küchentisch-Pfusch-Abtreibungen konfrontiert sind. Aber Abtreibungs-verbote verhindern keine Abtreibungen, sie töten Frauen.
Jährlich schätzt die WHO eine Zahl von bis zu 80.000 Frauen, die weltweit an illegalen Abbrüchen verrecken. Von den vielen Überlebenden mit bleibenden Schäden gar nicht zu reden.
Alle 5 Sekunden stirbt ein Kind auf dieser Welt an Hunger oder dessen Folgen. Doch das kümmert die selbsternannten Lebens“schützer“ einen feuchten Dreck.
Sie wollen die Kontrolle über die Frauen und setzen sich gleichzeitig auch für Verhütungsverbote ein. Abtreibungsverbote sollen durch die Hintertür auch in die Verfassungen der diversen Nationen und auch der EU geschrieben werden, um gesetzliche Änderungen zum Besseren schwierig zu machen. AbtreibungsgegnerInnen pfeifen auf die Trennung von Staat und Religion und wollen Gottes Gesetze in die Verfassungen schreiben.
Der Schwangerschaftsabbruch ist eine der häufigsten operativen Eingriffe bei Frauen überhaupt.
Deshalb haben Frömmler und Frauenhasser auch nichts vor Abtreibungskliniken zu suchen – Schluss mit deren Gewalt gegen Frauen!

Der 28. September 2014 ist der weltweite Aktionstag für die Durchsetzung des freien Zugangs zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen. Wir Aktivistinnen für die sexuellen und reproduktiven Rechte fordern die Regierungen auf der ganzen Welt auf, die Diskriminierung von Frauen zu beenden und unser Menschenrecht auf Information und Einrichtungen für sichere, legale und leistbare Schwangerschaftsabbrüche zu garantieren.

Frauen! Lesben! Mädchen! Jagen wir die EmbrionenfetischistInnen und GebärzwänglerInnen gemeinsam zum Teufel!

WANN: Sonntag, 28. September 2014 um 15.00 Uhr
ORT: 1010 Wien, Jasomirgottstraße/Stephansplatz – anschließend Demonstration. Alle kommen! Pro Choice is ois!

OB KINDER ODER KEINE, ENTSCHEIDEN FRAUEN ALLEINE –
DAS WAR SCHON IMMER SO!

Um 17.00 Uhr geht’s weiter im Amerlinghaus mit dem

Feministischen Filmtag von Red Federica Montseny Vienna
zur Unterstützung des Selbstbestimmungsrechts von Frauen. Freier Eintritt!
Am 28. September, dem weltweiten Aktionstag für freien Zugang zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen, rufen Aktivistinnen für die sexuellen und reproduktiven Rechte Regierungen auf der ganzen Welt auf, die Diskriminierung von Frauen zu beenden und ihr Menschenrecht auf Information und Einrichtungen für sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche zu garantieren.
Red Federica Montseny Vienna schließt sich diesem Aufruf durch einen feministischen Filmnachmittag über die weltweite Moblisierung zur Verteidigung von Frauenrechten im Jahr 2014 an. Wir laden euch daher zu den Filmvorführungen und der anschließenden offenen interaktiven Diskussion herzlich ein! Wir sehen uns!

Kultur- & Kommunikationszentrum im Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien
siehe https://www.facebook.com/events/693494967402884/

17. September 2014 More

Barbara Blaha in „Die Furche“, 4.9.2014

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Die Farce rund um Nachbesetzung des Nationalsratsmandats von Barbara Prammer zeichnet ein Sittenbild der Sozialdemokratie und zeigt, wie es um die Partei frauen- und demokratiepolitisch bestellt ist. Beides müsste die Basis alarmieren. Wenn – durchaus auch von Frauen – zu hören ist, Feminismus sei unnötig, weil doch die Gleichstellung schon längst erreicht, empfiehlt sich der Verweis auf den Umstand, dass die Hälfte der Bevölkerung in leitenden Positionen der Politik immer noch völlig unterrepräsentiert ist. Hier versagen nicht zuletzt jene Strukturen, die sich Gleichberechtigung auf die Fahnen schreiben.

Denn ob und in welchen Ausmaß Frauen am politischen Geschehen beteiligt werden, liegt zuvorderst an den Parteien. Sie bestimmen nicht nur, wer überhaupt zur Wahl steht, sondern bestimmen über den Erfolg der Nominierten, indem sie diesen etwa „sichere“ Listenplätze zuweisen. Etwa in der Hälfte aller Länder der Welt existieren Quotenregelungen, um den Anteil von Frauen in den nationalen Parlamenten zu steigern. Mehrheitlich handelt es sich dabei um parteiinterne Quoten, in vielen Fällen aber um gesetzliche Regelungen wie etwa in Belgien, Frankreich, Portugal oder Slowenien. Wo der Staat sich für unzuständig erklärt, sind die Parteien am Zug. Die schreiben statutarisch fest, wie die Zuweisung von Mandaten zu erfolgen hat.

Das ist auch innerhalb der SPÖ geschehen: Seit 1985 gilt – Johanna Dohnal sei Dank – eine Quotenregelung. Eben weil die österreichische Wahlordnung einen derartigen Automatismus nicht vorsieht, sieht sie die SPÖ selbst vor und garantiert damit ihren Wählerinnen angemessene Vertretung von und durch Frauen. 2010 wurde die Quote im Parteistatut nochmals nachjustiert und hielt fortan fest, dass bei der Nachbesetzung eines Mandats die Quote zu beachten sei. Bundesfrauenvorsitzende Heinisch-Hosek feierte den Beschluss etwas überschwänglich aber durchaus nicht unberechtigt als „historischen Tag für die Sozialdemokratie.“ Heute hört sich das freilich ganz anders an: Die von ihr selbst durchgesetzte Quotenregelung sei nicht mehr als „ein zahnloser Tiger“. Allein: Die Regelung selbst schreibt klar fest, wie Nachbesetzungen zu passieren haben, nur braucht es eine Frauenorganisation die sich zu ihr bekennt und für sie kämpft, statt im Parteivorstand dienstbeflissen einen (und keineswegs den ersten) Beschluss mitzutragen, der der selbstverordneten Quote zuwiderläuft.

Das ist die eine Lehre aus der Causa Ablinger: Die besten Regelungen sind das Papier nicht wert auf dem sie geschrieben stehen, wenn Frauen aus Rücksicht auf die Parteiräson anderen Frauen die Solidarität aufkündigen. Auf den Beistand der Männer brauchen diese – auch das wurde deutlich – jedenfalls nicht zu hoffen. Johanna Dohnal sagte einmal, dass eine Frauenbewegung, die nicht lästig sei, über keinerlei Existenzberechtigung verfüge. Dieses Urteil kann mittlerweile wohl auch für die zahnlose Bundesfrauenorganisation der SP unterschrieben werden. Vom Standpunkt der Frauen ist die Causa Ablinger also in mehrfacher Hinsicht ein Skandal. Die Schmierenkomödie die hier zur Aufführung gelangte, sorgt zu Recht für Ärger. Sie illustriert einmal mehr, dass die SPÖ es mit dem, was sie sonst gerne mit erhobenem Zeigefinger predigt in der Praxis selbst nicht so ernst nimmt. Das ist für jede Bewegung mit einem moralischen Anspruch unweigerlich mit einem schweren Glaubwürdigkeitsverlust verbunden. Was bei alldem aber leicht außer Sicht zu geraten droht: Die Vorgangsweise des SP-Parteivorstandes wirft ein Schlaglicht auf den Zustand der innerparteilichen Konflikt- und Demokratiekultur.

Und dabei kann einem erst recht gruseln. Denn Sonja Ablinger wurde nicht verhindert, weil sie eine Frau ist. Ablingers Wiederbestellung als Nationalrätin wurde torpediert, weil sie sich in der Vergangenheit mehrmals für eine inhaltliche Neuausrichtung der Sozialdemokratie stark gemacht hat – und sich damit auch gegen die Linie der Parteispitze stellte. Auf der Website der oberösterreichischen Landespartei liest man in herzerfrischender Offenheit dann auch: „Offenbar geht es nicht „nur“ um die Einhaltung einer Quotenregelung und die Förderung von Frauen, sondern vielmehr um den Umgang der Partei mit innerparteilichen Kritikerinnen und Kritikern.“ Es ist dieser „Umgang der Partei“ mit kritischen Stimmen der die Basis alarmieren sollte: Wer sich innerhalb der SP für eine Orientierung nach links ausspricht, sich den Grundsätzen und Werten der Sozialdemokratie verpflichtet fühlt und die Führungsriege weniger an Worten als an ihren Taten misst, wird bei nächster Gelegenheit entfernt – und draußen gehalten – koste es, was es wolle.

In seltener Einigkeit ziehen nun sämtliche Jugendorganisationen gemeinsam mit kritischen Teilen der SP wie der Wiener Sektion 8 vor das parteiinternes Schiedsgericht. Doch wie das statutarisch verbriefte Recht der Frauen auf Repräsentanz, verkommt die innerparteiliche Demokratie zur Farce, wenn gilt: wo kein Gericht, da kein Rechtsanspruch. Zuständig für die Einsetzung des Schiedsgerichts ist der Bundesvorstand der SP. Dass eben jener Bundesvorstand, der sich in der Vorwoche noch lässig über die eigenen Statuten hinwegsetzte, sich nun eines besseren besinnt und an demokratiepolitische Spielregeln hält, darf bezweifelt werden.

Kommentar zur Nachbesetzung des Nationalratsmandats von Barbara Blaha, erschienen am 4.9.2014 in der Zeitschrift „Die Furche“

10. September 2014 More

Bildergalerie „Land der Söhne“, 2.9.2014

Performance „Land der Söhne“ von den Quotenfrauen, Maren Rahmann mit dem „Quotenlied und „Die Kümmerinnen“ mit Auszügen aus „Leuchtkraftformel“ von Katharina Tiwald

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alle Fotos: Bettina Frenzel
(Honorarfreier Abdruck in Zusammenhang mit Berichterstattung über dieses Ereignis erlaubt. ©Bettina Frenzel)

2. September 2014 More

Die Wächterin schlägt Alarm – 1.9.2014

ulrike truger

DIE WÄCHTERIN SCHLÄGT ALARM !!!

QUOTENALARM !!!

die missachtung der frauenquote im parlament ist demokratiepolitisch alarmierend und zeichen eines gesellschaftlichen rückschritts , den wir nicht hinnehmen wollen.

die quotenmissachtung ist nicht isoliert zu sehen und nicht nur eine angelegenheit der sozialdemokratischen frauen : sie ist ausdruck eines autoritärer werdenden führungsstils, einer sich verselbständigenden machtpolitik, die unbequemen diskussionen aus dem weg geht und kritikerinnen und kritiker ausschließt .
frauen zuerst.

QUOTENALARM !!!

die WÄCHTERIN als symbol der wachsamkeit gegenüber gesellschaftlichen veränderungen SCHLÄGT ALARM !!!!

WIR SCHLAGEN ALARM !!!!

1.september 2014

Quotenalarm, Fotos: B.Frenzel

Quotenalarm, Fotos: B.Frenzel


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1. September 2014 More

Bildergalerie 1.9.2014 Quotenalarm

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1. September 2014 More

Bildergalerie Frauenpunkt 2014

Volksstimmefest 2014, 30. und 31. August 2014 auf der Jesuitenwiese
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Fotos: ©2014 Bettina Frenzel

31. August 2014 More

Land der Söhne – 2. September 2014

1. „Land der Söhne“ – Protestaktion am 2. September 2014 um 9 Uhr

Frauenquoten dürfen kein Lippenbekenntnis bleiben!
Am Montag beschlossen die SPÖ-Gremien, Walter Schopf in den Nationalrat zu entsenden und ignorierten damit die selbst verordnete Frauenquote: Laut Regelung im Parteistatut hätte Sonja Ablinger auf das Mandat der verstorbenen Barbara Prammer nachrücken müssen. Unter den 52 Nationalratsabgeordneten der SPÖ gibt es nun nur mehr 17 Frauen.

Die SozialdemokratInnen setzen nun auf die altbewährte Verschleppungstaktik: Andere Themen werden in den Vordergrund gerückt, über Frauenpolitik wird der Mantel des Schweigens ausgebreitet und eine Alibi-Arbeitsgruppe einberufen.

Diese bewusste Ignoranz der Frauenquote verlangt lautstarken Protest! Die Missachtung von frauenpolitischen Anliegen darf von uns nicht stillschweigend hingenommen werden!

Der Fall Ablinger ist nur einer unter vielen.

Die Gruppe „Wir Quotenfrauen“ veranstaltet deshalb am 2. September um 9 Uhr eine Protest-Performance vor dem Burgtheater. Madame Quote und ihre GegenspielerInnen werden das politische Klima in diesem Land auf die (Straßen-)Bühne bringen.

Für diese Aktion brauchen wir noch engagierte Mitstreiterinnen! Mehrere Medien haben sich bereits angekündigt – je mehr Frauen vor Ort sind, umso besser!

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Presseaussendung des Frauenrings vom 29. August 2014

Die Quote ist nicht kompliziert, man muss sie nur anwenden, Kommentar von Sonja Abfingre

Madame Quote bleibt im Regen stehen, Kommentar von Barbara Blaha, erschienen am 4.9.2014 in „Die Furche“

29. August 2014 More

Bildergalerie 27.8.2014 Kundgebung vor irischer Botschaft

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27. August 2014 More

Abtreibung ist Frauenrecht: Stay out of my uterus!

Kundgebung vor der irischen Botschaft: Abtreibung ist Frauenrecht!

27. August 2014, 15 Uhr
Irische Botschaft: 1010 Wien, Rotenturmstraße 16-18

Einer 18 – jährigen, traumatisierten, vergewaltigten Asylwerberin wurde in Irland die Abtreibung verweigert – sie war nahe am Selbstmord und trat in den Hungerstreik. Komplett geschwächt und dehydriert wurde sie in der 25. Schwangerschaftswoche zwangsweise per Kaiserschnitt entbunden.

Links zum Thema:

Bitte alle unterschreiben und weiterleiten!!! Danke!
http://www.abortionrightscampaign.ie/repealthe8th/

Artikel in der Zürcher Zeitung vom 20.8.2014

Bilder von der Kundgebung:

Kundgebungsfotos 27.8.2014

27.8.2014
Fotos: ©B. Frenzel

27. August 2014 More

Frauenpunkt 2014

Die 20000 Frauen sind wieder am Volksstimmefest vertreten:

30./31.August 2014, Jesuitenwiese im Prater.

Frauenpunkt am Volksstimmefest 2012

Frauenpunkt am Volksstimme-Fest
Programm
Bücher- und Infotische von Chick Lit, Echt Grüne Frauen, Gewaltfrei Leben, Margarete Schütte-Lihotzky Club, KPÖ-Frauen

Samstag, 30. 8. 2014
14.00: Percussion-Workshop mit Andrea Schalk und Stixx, danach Rundgang der Wilden Weiber durchs Festgelände, Verteilung des feministischen Programms

17.00: Das geplante EU-USA-Freihandelsabkommen – wie verhindern?
Mit Alexandra Strickner, attac

Sonntag, 31. 8. 2014
16.00-18.00: Kleine Feministische Tischgesellschaft. Mit Tischen u.a. zu den Themen:
*Abtreibungsgesetze in Österreich, Spanien, Irland
*Brasilien (vor den Wahlen im Herbst)
*Gewaltfrei Leben
*Verteilungsgerechtigkeit/Soziales
*Rechte für Sexarbeiterinnen

Frauenpunkt 2014 am Volksstimmefest, Fotos: ©B. Frenzel

Frauenpunkt 2014 am Volksstimmefest, Fotos: ©B. Frenzel

Bildergalerie hier

Gesamtes Programm des Volksstimmefestes 2014: www. volksstimmefest.at

21. August 2014 More

Männer sind mitgemeint, Augustin April/14

Dannebergpredigt

Männer sind mitgemeint

Sprachlos staune ich über das Ansinnen des österreichischen Normungsinstituts, den geschlechtergerechten Sprachgebrauch aufzuheben: Durch eine Generalklausel soll künftig auf weibliche Sprachformen verzichtet werden. Kein Binnen-I, kein * oder _, keine Mag.a und keine Dr.in mehr. Denn „Frauen sind in der männlichen Form mitgemeint“, wird argumentiert. Der Entwurf zur ÖNORM A 1080 widerspiegelt ein gesellschaftspolitisches Klima, das die Zeit für gekommen hält, mit erkämpften Rechten, also auch mit feministischen „Sprachflausen“, aufzuräumen.

Der Kampf gegen das Binnen-I oder andere geschlechtergerechte Ausdrucksformen wird, mal heftiger, mal hinter vorgehaltener Hand, seit über 40 Jahren geführt. Selbst manche Männer, die mit dem neuen Männerbild der 80er Jahre Gleichbehandlung ebenso stolz vor sich hertrugen wie das frischgeborene Baby, haben sich mit dem Stolperstein großes I nie ganz abfinden können. Sprachverhunzung, Zwangsbeglückung, Verbissenheit haben sich Frauen anhören müssen, wenn sie auf weibliche Endungen verwiesen. Haha, liebe Genossinnen und Genossinnen, war auf manchen Parteitagen zu hören… Der Mann, das Mensch, Sprache schafft Bewusstsein.

Männer sind mitgemeint. Wie absurd das ist, hat „Möserlreich“, eine satirische Replik der Plattform 20000frauen auf Herrschaftsnormen, sichtbar gemacht. In einer Aktion rund um den Frauentag haben Frauen ihr konterkariertes Sprachprodukt in Redaktionen wie „Österreich“, „profil“, „News“, „Falter“ etc. getragen, um gegen die frauenfeindlichen Sprachgewalten des Boulevards zu protestieren. Das liest sich z. B. so: „Schluss mit dem Hodenbonus! Den Frauen reicht es allmählich mit der Gleichberechtigung. Sie sind schon lange nicht mehr ‚Herrinnen der Schöpfung‘, es sind die Männer, die mittlerweile allerorts bevorzugt werden. (…) So sieht also die von Maskulinisten verschwiegene Wahrheit aus: Uns Männern nützt eine Quotenregelung letztendlich nichts, jedenfalls denjenigen nicht, die noch einen Funken Stolz in sich tragen…“

Das Zitat ist originär, nur die Geschlechter wurden vertauscht. Ö-Norm = männlich, dagegen habe ich beim Austrian Standards Institut protestiert.

Bärbel Danneberg

16. Juli 2014 More

Ö-genormte Unsichtbarkeit, Volksstimme April/14

Quer gedacht, von Bärbel Danneberg

Ö-genormte Unsichtbarkeit

Die Empörung war vorherzusehen, der Anlass ist vergleichsweise zu gröberen Ungerechtigkeiten banal: Das österreichische Normungsinstitut möchte per Generalklausel künftig auf weibliche Sprachformen verzichten. Das Binnen-I oder * oder _, die Mag.a oder Dr.in sollen künftig verschwinden. Der Entwurf zur ÖNORM A 1080 argumentiert, „Frauen sind in der männlichen Form mitgemeint“. Die Wogen gingen hoch, es hagelte Proteste, denn der Frauenalltag zeigt das mitgemeinte Gegenteil: Trotz Gleichbehandlungsrichtlinien und Diskriminierungsverboten bleibt die Vertretung von Fraueninteressen explizit ausgesperrt, wenn beispielsweise im Publikumsrat des ORF der Österreichische Frauenring, die größte Dachorganisation mit mehr als 40 Mitgliedsorganisationen, wieder einmal nicht vertreten ist.

Die Zeit scheint reif, die von vielen nur geduldeten Gleichbehandlungsgebote wieder abzuräumen. Der Stolperstein Binnen-I gibt seit mehr als 40 Jahren Anlass für sprachliche Empörung auch bei ansonsten recht aufgeschlossenen Mitmenschen – Vergewaltigung der Sprache, gestörter Lesefluss, Emanzen-Gehabe… Schon allein diese Aufgeregtheit würde für weibliche Sprachformen sprechen. Doch Sprache allein kann nicht herhalten für die Ignoranz gegenüber Fraueninteressen. Sprache aber schafft Bewusstsein und widerspiegelt gesellschaftliche Zustände.

In einem Protestschreiben des Vereins österreichischer Juristinnen gegen die geplante Ö-Norm heißt es: „Die Verwendung des Binnen-I hat sich im Alltagssprachgebrauch als eine wesentliche Variante der Sichtbarmachung der weiblichen und männlichen Form etabliert. Aus grammatikalischen Gründen wäre das Argument des ‚Mitgemeint-Seins‘ – wenn, dann – bei der ausschließlichen Verwendung der weiblichen Form insofern korrekt, als dass Normen häufig in der weiblichen Pluralform auch die männliche beinhalten.“ Männer sind aber leider nicht mitgemeint, wenn von Putzfrauen oder Krankenschwestern gesprochen wird, ebenso wenig impliziert es eine Frau, wenn wir vom Bundespräsidenten reden.

Sprache bildet nicht nur de-facto-Realitäten ab, sondern prägt auch unser Bewusstsein und wirkt damit als ein Faktor der gesellschaftlichen Weiterentwicklung, sagen die Juristinnen. „Eine geschlechtergerechte Sprache impliziert demnach nicht nur die Existenz von mehr als dem männlichen Geschlecht (und kann dadurch – je nach Fallkonstellation – eventuell schon Reflektionen über Geschlechterverhältnisse auslösen), sondern trägt darüber hinaus die Botschaft in sich, dass Geschlechtergleichstellung ein gesellschaftspolitischer Wert ist. Neben der Vermeidung der Verwendung der rein männlichen Formulierung von Texten ist das Sichtbarmachen von Frauen in der Sprache daher ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Geschlechtergleichstellung.“

Zurück zum ORF: Es ist mehr als sprachliche Ignoranz, dass in einem Gremium einer öffentlich-rechtlichen Anstalt die Mehrheit der Bevölkerung keinen Platz hat. Seit 2007 bemüht sich der Frauenring um einen Sitz im Publikumsrat des ORF – vergeblich. Abermals wurde jetzt die Bewerbung von Österreichs größter Frauendachorganisation ignoriert. „Zwar sind ältere Menschen ebenso wie Familien oder Kraftfahrer im Publikumsrat repräsentiert, eine Vertretung von Fraueninteressen ist aber nicht vorgesehen“, meint dazu die Vorsitzende des Frauenrings, Christa Pölzbauer. Das ORF-Gesetz nennt Frauen nicht als spezifische Gruppe, die im Publikumsrat vertreten sein muss, eine entsprechende Auslegung wäre jedoch durchaus möglich gewesen. Immerhin sind in allen explizit genannten Gruppen Frauen zu finden, deren Interessen der Frauenring vertritt.

Frauen sind eben nicht mitgemeint. Das zeigen sämtliche ORF-Diskussionsformate: Frauen sind unterrepräsentiert, und frauenpolitische Inhalte sind spärlich gesät. Allenfalls zum Internationalen Frauentag hat es sich bei den Sendungsverantwortlichen durchgesprochen, dass Frauen ein mediales Thema sind – bis zum nächsten Jahr.

Bärbel Danneberg

16. Juli 2014 More

Damit es so bleibt, wie es ist …

Die Plattform 20000frauen zur I-Debatte

Da ist sie wieder, die Binnen-I-Debatte. Sommerlich leicht in den Argumenten („stört den Lesefluss“, „ist umständlich“, „zerstört die deutsche Sprache“) werden die zugrunde liegenden Prinzipien geschlechtersensibler Sprache geflissentlich ausgeblendet. Beachtlich ist die Liste der Unterstützenden des Krone-Briefes, der aktuell von Blatt zu Blatt wandert. Personen aus Bildungseinrichtungen mit Rang und Namen (Konrad Paul Liessmann, Heinz Mayer) sind vertreten – und haben offensichtlich auch kein Problem damit, mit rechten Kreisen zu paktieren (siehe http://fm4.orf.at/stories/1742481/). Der Tenor ist simpel wie Gabalier: zurück zur „Normalität“. Platz gibt’s dafür selbstverständlich im gesamten Qualitäts- wie Boulevardarrangement der sommerlichen Löcher.

Von so viel Medienaufmerksamkeit träumen frauenpolitische NGOs, wenn es um ernste Themen wie Sparpolitiken (Doku Graz, Frauengesundheitszentrum Graz), um Besetzungsfragen (ORF Stiftungsrat, EU-Parlament) oder um strukturelle Gewalt (in der Arbeit, im sozialpolitischen Kontext) geht. Doch Medienlogik funktioniert – leider größtenteils auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – anders.

Reaktionäre Stellungnahmen – und kommen sie auch noch so absurd daher – finden in den Medien stets Gehör, insbesondere, wenn es sich um (anti-)feministische Debatten handelt. Dabei schien das alpenländisch-konservative Österreich noch vor wenigen Wochen überholt zu sein. Es funkelte der bombastische Regenbogen des Phönixes in allen Farben. Conchita Wurst am Ballhausplatz. Medientaumel, Promidichte. Der merkwürdig selbstgefällige mediale Rausch – sich als gendersensibles queeres Österreich abzufeiern – bremste sich jedoch mit dem Skandal rund um das Life-Ball Plakat („Ich bin Adam. Ich bin Eva. Ich bin ich“) abrupt ein. Kalkuliertes Medienecho, die üblichen ProtagonistInnen als Debattengarnierung folgten. Heterosexuelle geben vor, für ihren Lebensstil diskriminiert zu werden. Das Staunen darüber bleibt ungedruckt.

Und nun, begleitet vom Nach-WM-Fernsehdepressionsschub, kommt die Sprachdebatte im vollen Rückwärtsgang daher. Dazwischen performte noch ein Schlagersänger die Bundeshymne für eine Getränkefirma und trat eine Diskussion um große Söhne los, die wir als politisch interessierte und engagierte Frauen gebraucht haben wie einen Kropf. Nicht, dass Sprache kein wichtiges Thema wäre – ganz im Gegenteil. Die Frauenbewegung(en) haben sich das sprachliche Sichtbarwerden hart erkämpft, die (feministische) Sprachwissenschaft liefert seit Jahrzehnten wichtige Ergebnisse, die nach wie vor darauf warten, von den Massenmedien unters Volk gebracht zu werden.

Was bekannt sein dürfte, ist, dass Sprache sich immer verändert. Ihr ständiger Wandel schließt die zeithistorischen Debatten und Kämpfe um Sichtbarkeit ein. Wer wird genannt? Wer bleibt mitgemeint? Wer bleibt ausgeklammert? Die Debatte ist alt. Alle Argumente für eine geschlechtersensible Sprache sind seit den 1970er-Jahren bekannt – zumal sie Feministinnen und Frauenpolitikerinnen seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig wiederholen müssen.

Sie alle – und damit auch die Plattform 20000frauen – befinden sich in einem merkwürdigen Debatten-Dilemma: Bleiben sie an altbekannten Themen dran, etwa den Lohnunterschieden und der unbezahlten Haus- und Pflegearbeit, ernten sie im besten Fall journalistisches Gähnen, wenn nicht glatt das Gegenteil behauptet wird („Mythos Lohnschere“). Gehen sie auf die Gewaltfragen in der Gesellschaft, in den Familien und den sozialen Strukturen ein, so werden Einzelfälle vermarktet, Storys verdichtet, Klischees und Geschlechterarrangements vernutzt.

Auch Aktivistinnen der Plattform 20000frauen wurden und werden immer wieder mal um Interviews gebeten. Meist handelt es sich dabei um Themen, die stromlinienförmige Profil-Journalisten und kernige Kronenzeitungs-LeserbriefschreiberInnen vorgeben oder die in die Kategorie „Lifestyle“ eingeordnet werden. Aber der Lohn lässt meist nicht lange auf sich warten: Wenn wir uns danach vorwerfen lassen dürfen, wir hätten „keine anderen Sorgen“. Daher ein praktikabler und überaus Platz sparender Vorschlag zur aktuellen Debatte: ab nun das generische Femininum für die kommenden 100 Jahre einzusetzen (Männer sind natürlich mit gemeint), damit wir uns vermehrt den Themen widmen können, um die es uns geht: um Arbeitsbewertung, selbstbestimmtes Leben und Gewaltfreiheit.

Links zum Thema:

Binnen-I bzw. Sprache:

Über Volkstümlichkeit, die Fähigkeit zu Denken und Feministinnen
Ein Beitrag zur Binnen – I Debatte 2014 von Petra Unger

Bitte verteilen:
Olja Alvir fordert die 800 UnterzeichnerInnen des Offenen Briefs auf zu sagen, warum sie gemeinsame Sache mit Rechtsaußen machen! Mitmachen!!!http://www.olja.at/gemeinsam-gegen-das-gendern/

Leitfaden für diskriminierungsfreie Sprache, herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Wien 2010

Marlene Streeruwitz in dieStandard.at: Verschönerung des Niedergangs, 16. Juli 2014

BIRGITTA WINKLER, TRAUDE KOGOJ in dieStandard.at: Vorwärts ins Mittelalter, 14. März 2014

Verein österreichischer Juristinnen: WER FRAUEN NICHT BENENNT MACHT SIE UNSICHTBAR, 16. März 2014

FM4 – Michael Fiedler, Zurück in die Vergangenheit, 15. Juli 2014

Anatol Stefanowitsch: DIE FÜNF FREUNDE UND DIE RÜCKKEHR ZUR SPRACHLICHEN NORMALITÄT, 15. Juli 2014

Beate Hausbichler in dieStandard.at: Der herrschende Sprachstil ist ein anderer, 15. Juli 2014

Leonhard Dobusch: Kuriose Koalitionen: Krone, Klenk und andere Sprachkonservative, 15. Juli 2014

Ö1, Unübersehbar. Unüberhörbar. Unsinnig? Moment am Sonntag: Gendern im Alltag, 18. März 2012

GenderKompetenzZentrum: Gender-Aspekte Sprache, 2.1.2010

an:schläge, CARINA KLAMMER und FABIENNE VESPER – an.sprüche: Nach den Sternen greifen, 30. März 2013

Beate Hausbichler in dieStandard.at: Raum für _!, 26. Oktober 2008

Luise F. Pusch im dieStandard-Interview: „Längerfristig bin ich für die Abschaffung des ‚in'“, 7. März 2009

dieStandard.at: Uni führt „generisches Femininum“ für ihre Grundordnung ein, 6. Juni 2013

BEATE HAUSBICHLER in dieStandard.at: „Man“ meint nicht alle, 10. Jänner 2012

dieStandard.at: Geschlechtergerechtes Formulieren, 10. September 2009

Bärbel Danneberg in der Volksstimme: Ö-genormte Unsichtbarkeit, April 2014

Bärbel Danneberg im Augustin: Männer sind mitgemeint, April 2014

Hymne:

Frauengeschichte kann neue Dimension von Größe entfalten, Hilde Schmölzer im Standard am 17. Juli 2014

Elfriede Hammerl in Profil: Beinharter Respekt, 5. Juli 2014

denkwerkstattblog.net: Die Hymne, Gabalier und Werbegelder, 26. Juni 2014

Stellungnahme der Grazer Autorinnen Autorenversammlung zum Disput über die Bundeshymne, 28. Juni 2014

Gastkommentar in dieStandard.at von DUDU KÜCÜKGÖL: Zu schön für einen Schleier, zu klein für die Hymne, 7. Juli 2014

TAZ: Hits mit Blut und Boden, 4. Juli 2014

ALEXANDRA FÖDERL-SCHMID in derStandard.at: Große Töchter, kleine Geister, 4. Juli 2014

16. Juli 2014 More

Frauenfeindlichkeit ist in Österreich salonfähig

Nach Shitstorm-Attacke nun Morddrohungen gegen Bundesministerin Heinisch-Hosek
Stellungnahme vom Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen und dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Wien, 9. Juli 2014

Frauen „mitzumeinen“ ist eine Form von subtiler Diskriminierung. Morddrohungen gegenüber der Frauenministerin auszusprechen, weil sie auf diese Diskriminierung hinweist, ist ein öffentlicher Akt von Frauenverachtung. „Es braucht scheinbar nicht viel, um zu zeigen, was an frauenfeindlichen Tendenzen da ist!“, so Elisabeth Cinatl, Vereinsvorsitzende des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen.

Mit Bestürzung stellen die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser (AÖF) und das Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen fest: Frauenfeindlichkeit und die Diskriminierung von Frauen werden in Österreich scheinbar wieder salonfähig. Das geht sogar soweit, dass Bundesministerin Heinisch-Hosek – mittlerweile zum zweiten Mal – Polizeischutz benötigt, weil sie sich öffentlich für die Rechte von Frauen einsetzt!

Die schlechte wirtschaftliche Lage und die Finanzkrise haben zu einer gesellschaftlichen Entsolidarisierung geführt. Daraus entstand ein fruchtbarer Nährboden für die unterschiedlichen Formen von Gewalt. Gerade in solchen Krisenzeiten ist es wichtig, dass PolitikerInnen ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und klar Position beziehen: für Solidarität und Respekt und gegen Gewalt an Frauen. Es ist erschütternd, dass sich kein Regierungsmitglied mit Gabriele Heinisch-Hosek öffentlich solidarisiert und Stellung bezogen hat!

Der gesellschaftliche Backlash hin zu einem traditionell-patriarchalen Geschlechterverständnis ist äußerst beunruhigend. Zudem werden die Errungenschaften der letzten 30 Jahre, in denen der Staat auf den Säulen Solidarität und Gerechtigkeit aufbaute, immer mehr demontiert.

Die Frauenbewegung hat in Bezug auf gleiche Rechte für Frauen viel erreicht und dennoch hat sich auf zwei Gebieten kaum etwas verändert: Gleichbehandlung in der Erwerbsarbeit (geringere Löhne bei gleicher Arbeit, Teilzeitanstellungen, prekäre Arbeitsverhältnisse…) und die sogenannte Care-Arbeit (für Mitmenschen sorgen und sich um sie kümmern), die nach wie vor zum Großteil unbezahlt von Frauen erledigt wird. Gerade deshalb sind Frauen mit ihren geringeren Erwerbszeiten die Hauptleidtragenden der Pensionsreform, in der der Durchrechnungszeitraum signifikant erhöht wurde.

Die Auswirkungen der Ungleichbehandlung erleben die Beraterinnen der Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen in ihrer alltäglichen Arbeit: Mehrfachbelastungen und häusliche Gewalt. Frauen, die ihre Angehörigen pflegen, (Enkel-)Kinder betreuen und einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sind hohen Belastungen ausgesetzt, die überfordernd und erschöpfend sind. Sie fühlen sich allein gelassen und als Versagerinnen, wenn sie „nicht alles unter einen Hut bekommen“. Hier gilt es noch viel Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit zu leisten, damit bezahlte und unbezahlte Arbeiten zwischen Frauen und Männern gleich verteilt werden.
Es gilt umfassende Bewusstseinsarbeit zu leisten, denn ein frauenfeindliches gesellschaftliches Klima, das geprägt ist von fehlender gesellschaftlicher Unterstützung, ist ein Nährboden für häusliche Gewalt an Frauen.

Das Netzwerk und der Verein AÖF erklären sich mit Frauenministerin Heinisch-Hosek, den Grünen und allen Menschen, die sich für Respekt gegenüber Frauen einsetzen, solidarisch, mit dem Ziel, dass es in Österreich (wieder) ein Klima der Anerkennung und Gleichwertigkeit der Geschlechter gibt.

Das Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen ist eine Dachorganisation von derzeit 58 Frauen- und Mädchenberatungsstellen aus allen neun Bundesländern. Der gleichnamige Verein wurde 1995 gegründet.: www.netzwerk-frauenberatung.at

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) ist das Netzwerk der autonomen Frauenhäuser in Österreich, der sich 1988 als Zusammenschluss der Mitarbeiterinnen der autonomen Frauenhäuser in Österreich gegründet hat. Der Verein ist Informationsdrehscheibe für seine Mitglieder und nimmt die Interessen der österreichischen Frauenhausbewegung wahr: www.aoef.at

Rückfragehinweis:
Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen
Tel.: 01/595 37 60; e-mail: netzwerk@netzwerk-frauenberatung.at
zvr 851 336 534

Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Tel.: 01/544 08 20; e-mail: informationsstelle@aoef.at
zvr 187612774

9. Juli 2014 More

Gefahr für das Grazer Frauengesundheitszentrum

Mit dieser Kampagne starten wir eine österreichweite Unterstützung für das Grazer Frauengesundheitszentrum. Bitte schreibt zahlreich Mails mit diesem – oder einen von Euch selbst verfassten – Text an die Adressen am Ende der Mail, um Eure Solidarität zu bekunden.
Diese Aktion kann und soll weiterverbreitet werden!

Sehr geehrte Stadtregierung, sehr geehrte Vizebürgermeisterin Schröck,
wie einer Pressemitteilung des Grazer Frauengesundheitszentrums zu entnehmen, hat die Stadt Graz den Vertrag mit dem Frauengesundheitszentrum gekündigt. Angeblich könne sich die Stadt Graz die Förderung sowie die laufende Indexierung nicht leisten, zudem seien die Indexierung und die fixe Fördersumme durch die Stadt Graz ungerecht gegenüber anderen Frauenvereinen, die jährlich neu um Förderungen ansuchen müssen.

Diese Aussagen sind empörend. Das Frauengesundheitszentrum leistet seit vielen Jahren wichtige feministische Basisarbeit und liefert unverzichtbare Expertise. Qualitativ hochwertige Arbeit in dieser Breite ist jedoch nur möglich, wenn das Frauengesundheitszentrum auch finanziell abgesichert ist. Viele Frauenvereine und NGOs leiden unter der unsicheren Fördersituation, wodurch Anstellungen kaum möglich sind und sehr viele Ressourcen in die Bearbeitung von Förderanträgen und -berichten investiert werden müssen. So tragen öffentliche Institutionen dazu bei, dass Mitarbeiterinnen von Frauenvereinen in prekäre Arbeitssituationen gedrängt werden.

Der Maßstab für finanzielle Förderungen können nicht andere Vereine sein, die weniger Geld bekommen, vielmehr muss die (einstige) Situation des FGZ Vorbild für Finanzierungsstrukturen sein.

Zudem ist es in Graz, in der Steiermark und in ganz Österreich gerade jetzt wichtig, in frauenpolitische Maßnahmen zu investieren und nicht das Wirtschaftskrisen-Sparprogramm auf dem Rücken von Frauen auszutragen – gerade, wo so viele gleichstellungspolitische Ziele nach wie vor nicht erreicht sind.
Es ist sehr schade, dass das Doku Graz im vergangenen Jahr aufgrund mangelnder Fördergelder (freiwillig) geschlossen hat. Wie es mit der Unabhängigen Grazer Frauenbeauftragten weitergeht, schein ebenfalls nicht klar zu sein. Dieser feministische Kahlschlag in Graz muss gestoppt werden! Ich fordere Sie daher dazu auf, dem Frauengesundheitszentrum wieder eine dauerhafte Förderung zu gewähren und in die Grazer Frauen-Einrichtungen zu investieren, die so wertvolle und wichtige Arbeit leisten.

Es braucht ein parteienübergreifendes Bekenntnis der gesamten Stadtregierung zur Gleichstellung der Frauen und Mädchen, zur Arbeit der Grazer Fraueneinrichtungen und der Bedeutung der Absicherung.

Mit freundlichen Grüßen

An:
buergermeister.nagl@stadt.graz.at, buergermeisterstellvertreterin.schroeck@stadt.graz.at, stadtrat.hohensinner@stadt.graz.at, stadtrat.eustacchio@stadt.graz.at, stadtraetin.kahr@stadt.graz.at, stadtraetin.ruecker@stadt.graz.at, stadtrat.ruesch@stadt.graz.at, potzinger.family@aon.at, alexandra.marak@gmx.at, Daniela.Grabe@gruene.at

4. Juni 2014 More

Privilegierung durch Gleichbehandlung?

Gudrun Kugler, verhinderte ÖVP-Mandatarin, Abtreibungsgegnerin, Kämpferin gegen die Erwähnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Materialien zur Sexualaufklärung, bestens vernetzt in sehr rechten, sehr katholischen Kreisen, aber offenbar auch in den mainstream medien, zieht gegen die Gleichbehandlung zu Felde: mit juristisch krausen Argumenten und eigenartigen Beispielen, die im jüdischen Hotelier, der dann Muslimen Tür und Tor öffnen müsste, gipfeln – wie bitte?? und wo? in kath.press? Nein, im Standard!! Kritische postings dazu im online forum verschwinden, und last but not least wird der Abdruck eines juristisch fundierten Gegenkommentars von feministisch-juristischer Seite abgelehnt. no further comment …

Kugler Kommentar: http://derstandard.at/2000001478322/Gleichbehandlung-als-Umerziehung-der-Gesellschaft

Hier der Gegenkommentar von Brigitte Hornyik, Verfassungsjuristin, Vorstandsmitglied im Österreichischen Frauenring für den Verein Österreichischer Juristinnen:

Privilegierung durch Gleichbehandlung?

Wenn’s um die Gleichbehandlung geht, kommen offenbar Emotionen hoch – dennoch sollte gerade der Blick von Juristinnen ins Gesetz dadurch nicht getrübt werden.

Das Gleichbehandlungsgesetz verbietet Diskriminierung – in der Arbeitswelt und in anderen Bereichen. Das Gleichbehandlungsgesetz gilt selbstverständlich auch für private ArbeitgeberInnen. In der Arbeitswelt ist Gleichbehandlung ohne Unterschied des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung (Antidiskriminierung) geboten. Im Bereich der Zurverfügungstellung von Gütern und Dienstleistungen erfasst der Diskriminierungsschutz nur die Gleichbehandlung aufgrund des Geschlechts und der ethnischen Zugehörigkeit. Der private Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin darf Homosexuelle nicht diskriminieren, WohnungsvermieterInnen, LokalbesitzerInnen, VeranstalterInnen hingegen schon – wo da der „Anschlag auf das freie Unternehmertum“ liegen soll, ist nicht nachvollziehbar. Die Gleichbehandlungsgesetzgebung hat ja bereits längst Einzug in die Privatwirtschaft gehalten, von Anfang an, seit 1979: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit hat seit damals für ALLE ArbeitgeberInnen gegolten! Ein und derselbe Unternehmer bzw. Unternehmerin darf also z. B. Homosexuelle als ArbeitgeberIn nicht diskriminieren – als AnbieterIn von Dienstleistungen darf er oder sie homosexuelle KundInnen hingegen ausschließen: Frau Kugler meint, man wolle die unterschiedliche Behandlung „auch in der Privatwirtschaft verbieten“; in Wahrheit ist es hingegen so, dass das unterschiedliche Schutzniveau in der Privatwirtschaft auf ein einheitliches Niveau gebracht werden soll („Levelling-up“ ).

Dass der jüdische Hotelbesitzer seine Veranstaltungsräume dann auch MuslimInnen öffnen müsste – im Übrigen ein eigenartiges, nicht eben sehr realitätsnahes Beispiel –, ist nahezu Demagogie oder krasse Unkenntnis des geltenden Gleichbehandlungsrechts: Ausnahmebestimmungen gibt es bereits genug: Stellenausschreibungen dürfen unter bestimmten Umständen auf Frauen beschränkt werden, eine konfessionelle Einrichtung darf sich im Arbeitsleben für bestimmte Tätigkeiten auf Angehörige ihrer Konfession beschränken, bei der Zurverfügungstellung von Gütern und Dienstleistungen ist es ebenfalls zulässig, bestimmte Wohnräume z. B. nur an Frauen oder nur an Männer zu vermieten. Wenn der Diskriminierungsschutz ausgeweitet wird, würden wohl auch die Ausnahmebestimmungen ausgeweitet.

„Es gibt aber kein Menschenrecht auf Nichtdiskriminierung zwischen Privaten“, schreibt Frau Kugler; die Privatautonomie, die Eigentumsfreiheit und andere Grundrechte würden beeinträchtigt. Außerdem befürchtet sie eine Umsetzungs- und Kostenkrise.

Der Gleichheitssatz ist sehr wohl ein Menschenrecht; dass er auch im Bereich der Privatwirtschaft in abgemilderter Form gilt – Stichwort: Drittwirkung der Grundrechte – ist seit langem ständige Judikatur des Obersten Gerichtshofs. Die Einhaltung und Umsetzung von Menschenrechten sollte dem Staat durchaus auch Aufwendungen wert sein. Die Freiheit des/der einzelnen geht überdies immer nur so weit, als die Freiheit anderer nicht unzumutbar beeinträchtigt wird: Darf z. B. ein Gastwirt als freier Unternehmer seine Homophobie uneingeschränkt ausleben – nicht als Arbeitgeber, siehe oben! – ist die Freiheit anderer Menschen stark beeinträchtigt! Jedes Grundrecht muss immer in Bezug auf andere Grundrechte ausgelegt werden, Privatautonomie und Eigentumsrecht sind Beschränkungen aufgrund öffentlicher Interessen unterworfen. Und im Namen der Religions- und Gewissensfreiheit dürfen Menschen nicht diskriminiert werden – das würde den Gleichheitssatz gänzlich unterlaufen! Es darf ja auch niemand mit der Begründung umgebracht werden, dass Religion oder Gewissen den Mord befohlen hätten! Dass die traurige Realität diesen rechtlichen Vorgaben bisweilen drastisch zuwider läuft, ist ein anderes Thema.

Wer durch einen Lückenschluss in der Gleichbehandlungsgesetzgebung privilegiert werden soll, ist schlicht unverständlich. Die Rothaarigen und die SnowboarderInnen sicher nicht….

Gleichbehandlungsgesetzgebung erzeugt wie Gesetzgebung überhaupt eine gesellschaftliche Sensibilität und schärft die Wahrnehmung von Diskriminierung. Deswegen nehmen SchwedInnen Diskriminierungen vielleicht stärker wahr als TürkInnen, wie Frau Kugler schreibt. Gesetze über Missbrauch, Aufdeckung solcher Fälle, Bestimmungen über sexuelle Belästigung: Sie alle haben Missbrauch und sexuelle Belästigung nicht geschaffen, sondern Aufmerksamkeit für Missstände erzeugt und sind eine legistische Antwort auf eben diese Missstände. Der derzeit diskutierte Lückenschluss privilegiert daher niemand und erzeugt auch keine Diskriminierung, sondern würde ein längst fälliges einheitliches Schutzniveau schaffen.

Dr.in Brigitte Hornyik, Verfassungsjuristin, Vorstandsmitglied im Österreichischen Frauenring für den Verein Österreichische Juristinnen

1. Juni 2014 More

Mehr Videos

Videos von Zeltstadt-Frauen (12. Mai 2012):

Film von Iga.Mazak
Film von bOJAmovies
Die Nachrichten ganz org vom 15. Mai 2012

Die Nachrichten ganz org vom 8. Mai 2012

FEMEN in Vienna – long version, WienTV

Videos von Privaten und Organisationen zur Frauenrechtsdemo am 19.03.2011:

IchmachPolitik.at

ÖGB Frauen

Film von Dominique Doujenis

marxistIn

Kommunistische Partei

Alternative und Grüne GewerkschafterInnen

Grüne Frauen Tirol

Gizem Kaya

Jolanta Warpechowski

Guerilla Knitting Aktion, Film von Magdalena Frey

ÖVP-Frauen

Geburtsallianz

WienTV.org

an.schläge tv on vimeo

Videos vor der Demonstration für Frauenrechte 2011:

4. März 2011: Frauen im Parlament, Film von Yolanda Warpechowski

Pressekonferenz der 20000frauen im KosmosTheater am 28.2.2011, Film von Lisa Koeppl

Youtube-Playlists:

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playliste der 20000frauen auf youtube

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playlist „Europe“ auf youtube

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playlist „World (in English)“ auf youtube

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playlist „Arts“ auf youtube

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playlist „Africa“ auf youtube

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playlist „Asia“ auf youtube

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playlist „Espana/Amercia de Sur (Espanol/Português)“ auf youtube

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playlist „Body/Sexuality“ auf youtube

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playlist „Music“ auf youtube

AUS! Aktion Umsetzung Sofort! – Playlist „Sports“ auf youtube

andere Videos:

Women are Heroes

Interview mit Alice Schwarzer anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2009

18. April 2014 More

Videoarchiv

Filme zu unseren Aktionen

Demonstration für eine menschliche Asylpolitik am 16.3.2019 in Wien. Rede von Christa/Plattform 20000frauen. Film von Eva Sickha.

Femmes Fiscales am 8.12.2018 am Weihnachtsmarkt am Karlsplatz in Wien

Menschenkette für Frauen*rechte, 26. Mai 2018 in Wien, gefilmt von Emilie Cibulka, David Eglseer, Oliver Eglseer und Andreas Meissner, geschnitten und bearbeitet von Emilie Cibulka und David Eglseer

Die dritte Feministische Tischgesellschaft am 10. Juni 2017 in Wien, Film von Magdalena Frey

Demonstration für eine menschliche Asylpolitik am 19.3.2016 in Wien, Film von Magdalena Frey

Rede Brigitte Hornyik, 19.3. 2016 am Karlsplatz

Die feministische Tischgesellschaft – eine Aktion der Plattform 20000frauen am 30. Mai 2015, Film von Dominique Doujenis

Möserlreich – eine Aktion der Plattform 20.000 Frauen zum 8. März 2014, Film von Magdalena Frey

One Billion Rising, 14. Februar 2014, Reden von Aktivistinnen der Plattform 20000frauen, Film von Dominique Doujenis

One Billion Rising, 14. Februar 2014, Film von Dominique Doujenis

Ohne Frauen ist kein Staat zu machen. Smartmob der Plattform 20000frauen und des Österr. Frauenrings zu den Koalitionsverhandlungen am 10.12.2013 um 10.12 Uhr am Ballhausplatz in Wien

Frauensommeruniversität 2012, Workshop zu Medienaktivismus der Plattform 20000frauen, Video von Lisa Koeppl

Frauensommeruniversität 2012, Die Plattform 20000frauen stellt sich vor, Video von Lisa Koeppl

Flashmob am 20.11.2012 gegen die gemeinsame Obsorge durch ein Gerichtsurteil, Video von ichmachpolitik.at

Zeltstadt am 12. Mai 2012 auf der Wiener Ringstraße, Film von Magdalena Frey

Teaser Zeltstadt der Frauen, für dem 12. Mai 2012, Film von Magdalena Frey

Straßenaktion der 20000frauen gegen Korruption, 5. Mai 2012, Film von Bettina Frenzel

Straßenaktion der 20000frauen gegen Korruption, 20. April 2012, Film von Sonja Ferra

Frigga Haug bei der Enquete Arbeit.Neu.Denken am 7.10.2011 im Schloss Laudon / Wien, organisiert von der Plattform 20000frauen und dem BKA Frauen, Film von Dominique Doujenis

Masche Madörin bei der Enquete Arbeit.Neu.Denken am 7.10.2011 im Schloss Laudon / Wien, organisiert von der Plattform 20000frauen und dem BKA Frauen, Film von Dominique Doujenis

Margit Appel bei der Enquete Arbeit.Neu.Denken am 7.10.2011 im Schloss Laudon / Wien, organisiert von der Plattform 20000frauen und dem BKA Frauen, Film von Dominique Doujenis

Das Boot ist leer, Aktion der Plattform 20000frauen, Asyl in Not, JAsyl und SOS Mitmensch am 23.6.2011 zu Fronleichnam, Film von Magdalena Frey

5. Mai 2011, Muttertag, Aktion der 20000frauen, Film von Magdalena Frey

Teaser zur Muttertagsaktion 2011, Film vom Magdalena Frey

Demonstration zum 100. Frauentag in Wien, organisiert von der Plattform 20000frauen, Film von Magdalena Frey

Flashmob der 20000frauen vor dem Parlament und Frauen im Parlament, März 2011, Film von Magdalena Frey und Camillo Cibulka

Pressekonferenz der 20000frauen im KosmosTheater, 8.2.2011, Film von Magdalena Frey

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18. April 2014 More

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Käthe Leichter, 1895-1942

„Es ist eine späte Genugtuung, dass eine der größten Frauenkämpferinnen ihrer Zeit, überzeugte Kriegsgegnerin und Antifaschistin Käthe Leichter nun posthum ihre Doktorwürde von der Universität Heidelberg zurückerhalten hat, welche ihr nach der Verhaftung durch die Gestapo entzogen worden war“, so die Frauensprecherin der KPÖ, Heidi Ambrosch.
(09.01.2014)
Wir AntifaschistInnen „freuen uns mit ihrem Sohn und danken ihm für das Ringen darum“. Ambrosch erinnert zugleich daran, dass es der langjährige Leiter des Dokumentationsarchivs und KPÖ-Mitglied Herbert Steiner, war, „der die erste Biographie zu Käthe Leichter verfasste und auf dessen Anregung der Käthe-Leichter-Preis (Österreichischer Staatspreis für die Frauengeschichte der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung) gestiftet wurde“, der seit 1991 – mit einer Unterbrechung zur Zeit der schwarz-blauen Koalition – bis heute jährlich an feministische Forscherinnen vergeben wird.

„Die Texte von Käthe Leichter haben jedenfalls bis heute unschätzbaren Wert für die Schärfung des feministischen Blicks auf Frauenleben und ihre Geschichte“, so Ambrosch.

Mehr zur Vita von Käthe Leichter

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Bildergalerie Aktion „Medienkritik“ zum Frauentag 2014

Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014Medienkritik zum Frauentag 2014

7. März 2014 More

Nachlese zum Frauentag 2014

Pressetext
Am

Freitag, 7.3.2014

findet um 10 Uhr im Radiokulturhaus, Argentinierstraße die

Pressekonferenz der Medienaktivistinnen der Plattform 20000frauen zum Frauentag

statt. Wir präsentieren unter Ausschluss breiter Öffentlichkeit die neue Ausgabe des

Feministischen Satiremagazins Nr.5: MÖSERLREICH

Möserlreich, Satiremagazin der 20000frauen


Fakten zu Fakes: Fast alle Artikel der Satirezeitschrift MÖSERLREICH basieren auf realen Zahlen, Daten und Fakten aktueller österreichischer Medienberichte. In den Artikeln wurden zumeist lediglich die Geschlechter vertauscht, in einigen die Symbole verändert und sämtliche Namen der betroffenen AkteurInnen entfremdet. Das angewandte generische Femininum schließt natürlich alle Männer mit ein.
Die Plattform 20000Frauen weist mit der Ausgabe dieses Satiremagazins auf die langweilige Ödnis bestehender Geschlechterregimes hin, die durch die mediale Weiterverwurstelung das ewig Gleiche herstellt.
Wir erwarten uns nicht nur eine private Emanzipationsrhetorik in den Redaktionen. Wir fordern eine aktive Berichterstattung zur Förderung realer Geschlechterdemokratie! Wir fordern einen kritischen Blick auf herrschende Geschlechterarrangements in Medienprodukten jeden Formats!

Die Plattform 20000Frauen fordert
1. Schluss mit dem allgegenwärtigen Werbesexismus und eine Kennzeichnung von Fotobearbeitung und Manipulation bei Körperdarstellungen.

2. Her mit der geschlechtergerechten Sprache in den verschiedensten Mediensparten.

3. Mehr (Vor)Bilder von starken, selbst bestimmten und verschiedenen Frauen in der Öffentlichkeit – nicht nur Fokussierung auf reich&schön versus (Unterschicht-)Opfer & namenlos &passiv.

4. wir fordern geschlechtersensible Repräsentation von Frauen in den Medien, andernfalls Streichung der einschlägigen Fördermittel wie Presse- oder Publizistikförderung.

5. eine Neubewertung des Nachrichtenwertes muss her: Frauenpolitische Themen müssen auch abseits von wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Zusammenhängen und von Feiertagen als dringlich erachtet werden.

6. für eine deutlich emanzipatorische Medienpolitik & eine Förderung kritischer feministischer Berichterstattung statt der Banalität der Kleinformate und Gratisblätter!

AUS mit der bewusstlosen male-stream Berichterstattung in diesem Land.

Beteiligt Euch. Schreibt. Lest. Mischt Euch ein!

Links
fünfte Ausgabe: Möserlreich

erste Ausgabe: Über.morgen

zweite Ausgabe: Vor.gestern

dritte Ausgabe: Heute.morgen

vierte Ausgabe: Voll.von.gestern

Offener Brief an den ORF betreffend ORF Programmgestaltung FS 8.März/Internationaler Frauentag

Medienkritik zum Frauentag 2014

Fotos Medienaktion zum Frauentag 2014

ORF zur Medienaktion zum 8. März 2014

Aktivistinnen kritisieren Frauenbild in Medien
Morgen ist der internationale Frauentag. Die Plattform „20.000 Frauen“ kritisiert, dass die Bedeutung dieses Tags durch die Medien immer mehr verflacht wird – obwohl wesentliche Forderungen der Frauenrechtlerinnen bis heute nicht erfüllt sind. Vor allem der Boulevard, aber auch Qualitätsmedien würden ständig Rollenstereotype wiederholen.

„Wie Valentinstag, nur kämpferischer“
Die Forderungen nach Lohn- und Chancengleichheit sind mehr als hundert Jahre alt. Dass der Weltfrauentag an diese und viele andere Forderungen erinnern soll, werde immer mehr vergessen, sagt die Universitätslektorin und Aktivistin Ulli Weiß: „Meine Studentinnen in den Gender Studies sagen, der Frauentag ist so etwas wie der Valentinstag, nur ein bisschen kämpferischer.“

1911 sind auch in Wien 20.000 Frauen auf die Ringstraße gegangen, um ihre Rechte einzufordern. Darüber wüssten auch viele Journalistinnen und Journalisten nicht Bescheid, sagt Petra Unger, Mitbegründerin der Plattform „20.000 Frauen“: „Solange die Journalistinnen und Journalisten daran mitwirken, dass diese Geschichte Vergessen gemacht wird, indem sie nicht darüber schreiben und indem sie das nicht prominent in den Vordergrund stellen, wird der 8. März immer mehr verflacht und immer weniger. Wir wollen eine Berichterstattung darüber, was alles noch nicht oder noch nie erreicht war in diesem Land.“

Fordern tägliche Berichterstattung
Die Aktivistinnen der Plattform „20.000 Frauen“ fordern, dass der Weltfrauentag wieder politisch aufgeladen wird und in den Medien politische Kämpferinnen, die den Frauen viele Rechte erkämpft haben, als Rollenbilder sehen.

Die Themen, für die sich diese Frauen einsetzten, wie etwa Frauenrechte, Abtreibung, Gewalt, sollten das ganze Jahr über in den Medien vorkommen. Stattdessen sei die sogenannte Frauenfrage nur rund um den 8. März Thema und das noch dazu kontraproduktiv. Universitätslektorin Weiß fordert: „Wir wollen tägliche Frauenpolitik zum Thema Arbeit und zum Thema Sexismus in diesem Land.“ Die Kritik der Aktivistinnen gilt auch dem ORF: Seit 2007 versuche der Frauenring Mitglied des Publikumsrates zu werden, um eine feministische Position zu vertreten, bisher ohne Erfolg.“

Radiosendung: Beitrag über die autonome FrauenLesbenDemo am 8.3.2014 in Wien auf Radio Orange

Redebeitrag der FrauenLesben für das Selbstbestimmungsrecht der Frau am 8.3.2014 in der autonomfeministischen FrauenLesbenMädchen-Demo in Wien:

NIEDER MIT DER GEWALTKULTUR!
Wenn wir als Feministinnen von Gewalt reden,
dann haben wir gelernt, auch von unserem Widerstand gegen diese Gewalt zu reden.
Wir reden darüber, WO denn diese Gewalt anfängt.
Sie hängt nicht allein an einem körperlichen oder psychischen Übergriff einer andren, zumeist männlichen Person. In der Familie oder auch in der Öffentlichkeit.
Diese Übergriffe und diese Gewalt sind systemimmanent. Von wegen Beziehungstat!

Wenn wir von Gewalt reden, dann reden wir auch von der staatlichen Gewalt und wir reden davon, WIE die Frauen und Mädchen gerade von Staats wegen mit diskriminierenden Gesetzen bei der Stange gehalten wurden, werden bzw. gehalten werden sollen. Und wir pfeifen auf das allzeit bereite, neoliberale Gequatsche davon, dass Frauen ohnehin schon alles, aber auch wirklich alles erreicht haben.
Was wir damit bereden, ist die sogenannte STRUKTURELLE Gewalt! Wir reden davon, dass der Männerstaat, die Männerherrschaft, die Weichen stellt für alle, damit sich nur ja nichts verändert an den Zuständen insgesamt – weltweit.
Wir leben hier in den reichen Metropolen in einem System, wo Frauen nach wie vor nicht das Recht haben, einfach zu existieren. Ohne Zwang zur Arbeit oder, wenn bezahlte Arbeit zunehmend nicht vorhanden ist, ohne einen männlichen Ernährer. Daran ändert auch die sog. Verpartnerung von Homosexuellen oder nicht verheirateten Paaren gar nichts – ganz im Gegenteil. Die strukturelle Gewalt, die sich damit auf einzelne Personen auswirkt, ist uralt und nennt sich Subsidiarität, und die hat mit Liebe absolut nichts zu tun, sondern ist nach wie vor völlig legale Gewalt mit dem Motto: „Frauen und Kinder zuerst!“ Entsorgt ins sogenannte Private! Einfach so. Dazu passt das Verdummungs-Wort „Doppelbelastung“ statt korrekt: „Ausbeutung“. Überall leben der Staat und die Gesellschaft von der Gratisarbeit der Frauen. Und die wird mittels „Subsidiarität“ erzwungen.

Wir wissen aber auch, dass Ehe-Scheidungen überwiegend von Frauen eingereicht werden.
Den Feministinnen wird vorgeworfen, die Stütze Kleinfamilie als Keimzelle von Staat und Religion zerschlagen zu wollen. Ja, das wollen die Feministinnen! Denn wir empören uns schon lange über dieses Scheisssystem und sägen an seinem Bestand.

Wenn wir von Gewalt reden, dann reden wir auch davon:
Die Vorschriften der Sozialhilfe und der nationalen Arbeitseinsatzkommandozentrale, AMS, sind dementsprechend strukturell gewalttätig mittels Gesetzen festgelegt. Da hat sich gar nichts verbessert. Ganz im Gegenteil, der Wandel vom sogenannten „Sozial-Staat“ zum reinen „Fürsorgestaat“ mitsamt seiner Überwachung, Kontrolle und Ausgrenzung ist voll im Gange und trifft in erster Linie Frauen! Von gesellschaftlicher Partizipation kann unter diesen Umständen keine Rede sein! Ein Leben in Abhängigkeit hat Konsequenzen.
Ganz besonders für jene Frauen, die hierher migriert sind oder sich in einem völlig unsicheren Status gegenüber diesem Staat/dieser EU befinden, weil sie z.B. als Flüchtlinge hierher kamen und nur als Anhängsel eines männlichen Asylsuchenden existieren dürfen. Gefangen in einer Beziehung, sind sie ohne eigenen Aufenthaltsstatus ausgeliefert.
Wo für den Staat ein Mann in Sicht ist, transferiert dieses Scheiss-System sie sogleich in den Status einer Art Unmündigen, die von eben diesem Mann, dieser „Familie“ erhalten werden soll. Und will sie da raus, dann ist sie in größten Schwierigkeiten, weil sie noch verbliebene Rechte verliert. Die vorprogrammierte Armut ist sowieso inklusive! Vor Jahrzehnten schon nannten wir diese Zustände „Partnerschaftsfalle“, als der Staatsfeminismus den Frauen die „Partnerschaft“ einreden wollte… anstatt den Frauen Selbständigkeit und Freiheit zu verschaffen.

Die Gewalt und Abhängigkeit von Frauen, von patriarchalischen Schreibtischtätern mittels Gesetzen produziert, ist menschenverachtend und stellt die brutale Ausbeutung von Frauen her, während wie schon gesagt der sog. „Sozialstaat“ beseitigt wird.

Ganz besonders arg ist es daher, wenn die verdrehende Bezeichnung als „ältestes Gewerbe der Welt“ hervorgezaubert wird, dann wenn Frauen und Mädchen nichts andres mehr übrig bleiben soll, als sich für ihr Überleben an Männer und deren Sexualität zu verkaufen. Oder wenn nichts dagegen getan wird, dass tausende und abertausende Frauen jahrein und jahraus von Zuhältern und Mafiaorganisationen unter Mithilfe von Politik, Justiz und Polizei versklavt werden. Den Freiern, die diese Frauenkörper konsumieren, soll jedenfalls bestmöglich kein Haar gekrümmt werden, weil es sich ja um das angeblich „älteste Gewerbe der Welt“, also um das Leben von Frauen in einer patriarchalen Zuweisung hinein in eine Vergewaltigungs-Kultur handelt.

Aber damit nicht genug.
Gewalt gegen Frauen ist es, wenn der Staat sich auch noch ins Intimste einmischen und über die Körper der Frauen bestimmen will. Denn was geht es denn den von Männern dirigierten Staat an, was oder ob sich etwas in der Gebärmutter einer jeden einzelnen Frau befindet? Was geht es den Staat an, wenn eine Frau ungewollt schwanger wurde, warum auch immer, und wenn sie diese Schwangerschaft abbricht. Es geht den männerdominierten Staat überhaupt nichts an, genauso wie es die fanatischen Frömmler mit ihrem organisierten Frauenhass, versteckt hinter den Religionen, etwas angeht, was Frauen mit ihrem Körper machen oder eben nicht. Und wir reden auch davon, wie wir diese Fanatiker und Exorzisten vor den Abtreibungskliniken dort wieder weg bekommen. Es ist klar, dass sie von den religiösen Führern nicht nur des Vatikans gestützt werden und auch diverse Parteien diese Seilschaften unterstützen.

Wir reden, wenn wir von Gewalt reden, auch von den Zurichtungen, die Frauen und Mädchen erdulden sollen. Ein Blick in Zeitungen, Internet und TV genügt ja, um das tägliche Trommelfeuer dieses patriarchal-kapitalistischen Systems zu sehen und zu hören.
Wir reden über die Gewalt durch Schönheits- und Körperdiktate, wir reden über den Schlankheitswahn und den Selbsthass, der ja nicht vom Himmel fällt. Wir wissen, dass sich Frauen im öffentlichen Raum immer noch nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit, wo immer sie es wollen, aufhalten können. Wir reden über sexuelle Gewalt an Frauen und Kindern und die schamlose Diskriminierung der Frauen und des weiblichen Geschlechts in der monströsen Pornoindustrie, die auf Kosten der Frauen nicht nur Milliarden verdient, sondern auch noch den Mädchen wie auch den Burschen eintrichtern will, WIE Sexualität auszusehen hat. Und welche armselige Rolle dabei alle Frauen spielen sollen.

Wir reden, wenn wir von Gewalt reden, darüber, dass Frauen und Mädchen noch immer tag- täglich sehr effektiv in ihre Schranken gewiesen werden. Mal offensichtlicher, mal nicht sogleich durchschaubar. Und wir wehren uns auch tagtäglich dagegen und zwar auf der ganzen Welt!
Denn die Frauen- und die Lesbenbewegungen international sind Befreiungsbewegungen!
Gegen die herr-schende Ordnung der Welt!

Wie sieht unser gemeinsamer, organisierter Widerstand aus? Was sollen wir uns noch alles als „Demokratie“ verkaufen lassen, wenn wir es doch letztendlich mit einem Diktat von Männern zu tun haben, wo wir alle nur draufzahlen? Warum sollte es denn für uns Frauen erstrebenswert sein, den Männern und ihrem System gleich zu werden, was uns dann als Gleichberechtigung verkauft wird!? Womöglich noch als vorgezeigte Powerfrau, die die ganz reale Ausbeutung so schön unter einen Hut bringt und daher so „erfolgreich“ und karrierebewusst ist? Diese Frauen dienen als Role-Modells zur Aufrechterhaltung eines menschenverachtenden Systems.

Wenn wir von Gewalt reden dann auch davon:
Der Männer-Staat und diese EU, pudeln sich schnell auf gegen Gewalt, wenn da mal ein paar Scheiben bei Protesten in Bruch gehen, aber sie haben keine Hemmungen uns mit aller Staatsmacht zu bespitzeln, gemeinsam mit Verbündeten, nach Strich und Faden, um uns nach wie vor zu be-herr/schaft-en. Sie ziehen um Europa eine Mauer, sie installieren polizeiliche und militärische Gewalt und Kontrolle und Repression, wo immer sie sie brauchen können und schieben den Reichen und den Banken die Kohle in den Arsch, während Millionen von Menschen überhaupt keinen Zugang mehr zur Ware Geld haben, obwohl sie täglich schuften! Es ist Zeit, das Geld abzuschaffen und die Besitzverhältnisse drastisch auf den Kopf zu stellen! Was uns fehlt ist radikalste Umverteilung!
Wir leben als Frauen und Mädchen in einer kaltblütigen Gewaltspirale und wir haben noch einen langen Weg vor uns, um daran global etwas zu ändern. Aber eines Tages ist der Krieg gegen die Frauen vorbei!!!

Wenn die Frauen es sind, die diese Gewaltspirale aushalten und in Wahrheit es die Frauen – und nicht wie vorgegaukelt die Männer – sind, die überall das Überleben garantieren, dann sind sie auch zur gemeinsamen Revolution fähig! Die 1000den Jahre der Ausbeutung, Gewalt und Unterdrückung der Frauen sind vorbei. Die Revolution der Frauen ist unausweichlich!
Be proud when your Sisters are fighting! Viva la Revolucion Feminista!

Redebeitrag zum Download als pdf
Foto von Demo zum 8. März 2014, ©Maria Zimmermann

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Bildergalerie 14.2.2014 Kundgebung vor der spanischen Botschaft gegen das Abtreibungsverbot

Kundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische BotschaftKundgebung spanische Botschaft

Alle Fotos: ©Bettina Frenzel, www.frenzel.at

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Bildergalerie 14.2.2014 One Billion Rising

One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014One Billion Rising 2014

Alle Fotos: ©Bettina Frenzel, www.frenzel.at

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Aktuelles

visible – 72 Stunden Feminismus

25. – 28.11.2021 Ein großartiges feministisches Fewstival von Gründerin und Obfrau von »Visible – Verein zur Sichtbarmachung von Frauen in Kunst, Kultur und Gesellschaft.« Dr.in Ute Liepold
Wegen des neuerlichen Lockdowns im Netz zu streamen: https://visible.or.at
GROSSE EMPFEHLUNG!!!
 

Solidaritätskundgebung für Geflüchtete an der Grenze Polen-Belarus

Tausende Menschen sind seit Wochen an der EU-Außengrenze zwischen Polen, Lettland, Litauen und Belarus eingesperrt. Bei Minusgraden, im Schlamm, ohne medizinische Versorgung, ausreichend Wasser und Nahrung gibt es für die Geflüchteten kein Vor und Zurück. Bisher sind mindestens 15 Menschen gestorben, die Dunkelziffer könnte höher liegen, da unabhängigen Journalist*innen und Hilfskräften der Zugang in das Sperrgebiet verwehrt wird.
… weiterlesen hier!

Sonntag, 21. November 2021, 14:00 Uhr
Treffpunkt: Polnisches Institut, Am Gestade 7, 1010 Wien
(Nähe U2 Schottenring)
Route über Haus der EU und Bundeskanzleramt zum Außenministerium am Minoritenplatz (U3 Herrengasse)

 

228 Millionen Euro für Frauen Jetzt!

Aktion am 18.11.2021 um 8:00 früh vor dem Parlament am Josefsplatz
Aufrufende Organisationen: Österr. Frauenring, Mehr für Care und Allianz GewaltFrei leben

Zur Bildergalerie!

 

16 Tage gegen Gewalt an Frauen

16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ist eine internationale Kampagne, die jedes Jahr von 25. November bis 10. Dezember stattfindet. Auf der ganzen Welt nützen Fraueninitiativen den Zeitraum vom Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember), um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen und setzen Aktionen dazu. Österreich nimmt seit 1992 an der Kampagne teil.
Ein Veranstaltungskalender ist hier zu finden!

 

16 Tage gegen Gewalt an alleinerziehenden Frauen

Einladung von FEM.A (die feministischen Alleinerzieherinnen) zu einer Online-Pressekonferenz:
https://verein-fema.at/16-tage-gegen-gewalt-an-alleinerziehenden-frauen/

 

25.11.21 – Internationaler Kampftag gegen Gewalt an Frauen

Kämpfen wir gegen Femizide und Gewalt an Frauen
18h Kundgebung für alle Interessierte
19h Frauendemo
Treffpunkt: Richard Wagner Platz, 1160 Wien
Hier im Viertel lebte jahrelang Fadumo, die am 13.9.21 mit ihrer Freundin Shukri von deren Ex-Ehemann ermordet wurde.
Wir vergessen nicht!

Mit Kinderbetreuung während der Kundgebung!
 

Klimastreik für eine soziale Verkehrspolitik

am 26.11.21 12:00 – 14:00 Uhr
Karlsplatz, Wien

Während andere Städte die Klimakrise als Gefahr erkennen und mutige Schritte zu einer klimaverträglichen Verkehrspolitik setzen, will die Wiener Stadtregierung immer noch neue Autobahnen bauen. Statt in Fahrradinfrastruktur und Öffis zu investieren, wird weiterhin auf Auto-Individualverkehr gesetzt und damit die Zerstörung unserer Zukunft in Beton gegossen. Das ist klima-un-verträglich und damit un-sozial.
… weiterlesen hier!

 

Buchpräsentationen: Mich hat nicht gewundert, dass sie auf Mädchen steht. Von Lisa Bolyos und Carolina Frank

Lisa Bolyos, Carolina Frank:
Mich hat nicht gewundert, dass sie auf Mädchen steht. Gespräche mit Eltern queerer Kinder
Achse Verlag 2021, 280 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-9504831-9-2

In 18 Porträts widmen sich die Autorin Lisa Bolyos und die Fotografin Carolina Frank der Elternperspektive aufs Coming-out von schwulen, lesbischen, bisexuellen, trans, inter und nonbinären Kindern.

22.11.21, 19 Uhr, im Stichwort, Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung, Wien (zugänglich für Frauen, Lesben, Inter, Trans)
25.11.21, 19 Uhr, Frauenberatungsstelle Baden, Sitzungssaal der Volksbank Baden

Mehr Info hier!

 

Bei der Frauenhetz sind zwei Büroräume zu vermieten!

Informationen hier!

 

Nein zu Frauenfeindlichkeit und Rassismus auf höchster Ebene!

GEMEINSAMES STATEMENT

(10.6.2021) WIDE und weitere Frauenrechtsorganisationen und -Verbände verurteilen die frauenfeindlichen und rassistischen Äußerungen des (derzeit suspendierten) Leiters der Strafrechtssektion im Justizministerium, Christian Pilnacek, in einem Chat mit dem (inzwischen zurückgetretenen) Ex-ÖVP-Justizminister und Richter am Verfassungsgerichtshof, Wolfgang Brandstetter, bezogen auf zwei weibliche Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs, darunter die Vize-Präsidentin des VfGH, auf das Schärfste.

…weiterlesen!

 

Plenum 19. April 2021: Erarbeiten einer feministische Position zu Sterbehilfe bzw. assistiertem Suizid

Unser für das Dialogforum ab 26.4.2021 erarbeitetes Papier ist da:
21-04-26 POSITIONSPAPIER 20.000 FRAUEN

 

WICHTIG: Petition Mehr für Care – Feministisches Konjunkturpaket JETZT unterschreiben!!!

HIER unterschreiben!

 

Wann ist ein Mann ein Mann?

Univ.-Prof.in Luise Gubitzer zur Pandemie als Chance, vom Waren-Wohlstandsprojekt zum Care-Wohlstandsprojekt zu gelangen

weiterlesen hier!

 

Die Katholische Frauenbewegung fordert einen Systemwandel für Kirche und Gesellschaft

Katholische Frauenbewegung Österreichs zum Internationalen Frauentag 2021

[Wien, 5.3.2021, PA] Einen „Systemwandel“ in Kirche wie Gesellschaft fordert die Katholische Frauenbewegung Österreichs anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März: „Hier wie dort braucht es grundlegende Veränderungen, um den Anspruch von Frauen auf gleiche Würde und gleiche Rechte in gelebte Praxis zu übersetzen“, so die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Angelika Ritter-Grepl. Im Bereich der Kirche bedeute das in erster Linie eine Abkehr von klerikalen Machtstrukturen und die Öffnung der Ämter für Frauen, auf gesellschaftlicher Ebene vor allem eine geschlechtergerechte Verteilung von Arbeit, Einkommen und Vermögen. „Unsere Authentizität als Katholische Frauenbewegung beruht darauf, in beiden Welten gleichermaßen für den notwendigen Wandel einzutreten, eng vernetzt sowohl innerhalb der Kirche als auch mit der Zivilgesellschaft“, so Ritter-Grepl.

Hier Weiterlesen!

 

One Billion Rising 2021

One Billion Rising Austria 2021

OBRA 2021 – Statement der Plattform 20000frauen/ Heidi Ambrosch

Eine großartige Aktion von Aiko Kazuko Kurosaki – im neunten Jahr nun zum ersten Mal leider nicht auf der Straße möglich, aber von ihr in großer Kraftanstrengung im Netz virtuell erlebbar.
Ich möchte im Namen der Plattform mein Statement mit dem Satz von Claudia Pitnik von der Kunsthalle Krems auf der Pressekonferenz beginnen und Aiko widmen:
Eine Frau tanzt für 1 Milliarde von Frauen – 1 Milliarde von Frauen tanzen für eine.
Eine Frage aus der Pressekonferenz blieb für mich unzureichend beantwortet: die Frage – warum bekommen Frauen- und Mädchennetzwerke keine ausreichende und vor allem auch Planung ermöglichende langfristige Finanzierung? Und nicht erst jetzt, sondern schon seit Jahrzehnten.
Ich denke, dazu müssen wir die gesellschaftlichen Macht- und Gewaltverhältnisse in den Blick nehmen. Maria Rösslhumer sprach zurecht auf der Pressekonferenz vom patriarchalen Virus, ich ergänze ihn um den zugleich kapitalistischen Virus, auf dem das System aufgebaut ist.
Die Covidkrise macht deutlich, das patriarchale kapitalistische System funktioniert nur durch immer wieder neu erzeugte Ungleichheit und Spaltung der Gesellschaft. Nur indem man die Interessen der 99% in scheinbare Widersprüche bringt, können sich die Interessen von 1% durchsetzen. Die so ausgeübte systemische erzeugt individuelle Gewalt, was keineswegs die Taten rechtfertigt. Aber wenn eine Regierung Frauen und Kinder, Schutzbedürftige brutalst aus den Betten holt und abschiebt, welche Botschaft sendet sie dann aus?
Unser Kampf gegen Femizide in der ganzen Welt muss eingebettet sein im Kampf gegen die systemische Gewalt, die durch wachsende soziale Ungleichheit gekennzeichnet ist, und durch Wachstumsfetischismus unsere ökologischen Grundlagen in den Kollaps treibt.
Das sind die Anliegen der Plattform seit 2010 und im Chat findet ihr den Link auf unsere Homepage, unseren nächsten Plenumstermin und den Hinweis auf die Initiative von femmes fiscal für mehr Care, eine Initiative für ein feministisches Konjunkturpaket aber dazu gleich mehr von Elisabeth. Danke!

 

Spendenaufruf: Pro Choice Austria unterstützt den Fundraiser von Ciocia Wienia

Am 27. Januar hat das polnische Verfassungsgericht das Urteil vom 22. Oktober 2020 veröffentlicht, wonach Abtreibung aufgrund von schwerer Missbildung des Fötus verfassungswidrig ist. Von nun an ist Abtreibung in Polen fast vollständig kriminalisiert. Viele suchen deshalb Hilfe im Ausland.

Die ehrenamtlichen Aktivist*innen von Ciocia Wienia unterstützen sie dabei: Sie informieren, beraten und begleiten die betroffenen Personen zu ihrem Termin, wo sie in vielen Fällen auch dolmetschen.

Bleiben die Kosten: Gut 550 Euro kostet der Eingriff, dazu kommen die Reisekosten. Für mittellose Personen übernimmt Ciocia Wienia diese Ausgaben teilweise oder zur Gänze. Und dieses Geld muss vollständig durch Spenden aufgebracht werden.

Also, wenn ihr könnt: Put your money where your <3 is und spendet – am besten gleich jetzt, denn es wird dringend gebraucht!

GoFundMe-Link: https://www.gofundme.com/f/support-ciocia-wienia

Den Spendenaufruf von Pro Choice Austria für Ciocia Wienia findet ihr auch auf Facebook und Instagram.

#Abtreibung #Schwangerschaftsabbruch #czarnyprotest #strajkkobiet #ProChoice #LegalnaAborcja #AborcjaBezGranic #AbortionWithoutBorders

 

Bedingungsloses Grundeinkommen

Eine Buchempfehlung:

Barbara Prainsack
Vom Wert des Menschen
Warum wir ein bedingungsloses Grundeinkommen brauchen
Antworten zur Zukunft der Arbeit und des Sozialsystems

Brandstätter Verlag

Es gibt eine europäische Initiative zur Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens zum Unterschreiben: eci-ubi.eu/

 

Der Verein „Feministische Alleinerzieherinnen“

hat eine neue Webseite: https://verein-fema.at
Schaut rein!

 

Handbuch ORGANISIERT EUCH! Zusammen die Stadt verändern

Die Urban Equipe ist ein Zusammenschluss aus Urbanist*innen, Raumplaner*innen und sonstigen Enthusiast*innen. Als Verein setzen wir uns für stärkeren Wissensaustausch und mehr Mitwirkung in der Stadtentwicklung ein.
ORGANISIERT EUCH! ist ein gemeinsames Projekt von den Kompliz*innen Urban Equipe & Kollektiv Raumstation und vielen weiteren.
ORGANISIERT EUCH! Zusammen die Stadt verändern
Inhalt: Wie können sich Kollektive organisieren, Räume finden, Entscheidungen treffen, mit Behörden umgehen und so weiter? Auf 350 Seiten haben wir die Erfahrungen von über 20 Kollektiven in Anleitungen, Vorlagen und weiteren hilfreichen Werkzeugen zusammengetragen. Wir wollen, dass dieses Wissen alle erreicht, die es brauchen. Deshalb machen wir ein Crowdfunding. Hol dir jetzt ein Handbuch und unterstütze uns dabei, die Wissens-Welle anzustoßen unter: www.crowdify.net/de/projekt/organisiert-euch

 

Solidarität mit den FZ-Frauen

Stellungnahme des FZ_26.9.20 bezüglich der geplanten Zerstörung des FZ durch die Stadt Wien
sowohl mittels eines illegitimen Mietvertrages
den der Verein WUK (Währingerstr. 59, Stiege 1-5) über das gesamt Gebäude Währingerstraße 59 und somit auch über die Räumlichkeiten des FZ (Währingerstraße 59, Stiege 6) abgeschlossen hat,
als auch mittels Sanierungsmaßnahmen des Gebäudes Währingersstraße 59, die den Profitinteressen der Stadt Wien und der kommerziellen Interessen der WUK-Betriebe dient.

Der Kampf geht weiter!
Und wir brauchen deine/eure Solidarität!!!

Weitere Informationen:

* FZ-Frauen und Freundinnen besuchten Stadträtin Gaál, um mit ihr ein öffentlikches Gespräch zu führen.
Stadträtin Gaál lässt Frauen mit Polizei und Rathauswache aus dem Rathaus räumen.
Mehr dazu auf Facebook

* Pressekonferenz 30.9.20, im Anschluss eine Gespräches mit Hr. Kovacs/MA34
Wien TV (Langfassung) auf Youtube
Kurzfassung auf Youtube

* Protestseite „FZ bleibt“ auf Facebook

* Eine Kurzfassung zur Geschichte des FZ: als pdf hier zu lesen
(veröffentlicht in der feministischen FrauenLesbenZeitschrift „Krampfader“)

* Solidaritätserklärung des WAS_Wiener ArbeiterInnenSyndicat hier

 

RED Silence Finale am 19. September 2020

Über Aikos letzten Tag lest bitte hier!

Tag 19 bei RED Silence

Heidi Ambrosch für die Plattform 20000 Frauen, Rosemarie Ertl für das Netzwerk Frauen- und Mädchenberatungsstellen Österreich, Elisabeth Klatzer für Femme Fiscal, Yasmin Lari für redsilencee, Rosa Logar für die Wiener Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Petra Paul und ich für OBRA – One Billion Rising Austria, Teresa Ulleram und noch mehr Vertreter*innen für die Allianz GewaltFREILeben! Da die meisten von uns mehrere Hüte tragen, war so der Österreichische Frauenring mit anwesend.

Hier zum Blog und den Fotos von Petra Paul

Petition „Feministisches Konjunkturpaket“

Eine Initative von Femme Fiscale. Femme Fiscale ist eine Initiative von Gruppen und Netzwerken, die sich für geschlechtergerechte Steuer- und Budgetpolitik einsetzt. Die Plattform 20000frauen ist Teil dieses Netzwerkes.

©Bettina Frenzel/Femme Fiscale

Die Kosten und Belastungen durch die Corona-Krise sind sehr ungleich verteilt. Frauen und Männer in systemrelevanten Berufen haben unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen die wichtigsten Bereiche unseres Alltags aufrechterhalten.

Besonders die meist schlecht – oder unbezahlte – Arbeit von Frauen hat uns durch die Krise gebracht. Auch den Ausfall von Schulen und Kindergärten haben oftmals Frauen durch zusätzliche unbezahlte Betreuungsarbeit kompensiert. Das hat für Frauen hohe Kosten verursacht: weniger Zeit für bezahlte Arbeit, Vielfachbelastungen, die sie an ihre Grenzen bringen und langfristig negative Folgen für ihre soziale Absicherung und Pensionen.

Die aktuelle Krisenpolitik ist blind für diese Belastungen! Jene, die weniger oder nicht von der Krise betroffen sind, werden großzügig mit Förderungen bedacht. Die Hauptbetroffenen bekommen nichts oder einmalige Bröserl ins Börserl.

Das ist menschlich und volkswirtschaftlich der falsche Weg. Fordern Sie mit uns ein feministisches Konjunkturpaket:

Weiter zur Petition!

Presseaussendung Feministisches Konjunkturpaket 24.7.2020

 

Profil: Elfriede Hammerl bringt es wieder mal auf den Punkt! Danke!

/www.profil.at/

 

WICHTIG: Petition „Die Corona-Krise darf nicht auf Kosten von Frauen gehen“

Unbedingt lesen und unterschreiben:
https://www.parlament.gv.at/SEC/Zustimmen.shtml?ityp=PET&gpCode=XXVII&inr=15

 

song „systemrelevant“

Ein unglaublich guter Song:
https://soundcloud.com/user-206501834

dank an:
christine abdel-halim (text und musik, gesang)
gabi plattner (gesang)
mo krenner (gesang)
mar_ry anegg (trompete)
elli jürschick (geige)
stefan wolf (gitarre, aufnahmeleitung)
andi schiffer (drums)

initiatorin: judith klemenc

 

14. März 2020 – 15 Jahre muslimisch-feministische Arbeit in Österreich

Statement der Plattform 20000frauen für die Gruppe „Junge Musliminnen Österreich“

Im aktuellen Spätkapitalismus werden kollektive Kämpfe fragmentiert, individualisiert und Solidaritäten in Konkurrenz-Achsen verschoben. Die Plattform 20000frauen gründete sich zur Bündelung der vielfach geforderten Frauenrechte, die in Europa des satten Westens seit mehr als 100 Jahren – unterbrochen durch die Weltkriege und Überwachungsregimes – auf konkrete Umsetzung drängen. Vielfach erkämpfe Rechte müssen immer wieder verteidigt werden. In einer weißen Hegemonie gelten Ausschlussprinzipien, die wir in einer zunehmend transnationalen Welt nicht nur in Frage stellen, sondern bekämpfen.
Die Forderungen sind immer die Gleichen: Menschenrechte als Frauenrechte, Arbeitsgleichheit, Lohnsicherheit, Abrüstung und eine feministische nachhaltige Ökonomie als weltweite Alternative zum aktuellen endzeitigen Raubtierkapitalismus im Dienste weniger Konzerne und Rüstungsindustrien; Freiheit der Körper, Gewaltlosigkeit als Lebensprinzip des Privaten Raums, Antisexismen und Antirassismen als Leitkultur des 21. Jahrhundert.
Als Feministinnen sind wir skeptisch gegenüber allen Religionen, wenn auch jede Frau das Recht auf ihren freien Glauben und die Sichtbarkeit von Symbolen ihres Glaubens hat. Wenn Religionen männliche Vorherrschaft abbilden, sind sie Gefängnisse des Geistes für Frauen, die in Freiheit leben wollen. Staatliche Vorherrschaft muss im Dienste von Fraueninteresse stehen, die alle Ebenen der Intersektionalität und damit die Verschiedenheit von Frauen als Bürgerinnen achtet. Wir wünschen unseren muslimischen Schwestern alles Gute, viel Kraft und Beharrlichkeit gegen den antimuslimischen Wind, der keine Naturgewalt, sondern Ausdruck von Chauvinismus, Nationalismus und Kleingeistigkeit ist. Wir stehen zu Euch, wir stehen mit Euch, nicht weil wir gleich sind, sondern weil wir Feministinnen sind.

Seit 2005 setzen sich die Jungen Musliminnen Österreich für Gleichstellung und Chancengleichheit ein. Das Jubiläum ist ein Anlass,
15 Jahre muslimisch-feministische Arbeit in Österreich
zu würdigen, und den Zusammenhalt zu stärken.
Wir laden Sie herzlich ein, das Jubiläum digital mit uns zu feiern!
Das Motto lautet:
Selbst. Bestimmt. Frau.
Wann: Samstag, 4. Juli 2020, 18 Uhr
Wo: Online, Link zu finden auf www.jmoe.at

 

Zugang für 24-Stunden-Betreuer*innen zu den Härtefallfonds

„Sehr geehrter Herr Bundesminister Mag. Gernot Blümel,
sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck,
in Österreich arbeiten über 60.000 24-Stunden-PersonenbetreuerInnen. Der Großteil davon sind Migrant*innen aus Ländern wie Rumänien, der Slowakei, Ungarn, Kroatien oder Polen. Sie
kümmern sich um die Eltern und Großeltern in Österreich – tags und nachts, 24 Stunden, rund um die Uhr. Sie machen eine sehr wichtige, aber auch eine sehr anstrengende und oft einsame Arbeit.
…“

Hier weiterlesen: Offener Brief DREPT

Standard-Artikel zum Thema, 29.4.2020

Petition zum Unterschreiben hier: mein.aufstehn.at

 

Große Töchter – Der feministische Podcast für Österreich

Was bedeuten Ausgangsbeschränkungen für ungewollt Schwangere? Wie kommen Frauen unter Quarantäne an einen Schwangerschaftsabbruch? Wohin kann man sich wenden? Darüber hat Beatrice Frasl mit Louise Beckershaus und Pamela Huck von Pro Choice Austria gesprochen!

Hier weiter!

 

Offener Brief der Plattform für menschliche Asylpolitik: Messehalle für Geflüchtete aus den griechischen Lagern öffnen!

Folgender offene Brief wurde an Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler, Innenminister Karl Nehammer, Gesundheitsminister Rudolf Anschober, Bürgermeister Michael Ludwig, Vizebürgermeisterin Birgit Hebein und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker geschickt: Offener Brief als pdf

Wer diesen Brief auch unterzeichnen und verbreiten möchte, kann dies hier tun:
https://mein.aufstehn.at/petitions/fluchtlinge-in-die-messehalle

 

Pro-Choice in Zeiten des Corona Virus

DRINGEND:::Unterstützungsaufruf für Schwangere in besonderen Notlagen hier:
CHANGES for women ist ein unabhängiger Verein bestehend aus Privatpersonen, der es sich zur Aufgabe macht, ungewollt Schwangere in finanziellen Notsituationen beim Zugang zu einem Schwangerschaftsabbruch schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Da wir unsere Unterstützungsleistungen zu 100% aus Spenden finanzieren sind wir besonders in diesen Zeiten dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Changes for women: Unterstützen Sie bitte jetzt hier!

ORF: ZIB-Nacht vom 14. April 2020:
Schwangerschaftsabbrüche in Corona-Zeiten

Zeitungsartikel zum Thema:
Der Standard: Coronavirus-Krise verschärft die Lage ungewollt Schwangerer

In Deutschland: #AbortionInCrisis – Sicherer Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen auch in der Corona-Krise

Nicht in Österreich oder Deutschland. Aber hier: BBC-News
Coronavirus: Home abortions approved during outbreak

Pro Choice auf Facebook!

 

20. März 2020 Femme Fiscale: Feministische Budgetrede

Je mehr wir in unser Gesundheitssystem investieren, desto mehr Menschenleben werden wir retten!

Sofort-Rettungsmaßnahmen: 1000 Posten zusätzlich für Gesundheitspersonal & 5.000,- Euro Krisenhilfe für alle Menschen in Österreich und in der EU

Hier geht es direkt zur feministischen Budgetrede!

Mehr lesen hier!

 

CORONA: Bärbel Danneberg, langjährige Aktivistin der 20000frauen, in zwei Artikeln in der Volksstimme zum Coronavirus

Huch Risikogruppe – B. Danneberg in der Volksstimme 4/20

Schmonzette – Standby-Modus – B.Danneberg in Volksstimme 4/20

 

Andere wichtige Briefe und Apelle

Brief österreichischer Künstler_innen: http://menschliche-asylpolitik.at/kein-wegsehen-kein-verschweigen-kein-krieg-und-keine-polizeigewalt-gegen-fluchtlinge

Appell von Suanne Scholl: http://menschliche-asylpolitik.at/europa-schaem-dich/

 

Text von Luise Gubitzer zum Internationalen Frauentag am 8. März 2020

Int. Frauentag 2020, Einsame Helden von Luise Gubitzer

 

Transnationale Solidarität gegen Rassismus und Krieg

https://crossbordersolidarity.com

Die Plattform 20000frauen unterstützt das Bündnis Cross Border Solidarity

Fünf Jahre nach der sogenannten „Flüchtlingskrise“ und fast vier Jahre nach dem EU-Türkei-Deal werden wir erneut Zeug*innen der Gewalt, die durch sicherheitsorientierte Migrationspolitik verursacht wird. Seit dem vergangenen Donnerstag (27.02.2020) zogen tausende Menschen in Richtung der türkisch-griechischen Grenze, nachdem angekündigt wurde, dass Migrant*innen, die Europa erreichen wollen, von türkischer Seite nicht länger daran gehindert werden. Diese Ankündigung türkischer Regierungsbeamter erfolgte nach dem Tod von 33 türkischen Soldaten in der Region Idlib. Dort hat die Eskalation des Konflikts die Zahl der zivilen Todesopfer von Tag zu Tag rapide erhöht, offenkundig wurden grundlegende Infrastruktur- und Gesundheitseinrichtungen beschossen. Die türkische Regierung hält ihre Grenzen zu Syrien geschlossen, sieht jedoch keine Schwierigkeit darin, tausende Migrant*innen vor die Türen Europas zu drängen – wo sie in einem Schwebezustand verharren.
… weiterlesen hier!

 

14.1.2020: Frauenring: „Frauen gehören nicht integriert, sondern gleichgestellt“

„Frauen gehören nicht integriert, sondern gleichgestellt“: So formuliert Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, die Kritik an der Zusammenlegung von Frauen- und Integrationsthemen in einem Ressort. Anfang Jänner übernahm Susanne Raab (ÖVP) als neue Frauenministerin die Agenden von Übergangsministerin Ines Stilling.
Hier weiterlesen im Standard!

11.1.2020: Elfriede Hammerl: Integriert euch, Frauen!

Nicht so viel matschkern. Kopftuch ablegen. Sich nach der gläsernen Decke strecken.
Die Frauenpolitik gehört jetzt zum Integrationsministerium. Das lässt drei mögliche Interpretationen zu. Die erste: Die Regierung glaubt, wir müssen uns darauf einrichten, dass sich in nächster Zeit eine neue Menschengruppe bei uns ansiedeln wird, die Frauen heißt.
Die zweite: Die Regierung weiß, dass es bei uns schon Frauen gibt, betrachtet sie aber generell als unangepasste Spezies, der es an der Fähigkeit mangelt, sich akzeptabel in die bestehende Gesellschaft einzufügen. Deswegen soll ihnen vermittelt werden, …

Elfriede Hammerls Interpretation des „Integrationsministeriums für Frauen“ hier im Profil lesen!

 

Initiative gegen Rückkehrzentren

Die Plattform 20000frauen unterstützen den Appell an die Bundesregierung, die österreichische Öffentlichkeit und die Zivilgesellschaft, menschenunwürdige Zustände in Rückkehrzentren zu beenden und die Einrichtungen jetzt zu schließen!
www.rueckkehrzentrenschliessen.org
Bitte verbreitet den Link und unterzeichnet den Appell!

 

OMAS on aIR

Seit ein paar Monaten gibt es in Salzburg die OMAS on AIR.
(radiofabrik.at – OMAS on AIR)
Sendungen zum Nachhören findet Ihr hiewr und im Archiv der freien Radios unter https://cba.fro.at/series/omas-on-air
Wir wünschen Hörgenuss!

 

#keinenmilimeter

Es geht um alles. Um die Angriffe der GegnerInnen des straffreien Schwangerschaftsabruchs: Hier unterschreiben! Dazu die Stellungnahme unserer Pro Choice- Aktivistinnen

 

Aktionsbündnis Frieden, aktive Neutralität & Gewaltfreiheit

Wir gehören dazu!
http://abfang.org

9. Februar 2014 More

14.2.2014 15.30 Uhr Kundgebung in Solidarität mit den spanischen Frauen

Presseaussendung:

Solidarität mit den spanischen Frauen – die Fristenlösung muss bleiben! / Stopp der Gewalt!

Die Plattform 20000frauen hat sich am Freitag (14.2.) bei einer Protestkundgebung vor der spanischen Botschaft in Wien mit den spanischen Frauen solidarisiert. Gemeinsam mit spanischen Aktivistinnen und Aktivisten setzten sie ein lautstarkes Zeichen gegen die geplante Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs.

„Angesichts der europaweiten Kampagnen, die Schwangerschaftsabbrüche wieder kriminalisieren wollen, ist es enorm wichtig, für dieses Anliegen wieder auf die Straße zu gehen“, so Heidi Ambrosch von der Plattform 20000frauen. Die Plattform hat einen Protestbrief auf Spanisch, Deutsch und Englisch verfasst und fordert dazu auf, diesen an die spanische Regierung zu schicken (zum Download unter: http://zwanzigtausendfrauen.at/2014/01/25-1-2014-in-solidaritat-mit-den-spanischen-frauen/).

Schwangerschaftsabbruch raus dem Strafrecht!

Auch in Österreich ist der Schwangerschaftsabbruch nach wie vor nicht legal, sondern lediglich innerhalb einer bestimmten Frist straffrei („Fristenlösung“). Die Plattform 20000frauen setzt sich für die Streichung des Schwangerschaftsabbruchs aus dem Strafgesetz ein, außerdem müssen Abbrüche endlich von der Krankenkasse finanziert und in allen öffentlichen Spitälern durchgeführt werden.

Fotos von der Kundgebung vor der spanischen Botschaft:

Kundgebung spanische Botschaft

Kundgebung vor der spanischen Botschaft

Vertreterinnen der Plattform 20000frauen haben am Freitag auch an der Aktion „One Billion Rising“ vor dem Parlament teilgenommen, die ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen setzt. „Feministische Kämpfe waren schon immer Kämpfe gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen – auch strukturelle und systemimmanente Gewalt“, so Heidi Ambrosch.

Fotos von One Billion Rising:

One Billion Rising 2014

One Billion Rising 2014

Soziale Gerechtigkeit statt Hypo-Desaster!

Die Plattform 20000frauen spricht sich besonders gegen Budgetkürzungen bei Frauenprojekten, Gewaltschutzeinrichtungen und sozialer Absicherung ein, während 19 Milliarden Euro – immerhin 6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes – zu Spekulanten in Versicherungen, Hedgefonds und an sonstige Vermögende verschoben werden. „Geld verschwindet nicht einfach, wie man es uns weißmachen will, es wechselt nur den Besitzer“, so Ambrosch.

Die Notwendigkeit einer starken Frauenbewegung, die solidarisch über alle Grenzen hinweg agiert, zeigt sich besonders in sogenannten Krisenzeiten. „Angesichts neoliberaler Politiken und rechten Vorstößen gegen Frauenrechte in vielen europäischen Ländern braucht es lautstarken feministischen Protest“, so Petra Unger von der Plattform 20000frauen. „Der Nährboden für Gewalt gegen Frauen ist soziale Ungleichheit und eine geschlechterhierarchisch organisierte Gesellschaft“, so Unger.

————————————-
Einladung zur
Protestkundgebung – Solidarität mit den Frauen Spaniens

am

Freitag, 14. Februar um 15:30 Uhr

Wo: Argentinierstraße 34, 1040 Wien

[DE]
An die spanische Regierung in Solidarität mit den spanischen Frauen:
• Die Fristenlösung muss bleiben!
• Abtreibungsverbote verletzen die Privatsphäre!
• Das Selbstbestimmungsrecht der Frauen gehört zur Menschenwürde!

[ES]
Al gobierno español en solidaridad con las mujeres españolas:
• ¡Ley de plazos, no se toca!
• ¡Prohibir el aborto viola nuestra libertad de decisión!
• ¡El derecho a decidir es parte de los derechos humanos!

Solidaritätserklärung auf Deutsch als pdf zum Download
Solidaritätserklärung auf Spanisch als pdf zum Download
Solidaritätserklärung in Englisch als pdf zum Download

An die spanische Regierung

Sehr geehrte Damen und Herren,
Mit Besorgnis verfolgen wir die Pläne der spanischen Regierung, in Sachen gesetzlicher Regelung des Schwangerschaftsabbruchs die Fristenlösung wieder rückgängig zu machen.
Ähnlich wie in Österreich und in den meisten europäischen Staaten gilt sicher auch in Spanien: Niemand wird zu einer Abtreibung gezwungen, aber genau so wenig darf die Entscheidung von Frauen gegen eine ungewollte Schwangerschaft kriminalisiert werden!
Ein europaweiter Vergleich zeigt: Liberale Regelungen des Schwangerschaftsabbruchs wie in Skandinavien oder den Niederlanden, Finanzierung von Abbrüchen durch die Krankenkasse wie in der Schweiz senken die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche! Verbote und Strafen ermutigen Frauen also keineswegs, sich für Kinder zu entscheiden. Verbote und Strafen drängen Frauen nur in die Illegalität. Und illegal durchgeführte Abbrüche sind eine ernst zu nehmende Gefahr für die Gesundheit und körperliche Integrität von Frauen.
Wir ersuchen Sie daher dringend, die Fristenlösung in Spanien beizubehalten; Regelungen des Schwangerschaftsabbruchs sind keine ideologischen Fragen, sondern pragmatische Rahmenbedingungen zur Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit von Frauen!
Das freie Recht von Frauen über ihren Körper selber zu bestimmen ist unverzichtbarer Bestandteil der Menschenwürde und der Privatsphäre.
Setzen Sie ein Zeichen für Freiheit, Selbstbestimmung und Menschenwürde!

Al gobierno español

Estimados señores y señoras miembros del gobierno:
seguimos con preocupación los planes del gobierno español para la modificación de la regulación de la interrupción del embarazo, que derogará la ley de plazos vigente.
Al igual que en Austria y en la mayoría de los estados europeos, sin duda es aplicable también en España el siguiente supuesto: del mismo modo que ninguna mujer está obligada a abortar, tampoco deberían ser criminalizadas aquellas que tomen la decisión de interrumpir un embarazo no deseado.
Un análisis comparativo en toda Europa ha revelado que las leyes más liberales para la interrupción del embarazo, como las de Escandinavia o los Países Bajos, o el aborto gratuito financiado por la Seguridad Social como en Suiza, reducen el número de abortos. Ni las prohibiciones ni las sanciones son determinantes en modo alguno a la hora de decidir si tener un hijo o no. El único efecto de las prohibiciones y las sanciones es condenar a las mujeres a abortar en la ilegalidad. Y los abortos clandestinos son una amenaza muy seria para la salud y la integridad física de las mujeres.
Por estos motivos, les instamos a mantener la ley de plazos vigente en España en la actualidad; la regulación del aborto no es una cuestión ideológica, sino un aspecto pragmático de salud sexual y reproductiva de las mujeres.
El derecho de las mujeres a decidir libremente sobre su cuerpo es un requisito indispensable como garantía de la dignidad humana y el respeto al ámbito de lo privado.
¡Demuéstrennos su respeto por la libertad, la capacidad de decisión y la dignidad humana!

To the Spanish Government

Dear Sirs and Madams,
With great concern we are following the plans of the Spanish government to repeal the abortion law making legal the termination of pregnancies.
Similar to Austria and most other European states it holds true for Spain as well: Nobody is forced to have an abortion but just as well women’s decision against unwanted pregnancies must be respected and not be criminalized!
Comparing the situation throughout Europe it is obvious: Liberal regulations of abortion such as in Scandinavia or the Netherlands, the costs for abortions being covered by the health insurance like in Switzerland are reducing the number of abortions! Bans and punishments do not encourage women to decide in favour of children. Bans and punishments only push women into illegality. And abortions carried out under illegal circumstances are a serious danger for women’s health and physical integrity.
Therefore we urgently request you to keep up the current abortion law in Spain; regulations for abortion are no ideological issues but constitute a pragmatic framework guaranteeing and promoting women’s sexual and reproductive health!
Women’s right to decide freely over their bodies is an indispensable part of human dignity and privacy.
Send a signal of freedom, self-determination and human dignity!

25. Januar 2014 More

Feministisches Satiremagazin Nr.5: MÖSERLREICH

Heft Nr.5 „MÖSERLREICH“ zum Ausdrucken:
MÖSERLREICH in A4
MÖSERLREICH in A3 (Druckvorlage für A3-Drucker)

Fakten zu Fakes: (fast) alle Artikel basieren auf realen Zahlen, Daten und Fakten aktueller österreichischer Medienberichte – siehe unten! In den Artikeln wurden zumeist lediglich die Geschlechter vertauscht, in einigen die Symbole verändert und sämtliche Namen der betroffenen AkteurInnen entfremdet. Zum Sprachgebrauch: Das angewandte generische Femininum schließt natürlich alle Männer mit ein.

Die Plattform 20000Frauen weist mit der Ausgabe dieses Satiremagazins auf die langweilige Ödnis bestehender Geschlechterregimes hin, die durch die mediale Weiterverwurstelung das ewig Gleiche wieder herstellt.
Wir erwarten uns nicht nur eine private Emanzipationsrhetorik in den Redaktionsstuben, sondern eine aktive Berichterstattung zur Förderung von realer Geschlechterdemokratie und einen kritischen Blick auf herrschende Geschlechterarrangements.

Die Plattform 20000Frauen fordert

1. Schluss mit dem allgegenwärtigen Werbesexismus und eine Kennzeichnung von Fotobearbeitung, -manipulation bei Körperdarstellungen
2. Her mit der geschlechtergerechten Sprache in den verschiedensten Mediensparten
3. Mehr (Vor)Bilder von starken, selbst bestimmten und verschiedenen Frauen in der Öffentlichkeit – nicht nur Fokussierung auf reich&schön versus (Unterschicht-)Opfer & namenlos
4. und einer geschlechtersensiblen Repräsentation von Frauen in den Medien, andernfalls Streichung der einschlägigen Fördermittel wie Presse- oder Publizistikförderung
5. eine Neubewertung des Nachrichtenwertes muss her: Frauenpolitische Themen müssen auch abseits von wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Zusammenhängen als dringlich erachtet werden
6. für eine deutlich emanzipatorische Medienpolitik & eine Förderung kritischer feministischer Berichterstattung
statt der Banaliät der Kleinformate und Gratisblätter!

AUS mit der bewusstlosen male-stream Berichterstattung in diesem Land.
Beteiligt Euch. Schreibt. Lest. Mischt Euch ein!

Fakten zu Fakes für MÖSERLREICH Nr. 5

Seite 6: „Frauenpower stoppt Räuber“, „Heute“, Oktober 2013

Seite 4: Prinz William im Babystress:
„Herzogin Kate mit grauen Haaren: Keine Zeit zum Färben?“

Seite 6: Schluss mit dem Hoden-Bonus:
„Schluss mit Titten-Bonus“

Seite 8: Schweden:
„Kinos führen Bechdel-Test ein“

Seite 7: Österseicht:
„Mein erster (und letzter) Tag in der ÖSTERREICH-Redaktion“

Seite 8: Cyrus:
„US-Expertin: Cyrus ist psychisch krank“

Seite 1: Korruptionsland Österreich:
Heute, Mi, 4.12.Nr.2322, S6, Originaltitel Österreich korrupter als Uruguay, Barbados & Co

Seite 6: Opas gegen Müll
Heute, Mi, 4.12.Nr.2322, S6, Originaltitel Omis Rezepte gegen die Verschwendung

Seite 2: Grüne Nachwahl-Depressionen – Versatzstücke aus Presse, Kurier und Standard ab 2.10.

Seite 4: Traumberuf Topmodell
Sammelsurium aus Heute, Österreich und Kronen Zeitung, Anregung konkret durch Kampagne ‚Allure‘ von Toni Garrn (Freundin von Leonardo DiCaprio), Nacktkampagne, bekleidet durch ein Parfümfläschchen (Kosten: 6.500 Eura), siehe Heute, Mi, 4.12. Nr. 2322, S3)

Seite 5: Hobbyproduktion Raketenbau:
Originalquelle (fast C&P) aus REd Bulletin, Oktober 2013, S 74-81, Originaltitel: Space Cowboys

Seite 7: ORF Kundinnendienst Info:
Komplett Fake, allerdings mit zwei Fakten angereichert: Zitate Albert Weisser (= Alice Schwarzer) sind leicht entfremdete O-Töne (entnommen der Veranstaltung ‚Liebhaberinnen des Radikalen‘ am 26.10.2013 um 20-22Uhr im Wiener Kosmos Theater), die kritischen Gesichts- und Kleidungskontrollen beziehen sich üblicherweise auf weibliche Politikerinnen und Journalistinnen und entsprechen dem Alltag von in der Öffentlichkeit stehenden Frauen und ihrer Abwertung bezüglich Äußerlichkeiten….

Besprechung von Möserlreich in dieStandard.at

23. Dezember 2013 More

Smartmob zu Koalitionsverhandlungen, 10.12.2013 um 10.12 Uhr

Ohne Frauen ist kein Staat zu machen – Plattform 20000frauen und Frauenring protestieren am Ballhausplatz

Gender Bugdeting statt Anhebung des Frauenpensionsalters

„Ohne Frauen ist kein Staat zu machen“, mit diesem Slogan protestierten heute Dienstag Vertreterinnen der Plattform 20000frauen und des Frauenrings vor dem Bundeskanzleramt in Wien. Die Aktivistinnen kritisierten im Rahmen des Smartmobs die Missachtung von Frauenpolitik in den Regierungsverhandlungen und forderten ein eigenständiges Frauenministerium und die Implementierung von Gender Budgeting. Zu der Protestaktion waren Verkehrsschilder wie „Achtung, Baustelle“ und „Einbahnstraße“ mitgebracht worden. „Ob in der Ausbildung, im Beruf, familiär – Frauen stoßen immer wieder auf Einbahnen, Sackgassen, Halteverbote. Deswegen brauchen wir die Aufwertung frauenpolitischer Agenden innerhalb der Regierungsarbeit“, sagte Heidi Ambrosch von der Plattform 20000frauen.

Auf selbst gestalteten Geldscheinen, den „Euras“, die von den Aktivistinnen verteilt wurden, sind Zahlen gedruckt, die die Benachteiligung von Frauen in Österreich thematisieren: Frauen sind häufiger armutsgefährdet und arbeiten durchschnittlich vier von zehn Stunden unbezahlt. 2013 haben Frauen zudem durchschnittlich 23,2 Prozent weniger verdient als Männer. Besonders schwer haben es Alleinerzieherinnen: Fast die Hälfte von ihnen (47 Prozent) ist in Österreich armutsgefährdet.

„Diese Fakten zeigen, dass Österreich von einer Gleichstellung von Frauen und Männern noch weit entfernt ist. Umso wichtiger ist es, dass Frauenpolitik von den Regierungsparteien ernst genommen und ein finanziell gut ausgestattetes Frauenministerium installiert wird“, so Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings. „Das Frauenvolksbegehren hat noch die Hälfte der Macht und des Geldes für die Frauen gefordert, wir fordern ohnehin nur mehr ein Ministerium und ein Prozent des Budgets – aber vielleicht sollten wir wieder mehr fordern? Lauter werden? Bei der nächsten Aktion würd ich gern mit ganz vielen Frauen auf der Straße sein, damit sie uns nicht mehr übersehen und überhören können, die grauen Regierungsmänner!“, so Brigitte Hornyik von der Plattform 20000frauen. Auch gegen die geplante Anhebung des Frauenpensionsalters sprechen sich der Frauenring und die Plattform 20000frauen aus. Derzeit gehen fast die Hälfte aller Frauen aus der Arbeitslosigkeit oder Invalidität in Pension, eine solche Maßnahme würde die Situation für Frauen, die ohnehin häufiger armutsgefährdet sind, weiter verschärfen.

Aufruf zu Smartmob:
Kein Koalitionspakt ohne Frauenpolitik – Genderbudgeting jetzt!

Frauenpolitik ist bisher in den Verhandlungen von SPÖ und ÖVP unsichtbar. Falls von Frauen zufällig doch kurz die Rede ist, dann in der Diktion von Sparpolitik und Pseudo-Gleichstellung (Anhebung des Frauenpensionsalters ohne Maßnahmen zur Erwerbssicherheit) statt Maßnahmen der Umverteilung und des Gender Budgetings zu paktieren.

Am Dienstag, den 10.12.2013 lädt die Plattform 20000frauen gemeinsam mit dem österreichischen Frauenring zu einem Smartmob um 10:12 Uhr vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz ein.

Ohne Frauen ist kein Staat zu machen!

Dienstag, den 10.12.2013 um 10.12 Uhr
Ballhausplatz, vor dem Bundeskanzleramt

Wir fordern

ein eigenständiges Frauenministerium, ausgestattet mit 1 % des Gesamtbudgets (770 Millionen von 77 Milliarden) statt bisheriger BKA-Sub-Organisation mit Körberlgeld!

Geldverteilung findet statt – wir fangen damit an! Eura-Noten erstmalig in Österreich! Solange der Vorrat reicht.

Kontakt: presse@20000frauen.at, office@20000frauen.at

Bilder von Smartmob hier:

20000frauen-smartmob 10.12.2013

Gemeinsamer Smartmob von 20000frauen und Frauenring vor dem Bundeskanzleramt

10. Dezember 2013 More