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Mehr für Care

Entwickeln wir gemeinsam Strategien zur Stärkung einer Wirtschaft, die für alle sorgt

Interaktive Online Konferenz
11. und 17. Februar 2021, jeweils 16.00 bis 20.00

Es ist höchste Zeit für Veränderung: Die Regierung nimmt derzeit viel Geld in die Hand, aber jene, die es am dringendsten brauchen – unter anderem Alleinerzieher*innen, Pflegekräfte, „Systemerhalter*innen“ – erhalten davon kaum etwas. Wie kann es sein, dass vor allem Frauen*, die noch mehr Lasten als bisher schultern, jetzt im Stich gelassen werden und schauen müssen, wie sie über die Runden kommen? Wir nehmen das nicht weiter hin! 

Details zu Inhalt und Programm -> hier als pdf zum Anschauen und Downloaden

25. Januar 2021 More

Erwartungen an eine Wiener Stadtregierung

Was Frauen von einer zukünftigen Wiener Stadtregierung erwarten:

• Eine umfassende Berücksichtigung der Bedürfnisse von Frauen betreffend der Nutzung öffentlicher Räume: Verbreiterung der Gehwege, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Lärmreduktion, sichere und breitere Radwege/Radstreifen, längere Ampelphasen, Sitzgelegenheiten, sichere Schulwege sowie alle Maßnahmen zur Reduzierung des Platzverbrauchs des Individualverkehrs zur Gewährleistung einer fairen Verteilung öffentlicher Flächen.

• Schwangerschaftsabbrüche in allen öffentlichen Spitälern in Wien, Kostenübernahme durch einen Fonds der Gemeinde Wien. Kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln in Schulen und Beratungsstellen in Wien, inklusive Pille danach.

• Die demografische Entwicklung ist gesundheitspolitisch besonders für Wien eine Herausforderung, insbesondere in der Pflege, die zu 80% weiblich ist. Wir brauchen ein Pflegekonzept, das den Anforderungen der Zukunft gerecht wird durch: Ausbau der Ausbildungsmöglichkeiten für Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz und der akademischen Ausbildung. Kinderbetreuung, die den Lebensrealitäten des medizinischen Personals entspricht und Burnoutprävention. Neukonzept der 24h Betreuung: durch finanzielle und logistische Ressourcen im stationären-, und extramuralen Bereich. (1:1 Pflege im Rahmen einer 24 Stunden Betreuung ist nicht leistbar und führt zu Ausbeutung von Frauen aus den Nachbarländern). Community-Nurse in jedem Bezirk.

• Mehr Geld für Frauenförderung: Frauenberatungsstellen wie auch andere Frauenorganisationen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter und unterstützen viele Frauen und Mädchen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Um den tatsächlichen Bedarf langfristig abzusichern, braucht es Mehrjahresverträge, eine jährliche Indexanpassung der Förderhöhen sowie zusätzliche Mittel für neue Vereine und Projekte. Im Speziellen braucht es dabei auch eine langfristige Absicherung aller Einrichtungen, die in der Gewaltprävention und im Gewaltschutz tätig sind.

• Weiterführung und Aufwertung der Wiener Werbewatchgroup gegen Sexismus in der Werbung.

25. Januar 2021 More

Petition: Feministisches Konjunkturpaket

Die Kosten und Belastungen durch die Corona-Krise sind sehr ungleich verteilt. Frauen und Männer in systemrelevanten Berufen haben unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen die wichtigsten Bereiche unseres Alltags aufrechterhalten.

Besonders die meist schlecht – oder unbezahlte – Arbeit von Frauen hat uns durch die Krise gebracht. Auch den Ausfall von Schulen und Kindergärten haben oftmals Frauen durch zusätzliche unbezahlte Betreuungsarbeit kompensiert. Das hat für Frauen hohe Kosten verursacht: weniger Zeit für bezahlte Arbeit, Vielfachbelastungen, die sie an ihre Grenzen bringen und langfristig negative Folgen für ihre soziale Absicherung und Pensionen.

Die aktuelle Krisenpolitik ist blind für diese Belastungen! Jene, die weniger oder nicht von der Krise betroffen sind, werden großzügig mit Förderungen bedacht. Die Hauptbetroffenen bekommen nichts oder einmalige Bröserl ins Börserl.

Das ist menschlich und volkswirtschaftlich der falsche Weg. Fordern Sie mit uns ein feministisches Konjunkturpaket:

Eine Initative von Femme Fiscale. Femme Fiscale ist eine Initiative von Gruppen und Netzwerken, die sich für geschlechtergerechte Steuer- und Budgetpolitik einsetzt.

Mit dabei sind unter anderem: Attac, Österreichischer Frauenring, Plattform 20000frauen, Katholische Frauenbewegung Österreichs, Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, OBRA – One Billion Rising Austria, WIDE – Entwicklungspolitisches Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven

23. Juli 2020 More

LAUTER Frauen* LAUTER! Rollende Demo für Frauenrechte.

Umverteilung statt Applaus! Der Krise mit einer feministischen Wende begegnen!

Wie so oft sind es auch im Fall der Corona-Pandemie Frauen, die die Krise schultern: Sie leisten Knochenarbeit in der Pflege, im Handel und in der Reinigung – und übernehmen zusätzlich den großen Teil der unbezahlten Care-Arbeit. Besonders hart trifft die Krise Alleinerzieherinnen, Frauen mit Behinderungen, Sexarbeiterinnen und Migrantinnen in prekären Arbeitsverhältnissen – all jene, für die (Mehrfach-)Diskriminierung schlichtweg Alltag ist.

Während die Politik Rettungspakete für Konzerne schnürt, ist ein frauenpolitischer Krisenplan nicht in Sicht. Wir sagen: Ein wenig Applaus reicht uns nicht. Wir wollen kein Zurück zum patriarchalen „Normalzustand“, wir wollen eine feministische Wende!

Wir fordern daher eine radikale Arbeitszeitverkürzung, ein neues Wirtschaften und einen Sozialstaat, der Frauen nicht in die Altersarmut treibt. Wir fordern umfassende Investitionen in den Gewaltschutz und einen freien Zugang zum Schwangerschaftsabbruch. Wir fordern eine Aufwertung bezahlter und Umverteilung unbezahlter Care-Arbeit!

Wir müssen sichtbar und hörbar werden und unseren Protest auf die Straße tragen!

LAUTER Frauen* LAUTER! Rollende Demo für Frauenrechte.

NICHT MIT UNS! WIR LASSEN UNS NICHT ROLLEN!

Fahrräder, Rollstühle, Rollschuhe, Rollerskates, Rollatoren, … wir werden rollen und gehen, wir wollen laut und sichtbar sein und auf unsere Anliegen, die durch die Corona-Krise keinesfalls weniger geworden sind, aufmerksam machen. Genauere Infos über Route und Abschluss, auch mit Zwischenstationen, wo dazustoßen kann, wer nicht die ganze Strecke schafft, folgen!

9. Juli 2020 More

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Danke!

25. April 2020 More

Femme Fiscale: Feministische Budgetrede am 20. März 2020

Budgetpolitik für alle!

Pressemitteilung 20. März 2020
Femme Fiscale: Feministische Budgetrede – Je mehr wir in unser Gesundheitssystem investieren, desto mehr Menschenleben werden wir retten!

Sofort-Rettungsmaßnahmen: 1000 Posten zusätzlich für Gesundheitspersonal & 5.000,- Euro Krisenhilfe für alle Menschen in Österreich und in der EU

Die Femme Fiscale, eine Initiative von Gruppen und Netzwerken, die sich unter dem Motto „Budgetpolitik für alle“ für eine geschlechtergerechte Steuer- und Budgetpolitik einsetzt, hat am Freitag eine Feministische Budgetrede im Netz veröffentlicht. „Jetzt zeigt sich, was für ein wichtiger Rettungsanker unsere Steuergelder für uns alle sind!“, so Elisabeth Klatzer von der Femme Fiscale, „in dieser Krise wird klar, was das wichtigste für alle Menschen ist: Gesund und gut versorgt leben können. Wir Frauen wollen eine gerechte Budgetpolitik – für ein gutes Leben für alle! Das heißt auch, gerechte Gestaltung der Unterstützungen und Hilfszahlungen.“

Es zeige sich, dass die insbesondere Frauen die „Leistungsträgerinnen“ der Wirtschaft und Gesellschaft sind, Kassiererinnen, als Reinigungskräfte, zu Hause bei den Kindern, im Spital, so Klatzer weiter. Ein Dankeschön reiche nicht, es gehe darum, „diesen Leistungsträger*innen und „Airbags in der Krise“ endlich faire Löhne zu bezahlen“.

Neben der Forderung, die Kürzungspolitik im Gesundheitswesen zurückzunehmen und 1000 neue Stellen für Gesundheitspersonal zu finanzieren, lässt Femme Fiscale mit der Forderung aufhorchen, allen Menschen in Österreich und der Eurozone – 5.000,- Euro auszuzahlen; diese Forderung geht an die Europäische Zentralbank. „Anstatt Tausende Milliarden an Banken und Finanzinstitutionen über den Aufkauf von Anleihen und Aktien zu verschenken, und damit das Vermögen der Übereichen in die Höhe zu treiben“ lautet der Vorschlag „Die Europäische Zentralbank gibt jetzt allen Menschen einen Zuschuss von 5.000 € – Bei uns ist das Geld gut investiert. Und hilft allen, uns und der Realwirtschaft!“, so die Femme Fiscale in der Budgetrede.
Die Unterstützungsmaßnahmen mit dem Steuergeld aller werden begrüßt, „Aber: Es darf keine Unterstützung für jene Unternehmen geben, die jetzt – trotz großzügiger Kurzarbeitsregelung – ihre Mitarbeiter*innen auf die Straße setzen! Keine Unterstützung für Unternehmen, die keine oder wenig Steuern zahlen, weil sie ihre Gewinne in Steuersümpfen parken!“ so Elisabeth Klatzer, „Wir brauchen das Geld dringend für jene, die solidarisch sind!“

Text der Feministischen Budgetrede – es gilt das gesprochene Wort

Liebe Menschen in Österreich!

Jetzt zeigt sich, was für ein wichtiger Rettungsanker unsere Steuergelder für uns alle sind!

Der Finanzminister hat seine Budgetrede im Parlament zwar abgeblasen, aber wir Frauen sagen: Das Budget ist wichtig. Auch jetzt! Gerade jetzt! Also springen wir mit unserer feministischen Budgetrede für den Finanzminister ein.

Jetzt, in dieser Krise wird klar, was das wichtigste für alle Menschen ist: Gesund und gut versorgt leben können. Wir Frauen wollen eine gerechte Budgetpolitik – für ein gutes Leben für alle! Das heißt auch, gerechte Gestaltung der Unterstützungen jetzt.

Jetzt sehen wir, wer unsere Gesellschaft aufrecht erhält, welche Institutionen tatsächlich systemrelevant sind! Wir sehen die im Schatten, die man für gewöhnlich nicht sieht! Sie sind schlecht oder gar nicht entlohnt. Dennoch, sie sind die „Leistungsträgerinnen“ unserer Wirtschaft und Gesellschaft! Die „Airbags“ in der Krise!

Gerade Frauen – und natürlich auch viele Männer – sind bereit, alles zu geben: Als Kassiererinnen, als Reinigungskräfte, zu Hause bei den Kindern, im Spital, und und und … Ein Dankeschön ist wichtig und schön. – Aber, seien wir uns ehrlich, das Danke bleibt Schall und Rauch, wenn nicht endlich diesen Leistungsträger*innen faire Löhne gezahlt werden!

Unser Gesundheitssystem wurde im Zuge einer beinharten Kürzungspolitik jahrelang krankgespart, Spitalsbetten verringert, weniger Personal, lange Wartezeiten …; angebliche Patientenmilliarden und Reformen haben weder dem Gesundheitspersonal noch den Patient*innen etwas gebracht!

Erkennen wir die Notwendigkeiten der Stunde: Wir fordern 1000 zusätzliche Stellen in der Gesundheit! Jetzt brauchen wir mehr Gesundheitspersonal und nicht die tausenden neuen Polizeistellen, die die Regierung beschließen will! Setzen wir jetzt unsere Prioritäten richtig! Machen wir die Versäumnisse der letzten Jahre wieder gut! Denn Kürzen im Gesundheitsbereich heißt uns alle krankzusparen. Je mehr wir in unser Gesundheitssystem investieren, desto mehr Menschenleben werden wir retten!

Unser Budget, finanziert mit unseren Steuerbeiträgen, ist jetzt ein wichtiger Rettungsanker für uns alle! Zeigen wir mit dem Budget eine Politik des Zusammenhalts und der Solidarität:

– Ja, ersetzen wir allen Menschen den Einkommensentfall, besonders jenen, die am prekärsten arbeiten, die gerade arbeitslos geworden sind, den EPUs und kleinen Betrieben, jenen, die sich von einem Auftrag zum nächsten gerettet haben. Und speisen wir sie nicht mit Almosen ab. Für alle Selbständigen Rechtsanspruch auf Arbeitslosengeld.

– Was den Menschen jetzt wirklich hilft?

  • Ein Aussetzen der Mietzahlungen
  • Eine staatliche Übernahme der Gebühren für Strom und Gas
  • Ein Zuschuss von 5.000,- € für alle in Österreich lebenden Menschen, ja für alle in der Eurozone lebenden Menschen
    ° Klingt utopisch? Ist es nicht! Die Europäische Zentralbank hat in den letzten Jahren Tausende Milliarden Euro (unvorstellbare 3 Billionen Euro) an Banken und Finanzinstitutionen verschenkt, indem sie Anleihen und Aktien aufgekauft hat. So wurden deren Kurse – und damit das Vermögen der Übereichen – in die Höhe getrieben.
    ° Besser: Die Europäische Zentralbank gibt jetzt allen Menschen einen Zuschuss von 5.000 € – Bei uns ist das Geld gut investiert. Und hilft allen, uns und der Realwirtschaft!

– Ja, Unterstützung braucht es, ABER:

  • Es darf keine Unterstützung für jene Unternehmen geben, die jetzt – trotz großzügiger Kurzarbeitsregelung – ihre Mitarbeiter*innen auf die Straße setzen!
  • Keine Unterstützung für Unternehmen, die keine oder wenig Steuern zahlen, weil sie ihre Gewinne in Steuersümpfen parken!
  • Wir brauchen das Geld dringend für jene, die solidarisch sind!

Sorgen wir für jene Menschen, die besonderen Schutz brauchen!

  • Derzeit sind Frauen verstärkt häuslicher Gewalt ausgesetzt. Erhöhen wir endlich das Frauen- und das Gewaltschutzbudget auf mindestens 210 Millionen €; das ist im Vergleich nicht viel, aber dieses Geld kann Leben retten!
  • Und vergessen wir in der aktuellen Situation nicht auf Menschen, die um ihr nacktes Überleben kämpfen, Geflüchtete, schutzsuchende Menschen werden von der EU und unserer Regierung eiskalt an der Grenze ausgesperrt. Bleiben wir menschlich: 100 Millionen Hilfe. Soforthilfe, um die menschliche Katastrophe in Griechenland zu mildern. Und: nehmen wir Menschen auf, gewähren wir Asyl!

Und sobald die unmittelbaren Herausforderungen überwunden sind, braucht es einen Kurswechsel. Ein großes Investitionspaket, das ein solidarisches, ökologisches, an Zusammenhalt, Versorgung und Gemeinwohl ausgerichtetes Wirtschaften stärkt. Ein Wirtschaften, das die Sorge für ein gutes Leben aller ins Zentrum stellt!

Wir alle tragen mit unseren Steuern die Finanzierung der Unterstützungsmaßnahmen!

Es ist allerhöchste Zeit, dass auch die Reichen in Österreich endlich einmal einen gerechten Beitrag leisten. Wir sagen: Vermögenssteuer jetzt! Erbschaftssteuer jetzt! Endlich gerechte Beiträge von den Überreichen, die so viel mehr haben, als es für ein gutes Leben braucht. Das hat jetzt Priorität, Herr Finanzminister!

Denken immer wir daran, was wirklich zählt im Leben aller Menschen:

Gesund leben. Gut versorgt leben.

Setzen wir unser Steuergeld für die Dinge ein, die wirklich wichtig sind.

Wir Frauen für eine gerechte Budget- und Wirtschaftspolitik – für ein gutes Leben für alle!

Link zur Videoaufnahme der feministischen Budgetrede: https://www.youtube.com/watch?v=cQb1YlJBI58

* „Femme Fiscale“ ist eine Initiative von Gruppen und Netzwerken, die sich für geschlechtergerechte Steuer- und Budgetpolitik einsetzt. Mit dabei sind unter anderem FeministAttac, Attac, Frauenring, Plattform 20.000 Frauen, Katholische Frauenbewegung Österreichs, Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, OBRA – One Billion Rising Austria, WIDE. www.facebook.com/femmefiscale

Für Rückfragen: Elisabeth Klatzer, Tel.: 0650 5050565, elisabeth.klatzer@gmx.net

20. März 2020 More

Common Statement: Transnational solidarity against racism and war!

Die PLattform 20000frauen unterstützen folgendes Statement:
https://crossbordersolidarity.com

Fünf Jahre nach der sogenannten „Flüchtlingskrise“ und fast vier Jahre nach dem EU-Türkei-Deal werden wir erneut Zeug*innen der Gewalt, die durch sicherheitsorientierte Migrationspolitik verursacht wird. Seit dem vergangenen Donnerstag (27.02.2020) zogen tausende Menschen in Richtung der türkisch-griechischen Grenze, nachdem angekündigt wurde, dass Migrant*innen, die Europa erreichen wollen, von türkischer Seite nicht länger daran gehindert werden. Diese Ankündigung türkischer Regierungsbeamter erfolgte nach dem Tod von 33 türkischen Soldaten in der Region Idlib. Dort hat die Eskalation des Konflikts die Zahl der zivilen Todesopfer von Tag zu Tag rapide erhöht, offenkundig wurden grundlegende Infrastruktur- und Gesundheitseinrichtungen beschossen. Die türkische Regierung hält ihre Grenzen zu Syrien geschlossen, sieht jedoch keine Schwierigkeit darin, tausende Migrant*innen vor die Türen Europas zu drängen – wo sie in einem Schwebezustand verharren.

Migrant*innen und Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und mehreren afrikanischen Ländern haben die Grenzgebiete Edirne, Çanakkale und İzmir erreicht. Einige wurden mit Bussen von Gemeinden dorthin gebracht, andere mit privaten Taxis oder zu Fuß. In der Region Edirne wurde ihnen von den türkischen Behörden gestattet, ins Grenzgebiet zu gelangen, doch die griechischen Polizeikräfte verhinderten den Grenzübertritt mit Tränengas und Blendgranaten. Gleichzeitig beschränkten die türkischen Behörden den Zugang für Journalist*innen und Reporter*innen. Diejenigen Migrant*innen und Asylsuchenden, die in der Grauzone zwischen den beiden Staaten festsitzen, im starken Regen und mit nur wenig Nahrungsmitteln, riefen nach der Öffnung der Grenzen. Einige derjenigen, die die Landgrenze erreichen, wurden von den Behörden angewiesen, trotz gefährlicher Wetterbedingungen auf den Seeweg zu gehen.

In Griechenland verschlechtert sich die Situation ebenfalls. Die Regierung hat kürzlich ein neues, strengeres und noch unmenschlicheres Asylgesetz verabschiedet, das die Inhaftierung aller neu ankommenden Asylbewerber bei ihrer Ankunft auf griechischem Gebiet vorsieht. In den vergangenen Tagen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Menschen aus Orten auf den Inseln Chios und Lesbos mit der Bereitschaftspolizei, als dort neue Hafteinrichtungen errichtet werden sollten. Unter der Belastung der sogenannten „Flüchtlingskrise“ seit dem EU-Türkei-Deal protestieren die Menschen gegen die Verschlechterung ihrer eigenen Lebensbedingungen und gegen die Lebensbedingungen der dort Asylsuchenden gleichermaßen. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus haben jedoch nie aufgehört, Teil des öffentlichen Diskurses zu sein. Als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse haben griechische Regierungsbeamte ihrerseits Hass und Angst geschürt, indem sie den Mythos einer Invasion von „Illegalen“ auf Geheiß ihres Nachbarlandes verbreitet haben.

Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und ihre Normalisierung müssen überall bekämpft werden, wo sie erscheinen, sei es in der Türkei, in Griechenland oder anderswo. Die Instrumentalisierung des Lebens von Migrant*innen, Asylbewerbern und Geflüchteten, welche auf eine Bedrohung und einen Faustpfand reduziert wurde, muss beendet werden. Sowohl in nationalen Wahlkämpfen, als auch in den Beziehungen zwischen der türkischen Regierung und der EU. Eine Sicherheitspolitik, die tausende bereits Vertriebener in einen Schwebezustand treibt, und die Grenzregime, die einen endlosen Kreislauf der Gewalt gegen Migrant*innen, Asylbewerbern und Geflüchteten mitverursachen, müssen damit aufhören. Was wir fordern, sind Frieden, Grundrechte und die Freiheit aller Menschen, die in Bewegung sind.

Grenzen töten, öffnet die Grenzen!
Stoppt den Krieg gegen Geflüchtete und Migrant*innen!
Transnationale Solidarität gegen Rassismus und Krieg!
Für eine freie Welt ohne Grenzen, Ausbeutung und Exil.

4. März 2020 More

Nationalratswahl 2019 – Feministische Themen

Die Plattform 20000frauen möchte der zu 52% weiblichen Bevölkerung einen Überblick über die zu erwartende Frauenpolitik der zur Nationalratswahl antretenden Parteien geben. Daher haben wir einen Fragebogen ausgeschickt, in dem wir um Beantwortung folgender Fragen bitten:

Würden Sie folgende 3 Punkte zur Koalitionsbedingung machen, falls Sie nach der Wahl gemeinsam mit einer anderen bzw. mehreren Parteien eine Regierung bilden?

– Keine Einschränkungen bei der gesetzlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruchs (z.B. verpflichtende Wartezeit, Beratungszwang, Verkürzung der Frist usw.)
– Frauenministerin als Teil der Regierung und eine Verdreifachung ihres Budgets
– Keine Abschaffung der Notstandshilfe und Nachbesserung bei der ‚Sozialhilfe neu‘/Wiedereinführung der Mindestsicherung

Weitere frauenpolitische Fragen:

• Soll der Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden?
• Soll es eine Unterhaltssicherung für die Kinder Alleinerziehender geben?
• Wie wollen Sie Frauenarmut konkret bekämpfen und soll es eine Existenzsicherung für alle unabhängig von Erwerbsarbeit geben? Wenn ja, in welcher Höhe?
• Wie stehen Sie zur gesetzlichen Verankerung geschlechtsspezifischer Fluchtgründe? Soll es eine erleichterte Familienzusammenführung geben? Welche speziellen Gewaltschutz-Maßnahmen sollen für geflüchtete Frauen zur Verfügung stehen?
• Unterstützen Sie das bisherige sogenannte Ministerziel, zumindest 50 Prozent der Fördermittel des Arbeitsmarktservice im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik für Frauen zu verwenden? Wie stehen Sie zu zum neuen Vermittlungsalgorithmus des AMS?
• Würden Sie die Finanzierung einer neuen Zeitbudget-Studie unterstützen, um dringend notwendige Daten zur unbezahlten Arbeit in Österreich zu erlangen?

Fragebogen 20000frauen zur Nationalratswahl 2019 als pdf

Die Fragen gingen an alle 8 österreichweit antretenden Parteien:

Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei (ÖVP)

Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)

Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)

NEOS – Das Neue Österreich (NEOS)

JETZT – Liste Pilz (JETZT)

Alternative Listen, KPÖ Plus, Linke und Unabhängige (KPÖ)

Die Grünen – Die Grüne Alternative (GRÜNE)

Wandel – Aufbruch in ein gemeinwohlorientiertes Morgen mit guter Arbeit, leistbarem Wohnen und radikaler Klimapolitik. Es gibt viel zu gewinnen. (WANDL)

Hier sind die Antworten auf unseren Fragebogen zur Nationalratswahl 2019

14. September 2019 More

Bildergalerie Frauenpunkt am Volksstimmefest 2019

Fotos: ©Bettina Frenzel

2. September 2019 More

8. März 2019 – Intern. Frauentag

Zwei Demos in Wien:
16.30 h Broda-Platz/Mariahü
FrauenLesbenMigrantinnen-Demo
Auftaktkundgebung ab 16.30 h mit Berichten zum Frauenstreik, und Redebeiträgen und Performances zum 8. März.
Demo ab 18 h über die Mariahilferstraße bis zum Platz der Menschenrechte.

Demo „Internationaler Feministischer Kampftag“ am 8. März 2019 um 17:00 Uhr in Wien Mitte! Die Abschlusskundgebung wird am Held*innenplatz stattfinden, welcher vor allem in letzter Zeit immer wieder als Ort des Widerstands durch linke, feministische und antirassistische Kundgebungen, Demos und Veranstaltungen angeeignet wurde.

8. März 2019 More

One Billion Rising 14.2.2019

alle Fotos ©20000frauen!

15. Februar 2019 More

Sonnenkabinett 15. Februar 2019 Fotogalerie

alle Fotos: © Sonnenkabinett / 20000frauen

15. Februar 2019 More

Sonnenkabinett 15.2.2019

Presseaussendung

„Sonnenkabinett“ am Wiener Heldenplatz: Frauen präsentieren „Ministerien für ein gutes Leben für alle“

Feministischer Gegenentwurf zur aktuellen Politik der Spaltung und Profitgier vorgelegt

Wien, 15.2.2019  100 Jahre nach dem Einzug der ersten Frauen in das österreichische Parlament am 16. Februar 1919 haben am Freitag, 15. Februar 2019, die „Plattform 20.000 Frauen“ und eine Vielzahl unterstützender Frauenorganisationen eine Wende in der aktuellen Politik eingemahnt, die auf „Egoismus, Spaltung und Ausgrenzung“ basiere und das Recht von Frauen, Männern und Kindern auf ein gutes Leben einschränke. Einen feministischen Gegenentwurf zu neoliberalen Politikkonzepten, insbesondere zur gegenwärtigen österreichischen Regierungspolitik, präsentierten die Frauen mit der Einberufung eines „Sonnenkabinetts“, das am Freitagvormittag im Eingang der Nationalbibliothek am  Wiener Heldenplatz zum ersten Mal zusammengetreten ist. „Ministerinnen“ des Kabinetts stellten der Öffentlichkeit und Medien Inhalte und Maßnahmen alternativer Ministerien vor, darunter Ministerien „für Wohlbefinden und Gutes Leben“, „Demokratie und Bildung für alle“, „Kreativität und künstlerische Freiheit“, „Öffentliche Ressourcen in Fülle“, „Solidarisches Wirtschaften“ und „Frieden und solidarische Kooperation weltweit“. „Das Sonnenkabinett tritt ein für ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes und gutes Leben für alle“, so Heidi Ambrosch von der „Plattform 20.000 Frauen“ zum Auftakt der Präsentation.

Das feministisch geprägte Gesellschaftsbild, das Ambrosch als „Ministerin für Wohlbefinden und Gutes Leben für alle“ ihren Ausführungen voranstellte, beruhe auf einem „Verständnis von einer Gesellschaft, in der alle Menschen in unterschiedlicher Intensität zu unterschiedlichen Lebenszeiten sowohl als Fürsorgebedürftige als auch als fürsorgend Tätige und Mitgestaltende wahrgenommen werden“. Zu den Maßnahmen, die daraus resultierten, gehörten „der garantierte Zugang aller zu materieller Grundsicherung und guten öffentlichen Leistungen“, die Bereitstellung einer „sozialen Infrastruktur, die mit Beteiligung der Betroffenen gestaltet wird“ – Bildung, Gesundheitsversorgung, öffentlicher Verkehr, sozialer Wohnbau, Beratungsstellen -, eine Arbeitsmarkt- und Arbeitszeitpolitik, die „alle Arten von Arbeit in den Blick nimmt, neu bewertet und ermöglicht“ sowie die Förderung von Aktivitäten, die den sozialen Zusammenhalt stärken, u.a. Gemeinwesenzentren, BürgerInnen-Initiativen, Interessenvertretungen und Selbsthilfegruppen.

Margit Appel, „Ministerin“ für „Demokratie und Bildung für alle“, erinnerte daran, dass Demokratie „immer wieder gelernt“ werden müsse. Partizipation setze „emanzipatorische“ und „geschlechtersensible Bildung“ voraus, so Appel im Rückblick auf jene Frauen, „die sich das Wahlrecht und den Zugang zur Bildung hart erkämpft haben“. Eine Absage erteilte Appel an ein Verständnis von „Demokratie als Einheitsphantasie“: „Wir machen keine Politik, die sich gegen ‚Fremde‘ oder an ein ‚homogenes Volk‘ richtet“. Was es brauche, seien „intensiv zu führende Auseinandersetzungen um die pädagogische Ausrichtung von Bildungsprozessen sowie das Schul- und Weiterbildungssystem“. Darin zeige sich das „Ringen um die Zukunftsfähigkeit von Demokratie“.

Im „Ministerium für Kreativität und künstlerische Freiheit“ gehe es darum, „Frauenkunst und Frauenräume für Kreativität und künstlerische Freiheit verstärkt zu fördern, bis eine echte Gleichstellung gewährleistet ist“, so „Ministerin“ Aiko Kuzako Kurasaki. Männliche Definitionsmacht und Dominanz gelte es zu durchbrechen, Kreativität ab dem Kleinkind-Alter zu fördern, die Zusammenarbeit zwischen Kunst, Wissenschaft, Philosophie und Bildung voranzutreiben, die Entfaltung des Individuums „frei von alterhergebrachten geschlechtesspezifischen Rollenbildern“ zu ermöglichen. Konkret brauche es auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern „Transparenz bei den Fördergeldern“ und eine (geschlechter-) gerechte „Bezahlung von Kunst- und Kulturschaffenden“.

„Wenn wir regieren, haben alle viel – und nicht, wie jetzt, wenige alles an Geld, Macht und Einfluss“: So die Ansage der „Sonnenkabinetts-Ministerin“ für „Öffentlichen Ressourcen in Fülle“ Elisabeth Klatzer. Ressourcenverteilung und Budgetpolitik erfolgten geschlechtergerecht und sozial gerecht, was Wohlstand für alle garantiere. „Einkommen und Vermögen sind gerecht verteilt“, ebenso fair entlohnte Arbeit und Tätigkeiten aller Art, „Menschen sind sozial abgesichert“, die „Umwelt bleibt intakt“. Von einer feministischen Budgetpolitik profitierten alle, so Klatzer, „denn endlich gibt es eine gute Kinderbetreuung und Pflege, soziale Sicherung, leistbaren Wohnraum, Gewaltschutzzentren, Begegnungsräume, ein gutes öffentliches Verkehrsnetz, alle notwendigen Gesundheitsleistungen“, sowohl in der Stadt als auch am Land. Finanzieren liessen sich Güter und Dienstleistungen für alle über eine geschlechtergerechte Umgestaltung des Steuersystems, das „heißt, dass jene mehr beitragen, die viel haben… feministische Budgetpolitik bedeutet ein Leben in Fülle für alle“.

Wo es um ein „gutes Leben für alle geht“, braucht es ein „solidarisches Wirtschaftssystem“, erklärte Maria Vogt, „Ministerin“ für „Solidarisches Wirtschaften“: „Anstelle von Profitlogik und Wachstumsideologie wird die Wirtschaft von demokratischen, sozialen und ökologischen Zielen geleitet“. Solidarität und Kooperation statt Profitmaximierung und Konkurrenz – das erfordere Maßnahmen wie die faire Verteilung von gesellschaftlichem Reichtum, die schonende und gemeinwohlorientierte Nutzung von Lebensgrundlagen wie Wasser, Energie, Saatgut, (Erfahrungs-)Wissen und Boden, ein „ökologisches, vielfältiges und klimafreundliches Landwirtschafts- und Ernährungssystem“, „gute fair verteilte Arbeit“, auch eine „zwischen den Geschlechtern, Regionen und Kontinenten fair verteilte“ Sorgearbeit für Mensch, Tier und Pflanzen, gute Bedingungen für selbstbestimmtes Arbeiten sowie eine gute öffentliche Infrastruktur als Basis für Chancengleichheit.

„Menschliche und soziale Sicherheit sind Vorbedingungen für den Frieden“, postulierte Janine Wurzer, „Ministerin“ für „Frieden und solidarische Kooperation weltweit“. Frieden sein ein fortwährender Prozess, bedeute mehr als die Abwesenheit von Krieg und die Freiheit von Gewalt; er bedeute „soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit für jetzige und künftige Generationen“, basierend auf der „Gleichstellung der Geschlechter und der Umsetzung der Menschenrechte“. Schwerpunkte und Ziele feministischen Regierens seien daher die „Umsetzung des Rechts auf Existenzsicherheit“, ein „nachhaltiger Umfang mit den begrenzten Ressourcen der Erde“, ein „klare Bekenntnis zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen“, die „Abrüstung von Waffen weltweite und null Toleranz von Gewalt“, die „Stärkung der Inklusion von ´besonders benachteiligten Gruppen´, die Stärkung internationaler Regeln zur Einklagbarkeit und Einhaltung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung aller Formen von Ausbeutung.

Das feministische „Sonnenkabinett“ wird nach seiner ersten Präsentation am Heldenplatz künftig immer wieder öffentlich zusammentreten und politische Strategien für ein gutes Leben aller präsentieren und einfordern.

Eine Kurzform des Programms der Ministerien des „Sonnenkabinetts“ sowie Fotos vom Auftritt am Heldenplatz/15.2.2019 sind abrufbar unter http://zwanzigtausendfrauen.at/2019/02/sonnenkabinett-15-2-2019/

Kontakt „Sonnenkabinett“ und Rückfragen: Elisabeth Klatzer, elisabeth.klatzer@gmx.net,Tel.: 0650/5050565

 Fotos zum Download hier! ©Sonnenkabinett/20000frauen


Ein Kurzvideo, in dem sich das Sonnenkabinett 2019 erstmals präsentiert!

Erste Kurztexte der Ministerinnen:

Mit Sicherheit anders. Frauen denken weiter!

1. Auftritt des Sonnenkabinettes: Gut leben. Wir Frauen für ein gutes Leben für alle!

Als heutige Repräsentantin des Ministeriums für Wohlbefinden und Gutes Leben darf ich alle Anwesenden im Namen des ersten Sonnenkabinetts der zweiten Republik aufs Allerwärmste begrüßen.

Am 16.Februar vor 100 Jahren wurde das erste Parlament in der Geschichte Österreichs von Frauen und Männern gewählt, darunter 8 weibliche Abgeordnete. Die Erinnerung an die tiefen antidemokratischen Zensuren in der Zeit von 1933 bis 1945 sollten uns immer wachhalten, dass bereits Erreichtes, als selbstverständlich gedachtes auch wieder rückgängig gemacht werden kann.

Vieles wurde in diesen 100 Jahren durch soziale Bewegungen und Kämpfe verändert, vieles blieb unerhört und wir erleben, dass der neoliberale Hochgeschwindigkeitszug immer mehr Menschen zurücklässt, vor allem auch jene mit Einkaufssackerl, Kinderwagen und zu Pflegende daheim. 

Egoismus, Profitgier und Größenwahn, Spaltung und Ausgrenzung aus politischem Kalkül zerstören unsere Existenzgrundlagen. Daher sagen wir, es ist an der Zeit, nehmen wir Frauen nun unsere Zukunft selbst in die Hand. Mit zivilgesellschaftlichen Organisationen entwickeln wir gemeinsam neue Perspektiven und Visionen und rufen SkeptikerInnen zu: Vertraut den Frauen!

Das Sonnenkabinett tritt ein für ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes und gutes Leben für alle. Im Mittelpunkt stehen die Menschen mit all ihren individuellen und kollektiven Fähigkeiten und Bedürfnissen. 

Gemeinsam befreiend handeln, gemeinsam weiter denken! 

Heute möchten wir einige unserer Maßnahmen aus den jeweiligen Ministerien vorstellen, aus dem Ministerium für Wohlbefinden und Gutes Leben für alle möchte ich jene nennen, die unser Verständnis von einer Gesellschaft skizzieren, in der alle Menschen in unterschiedlicher Intensität zu unterschiedlichen Lebenszeiten sowohl als Fürsorgebedürftige als auch als fürsorgend Tätige und Mitgestaltende verstanden werden.

Diese Maßnahmen sind:

  • der garantierte und bedingungslose Zugang aller zu materieller Grundsicherung und der Zugang zu guten öffentlichen Leistungen für alle
  • die Sorge für eine gute, soziale Infrastruktur, die mit Beteiligung der Betroffenen gestaltet wird. Dazu zählen Güter und Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheitsversorgung, öffentlicher Verkehr, sozialer Wohnbau, Beratungsstellen. 
  • eine Arbeitsmarkt- und Arbeitszeitpolitik, die alle Arten von Arbeit in den Blick nimmt, neu bewertet und ermöglicht, die auf Notwendigkeiten der Sorgearbeit genauso Rücksicht nimmt, wie auf physische und psychische Beeinträchtigungen. 

•   die Förderung von Aktivitäten, die unseren sozialen Zusammenhalt stärken, indem wir den eigenen Lebensraum gemeinsam gestalten. Dazu zählen u.a. Gemeinwesenzentren, Bürger*innen-Initiativen, Interessensvertretungen und Selbsthilfegruppen von Betroffenen 

Damit übergebe ich das Wort an das Ministerium für Demokratie und Bildung für alle.

Ministerium für Demokratie und Bildung für alle 

Demokratie muss immer wieder gelernt werden! Damit sich alle an der Demokratie beteiligen, braucht es emanzipatorische Bildung. Damit alle die gleichen Rechte und die gleichen Chancen in der Demokratie wahrnehmen können, braucht es geschlechtersensible Bildung. 

Demokratie darf nicht als Einheitsphantasie verkauft werden! Wir machen keine Politik, die sich gegen „Fremde“ oder an ein „homogenes Volk“ richtet. Vielmehr stehen unsere Ziele und unsere Verantwortung in der Tradition jener Frauen, die sich das Wahlrecht und den Zugang zur Bildung hart erkämpft haben. 

Daher setzen wir uns besonders für ein Bildungssystem ein, das Mädchen und Frauen in ihrem Selbstverständnis als Trägerinnen von Wissen stärkt und ihr selbstverständliches Auftreten in der politischen Öffentlichkeit zum Ziel hat. Der Beitrag selbstorganisierter Frauenprojekte dazu ist unverzichtbar. Die intensiv zu führende Auseinandersetzung um die pädagogische Ausrichtung von Bildungsprozessen und das Schul- und Weiterbildungssystem ist ein Ringen um die Zukunftsfähigkeit von Demokratie. Demokratie und Bildung stehen in einem lebendigen Zusammenhang!

Ministerium für Kreativität und künstlerische Freiheit

Kreativität und künstlerische Freiheit bewegen alle Menschen. Kunst ist ein zentraler Aspekt der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens. Männliche Definitionsmacht und Dominanz wird durchbrochen. Frauengeschichten müssen erzählt werden, Frauengeschichte muss geschrieben werden. 

Das Sonnenkabinett wird solange Frauenkunst und Frauenräume für Kreativität und künstlerische Freiheit verstärkt fördern, bis eine echte Gleichstellung gewährleistet ist.

Die dem Menschen von der Geburt an vorhandendene Kreativität soll schon ab dem Kleinkindesalter an gefördert werden, um so ihre Entwicklung in künstlerischer Freiheit zu gewährleisten. Über mehr Zusammenarbeit zwischen Kunst, Wissenschaft, Philosophie und Bildung, frei von althergebrachten geschlechtsspezifischen Rollenbildern von Frau und Mann wird das sich Individuum frei entfalten können. 

Die scheinbar schon erreichte Gleichstellung der Frau in der Kunstwelt muss zu einer echten Gleichstellung werden – dies kann durch ein Umdenken und Aufwertung der Kunst in der Gesellschaft erreicht werden, wie auch durch Transparenz der Fördergeldern und Bezahlung der Kunst- und Kulturschaffenden, unabhängig vom Geschlecht und auch wenn Kinder und Pflegearbeit der Künstlerin nicht mehr ihrer künstlerischen Laufbahn einen Abbruch tun.

Ministerium für Öffentliche Ressourcen in Fülle

Es ist genug da! Es ist genug für alle da. Genug für ein gutes Leben für alle! Jetzt haben viele wenig und wenige alles! Mit uns haben alle viel. Haben alle ein Leben in Fülle. Jetzt haben wenige alles an Geld, alles an Macht und alles an Einfluss. 

Wenn das Sonnenkabinett regiert haben alle in Fülle! 

Wir bauen unsere Gesellschaft um. Geschlechtergerechtigkeit, wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir ermöglichen und fördern Kooperation. Nicht Profitinteressen einiger weniger sondern das Gute Leben für alle verfolgen wir mit Nachdruck. 

Budgetpolitik ist in Zahlen gegossene Politik. Unsere Budgetpolitik bringt Wohlstand für alle. Dies bedeutet:

  • Einkommen und Vermögen sind gerecht verteilt, 
  • alle Tätigkeiten werden fair verteilt, Arbeit wird fair bezahlt, 
  • alle Menschen haben eine gute soziale Sicherung und die Lebensqualität aller steigt,
  • die Umwelt bleibt intakt.

Um das Gute Leben für alle zu verwirklichen, bauen wir öffentliche Leistungen für das gute Leben und soziale Absicherung stark aus und demokratisch um. Armut gehört der Vergangenheit an.

Jede einzelne Person profitiert von feministischer Budgetpolitik – denn endlich gibt es gute Kinderbetreuung, Pflege, soziale Sicherung, Wohnen, Gewaltschutzzentren, Begegnungsräume, öffentliche Mobilität und Gesundheitsleistungen für alle in Stadt und Land. Alle Leistungen stehen allen kostenlos zur Verfügung. Endlich steht für die wertvolle Arbeit der vielen feministischen Initiativen genug Geld zur Verfügung. 

Dafür ist genug Geld da. Eine geschlechtergerechte Umgestaltung des Steuersystems heißt, dass jene mehr beitragen, die viel haben. Feministische Budgetpolitik bedeutet Schluss mit den strukturellen geschlechtsspezifischen Ungerechtigkeiten und ein Leben in Fülle für alle! 

Ministerium für Solidarisches Wirtschaften

Das Sonnenkabinett steht für ein Solidarisches Wirtschaftssystem. Das Ziel ist ein Gutes Leben für Alle und die Bewahrung unserer Lebensgrundlage, unserer Erde. Wir sind nicht Herrscher und Herrscherinnen, sondern Teil der Natur. Wir sind in hohem Maß abhängig von sauberem Wasser, Biodiversität, guter Luft, Klima und fruchtbarem Boden. Anstelle von Profitlogik und Wachstumsideologie wird die Wirtschaft von demokratischen, sozialen und ökologischen Zielen geleitet. Durch gelebte Solidarität und Kooperation statt Profitmaximierung und Konkurrenz können sich Frauen und Männer mit all ihren individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen entfalten. Der Begriff Arbeit umfasst derzeit nur Erwerbsarbeit und diskriminiert unbezahlte Sorgearbeit.

Maßnahmen – wir wollen:

  • Ein Wirtschaftssystem, in dem der gesellschaftliche Reichtum fair verteilt wird und selbstorganisierte Produktionsformen, bei denen gemeinschaftlich produziert, Ressourcen gepflegt und nachhaltig genutzt werden, ausbauen.
  • Lebensgrundlagen, wie Wasser, Energie, Saatgut, (Erfahrungs-)Wissen und Boden schonend und gemeinwohlorientiert nutzen und für kommende Generationen erhalten.
  • Ein ökologisches, vielfältiges und klimafreundliches Landwirtschafts- und Ernährungssystem, das gutes Essen für alle bereit stellt.
  • Gute Arbeit und faire Verteilung von Arbeit. Sorgende Tätigkeiten, wie Betreuung von Kindern, pflegebedürftigen Erwachsenen, Haushalt, sowie Pflege von Boden, Pflanzen und Tieren soll zwischen den Geschlechtern, Regionen und Kontinenten fair verteilt werden.
  • Alle gesetzlichen Maßnahmen zielen darauf, dass Frauen und Männer unter guten Bedingungen und selbstbestimmt arbeiten können.
  • Gute öffentliche Infrastruktur ist eine Basis für Chancengleichheit. Von öffentlicher Hand wollen wir im Sinne der Daseinsvorsorge Ausbau von öffentlichem Verkehr, gute Wasserversorgung und Abwassersysteme, Müllentsorgung, Kommunikationsnetze, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen auch am Land.

Ministerium für Frieden und solidarische Kooperation weltweit

Friede ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg und Konflikten. Friede ist ein fortlaufender Prozess. Menschliche und soziale Sicherheit sind Vorbedingungen für Frieden. Das bedeutet nicht nur Freiheit von physischer und psychischer Gewalt und körperliche Unversehrtheit. Vielmehr bedeutet das, die soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit für jetzige und künftige Generationen. Dafür muss auf das ökologische Gleichgewicht und insbesondere die Existenzsicherheit von Menschen, die von Armut und Ausgrenzung betroffen sind, geachtet werden. 

Das bedeutet auch, dass Friede auf der Gleichstellung der Geschlechter und der Umsetzung der Menschenrechte basiert; sowie dass auf gewaltfreie Konfliktlösung, Inklusion, Partizipation und Umweltschutz fokussiert wird.  

Daher sind Schwerpunkte feministischen Regierens: 

  • Umsetzung des Rechts auf Existenzsicherheit für alle auf Basis eines nachhaltigen Umgangs mit den begrenzten Ressourcen dieser Erde; das bedeutet auch ein klares Bekenntnis zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen und deren prioritäre Umsetzung weltweit
  • Abrüstung von Waffen weltweit und Null Toleranz von Gewalt; Umsetzung von internationalen Friedensinstrumenten und Instrumenten zur Bekämpfung geschlechtsbasierter Gewalt 
  • Stärkung der Inklusion von „besonders benachteiligten Gruppen“ (Frauen, Minderheiten, Menschen mit Behinderungen, Flüchtlinge,…) und ihrer politischen Teilhabe 
  • Stärkung internationaler Regeln zur Einklagbarkeit und Einhaltung der Menschenrechte, und Bekämpfung aller Formen von Ausbeutung

Das Sonnenkabinett: Gut leben. Wir Frauen für ein gutes Leben für alle!

Text als pdf zum Downloaden!

Mehr Fotos hier!

15. Februar 2019 More

Les Femmes Fiscales: 8.12.2018 – Bildergalerie

Les Femmes Fiscales: 8.12.2018 am Weihnachtsmarkt am Karlsplatz

alle Fotos: @Bettina Frenzel

Femme Fiscale: „Familienbonus bringt himmelschreiende Ungerechtigkeiten“

UTl.: Aktion: „Keine Weihnachtsgeschenke für Ihren Mann. Das besorgt die Regierung“ 

Femme Fiscale erinnert mit einer Aktion „Papabonus – aber nicht für alle“ an die Regierungspolitik der himmelschreienden Ungerechtigkeit.

„Papabonus“ – aber nicht für alle!

Die Femme Fiscale zeigt, dass der Familienbonus nur jenen voll zugute kommt, die besser verdienen. Von den 1,5 Milliarden bekommen Väter den Löwenanteil, nämlich 1,2 Milliarden Euro: „Papas bekommen das Geld, und Frauen haben weiterhin die Hauptarbeit mit den Kindern!“, resümiert Elisabeth Klatzer von der Femme Fiscale die Ungerechtigkeit des Familienbonus, „drei Viertel kommen Vätern zugute, aber nicht allen, nur die Besserverdiener profitieren voll.“ Die Femme Fiscale weist auf eine weitere himmelschreiende Ungerechtigkeit hin: „700.000 Kinder profitieren vom Papabonus gar nicht oder nur eingeschränkt. Im Gegensatz zur Regierung sind uns alle Kinder gleich viel wert!“

Femme Fiscale präsentiert bessere Lösungen: gute Zukunftsinvestitionen für alle!

 

Die 1,5 Milliarden können viel gerechter und besser investiert werden. Nicht Geschenke an Männer, die ohnehin viel verdienen! Sondern:

Bessere Lösung Nr. 1: Mehr Familienbeihilfe für alle Kinder – plus 860 Euro pro Kind und pro Jahr (72 Euro/Monat). Das ist gerecht!

Bessere Lösung Nr. 2: Dringliche Probleme bei der Kinderbetreuung lösen!

  • ganzjährige und ganztägige Öffnung der Kindergärten
  • zweites kostenloses Kindergartenjahr
  • beste Betreuung: eine zusätzliche pädagogische Fachkraft in allen Gruppen
  • diese wertvolle Arbeit endlich fair entlohnen: 10% Lohnerhöhung für PädagogInnen.

Femme Fiscale ist eine Initiative von Gruppen und Netzwerken, die sich für geschlechtergerechte

Steuer- und Budgetpolitik einsetzt. Mit dabei sind unter anderem Attac, FeministAttac, Österreichischer

Frauenring, Plattform 20000frauen, Katholische Frauenbewegung Österreichs, Netzwerk österreichischer

Frauen- und Mädchenberatungsstellen, OBRA – One Billion Rising Austria, WIDE.

Für Rückfragen: Elisabeth Klatzer, elisabeth.klatzer@attac.at, Telefon: 0650 5050565.

12. Dezember 2018 More

Bildergalerie OBRA – Benefiz 25.11.2018 @ KosmosTheater

alle Fotos: ©Bettina Frenzel

12. Dezember 2018 More

100 Jahre Frauenwahlrecht – Bilder vom 12.11.2018 im Parlament in Wien

Fotos: ©Bettina Frenzel

13. November 2018 More

Frauenpunkt am Volksstimmefest 2018

Frauenpunkt Volksstimmefest / Plattform 20.000 Frauen und globalSista – bar, comida & identity

Fotos vom Frauenpunkt am Volksstimmefest (©2018 Bettina Frenzel)

Wiens Lateinamerikanerinnen kochen! Und das nicht nur, um euch mit einigen Leckereien aus Südamerika zu versorgen, sondern vor allem, um die Inhalte der lateinamerikanischen und spanischen Frauenbewegung mit euch zu teilen.
GlobalSista hat ein tolles Programm zusammengestellt, dass wir inhaltlich mit den 20000 Frauen Plattform-Diskussionen abgestimmt haben:
Am Samstag beginnen wir um 13:00 mit einem Vortrag über die 8 März Bewegung in Spanien und ihren Kampf gegen das Patriarchat – danach geht es weiter mit 14:00 – 16:00: Feministischer Widerstand „Aus! Aktion Umsetzung. Sofort.“
Um 17:00 blicken wir in den brasilianischen Wahlkampf, wo starke Frauen auf Jesusprediger und Faschisten treffen – wir diskutieren den Kampf der Zapatistinnen und Indigenen in Mexiko und die Rolle der Kolumbianischen Frauen im Friedensprozeß anhand einer Dokumentation. Ab 20:00 gibt es ausgewählte Kurzfilme aus Brasilien in Kooperation mit MCB — und zum Chillout treffen wir uns bei Kerzenlicht mit akustischer Musik.
Am Sonntag geht es um 13:00 mit dem Film „HomeSweetHome“ der AöF los, danach gleich weiter mit einer Bestandsaufnahme zu „Kindermüttern“ und Zwangsschwangerschaften in Lateinamerika, dem Kampf um sichere Abtreibung in Argentinien und dem Kampf gegen Feminizide in Venezuela.
Zwischen 16:00 und 19:00 steht die aktivistische Kunst im öffentlichen Raum im Mittelpunkt, mit Diskussionen und Performances von verschiedenen Kollektiven und Künstlerinnen: OBRA & Aiko Kazuko Kurosaki, Julia Starsky, Stixx-Frauen, PPC-Airlines Crew und Eva Brenner & Ensemble.
Danach wieder ein Kurzfilmprogramm von MCB und ein musikalisches Chillout.
Die globalsista Kollektiv Frauen haben einige Cocktails und spezielle Drinks im Programm, es gibt Kleinigkeiten zu Essen und zu naschen.
Wir freuen uns auf Eure Teilnahme, wenn ihr Lust habt, Essen beizusteuern seid ihr herzlich willkommen!
Liebe Grüße
Silvia

Das Programm:
Samstag 1.9. :
12:00 – 13:00: Chorprobe – Hino do Povo Brasileiro
13:00 – 14:00: Die spanische Frauenbewegung 8M
„El movimiento feminista 8M del Estado español y su lucha contra la justicia patriarcal y la violencia machista.“ Vortrag und Diskussion mit
Marta Juanita Rodríguez: NiUnaMenos Austria, FeMiGrantxs, La Internacional Feminista & Coordinadora Huelga Feminista 8M Estado español
Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch

14:00 – 16:00: Feministischer Widerstand „Aus! Aktion Umsetzung. Sofort.“
Input: Käthe Knittler, Mit Vertreterinnen der Plattform 20000frauen, femme fiscal, Frauen*volksbegehren 2.0, Wide, Frauenstreik, Heißer Herbst, globalSista.

16:00 – 16:30 FREE LULA Kundgebung bei der ÖGB Bühne
gemeinsam mit ÖGB Weltweit Miteinander und GLB kurze Solidaritätskundgebung auf der Gewerkschaftsbühne

17:00 – 18:00 Machismo, Jesus und Gewalt gegen Frauen im brasilianischen Wahlkampf
Diskussionsrunde mit VertreterInnen des Komitees FREE LULA AUSTRIA,
Input: Silvia Jura,
Sprachen: Deutsch, Portugiesisch, Portagnol

18:00 – 19:00 Mexico, der Kampf der Zapatistinnen und der Indigenen
Llevando la palabra de las compañeras Zapatistas y de Marichuy
Laura – del Colectivo Acción Solidaria con México

19:00 – 20:00 AMANECERÁ y VEREMOS: Mujeres Protagonistas de Paz en Colombia:
Welche Rolle die kolumbianischen Frauen im Rahmen des Friedensprozesses spielen, wird hier dokumentiert. Ruth Sierra-León (Kolumbien) führt in den Film ein. Anschließend Publikumsgespräch Sprachen: Deutsch, Spanisch
Organisation: „Colombia puede -Austria“

20:00 – 22:00 Mostra de Cinema Brasileiro MCB Viena:
4 Kurzfilme mit dem Schwerpunkt FRAUEN, die völlig verschiedene Themen, Herangehensweisen und sogar Regionen von Brasilien darstellen. Eine Auseinandersetzung mit den weiblichen Universen eines genau so breiten Universums. Die Filme stammen aus den Jahren 2015-2017 und wurden alle für das Festival MCB-Viena, 2018, selektiert. Kuratorin: Isabel C. Lehner
Ainda Sangro por Dentro– I Still Bleed Inside, Carlos Segundo (2016), 24′
Haraam, Kevin Albuquerque (2017), 30′
Rosinha, Gui Campos (2016), 14′.
Sem Você a Vida É uma Aventura, Alice Andrade Drummond (2015), 25

22:00 globalSista music chill out
Leise, aber unüberhörbar: akustische Session mit Musikerinnen

Sonntag 2.9. :
12:00 – 13:00: Chorprobe – Hino do Povo Brasileiro
13:00 – 14:00: Home sweet home
40 Jahre Frauenhausbewegung Österreich
Der Dokumentarfilm von Susanne Riegler zeigt die gesellschaftspolitische Dimension der Frauenhausarbeit, anschließend Diskussion.
Input: Maria Rösslhumer / AÖF – Plattform Gewaltfrei Leben

14:00 – 16:00:
• Kinderschwangerschaften in Lateinamerika
Embarazo y maternidad infantil forzada en América Latina – Vortrag von Drin. ius. Lupe Rodriguez Siu, (Peru) / Ni una Menos-Austria
• Abtreibung in Argentinien:
Lucha del movimiento de mujeres por el aborto legal, seguro y gratuito en Argentina
Vortrag von Natalia Hurst (Argentinien) / Ni Una Menos Austria
• Feminizide in Venezuela 2018
Vortrag von Zoraida Nieto (Venezuela) über die Gesetzeslage in Venezuela (Deutsch)

16:00 – 19:00 Aktivistische Kunst im öffentlichen Raum
Diskussion und Performances: Stixx-Frauentrommeln – Julia Starskymit „niemand will dich ! niemand hat dich eingeladen! “ – OBRA & Aiko Kazuko Kurosaki- „Frauenwahlrecht/ab-schaffungs/zentrale“– PPC: „How to stop deportation“ , Eva Brenner & Ensemble: Auszüge aus dem Brecht Stück Flüchtlingsgespräche 2018…

19:00 – 21:00 Mostra de Cinema Brasileiro MCB Viena:
4 Kurzfilme mit dem Schwerpunkt FRAUEN, die völlig verschiedene Themen, Herangehensweisen und sogar Regionen von Brasilien darstellen. Eine Auseinandersetzung mit den weiblichen Universen eines genau so breiten Universums. Die Filme stammen aus den Jahren 2015-2017 und wurden alle für das Festival MCB-Viena, 2018, selektiert. Kuratorin: Isabel C. Lehner
À Margem de Nós Mesmas, The Boundaries Within, Luiza De Andrade (2016), 1
Segundo o Sexo, According to Wishes, Gabriel Alvim (2016), 18′.
O Que Nos Olha, Ana Johann (2017), 71′.
Iluminadas, Enlightened, Gabi Saegesser (2016), 13′.

21:00 globalSista music chill out
Auf dem Heimweg… leise, aber unüberhörbar: akustische Session mit Musikerinnen

Impressum:
Frauenpunkt Plattform 20000 Frauen: www.zwanzigtausendfrauen.at
Programmzusammenstellung & Koordination globalSista.
silvia jura/globalista: grenzüberschreitende Kulturarbeit und Forschung, info@globalista.info, www.globalista.net
in Zusammenarbeit mit Plattform 20000 Frauen, Ni Una menos Austria, Columbia Puede, Huelga Feminista 8M, Colectivo Acción Solidaria con México, Mostra de Cinema Brasileiro, Komitee Free Lula Austria, Obra u.a.

Facebook-Event

4. September 2018 More

26. Mai 2018 – Menschenkette für Frauen*rechte _ Bildergalerie

Fotos: ©Bettina Frenzel, wenn nicht anders angegeben

Fotos aus Graz:

26. Mai 2018 More

Menschenkette für Frauen*rechte am 26. Mai 2018

Frauen* denken weiter: Frauen*. Widerstand 2018

Die österreichische Regierung bestätigt bisher alle Befürchtungen: Die türkis-blaue Koalition ist damit beschäftigt, Verbindungen zu rechtsextremen Umtrieben kleinzureden, sie schnürt Überwachungspakete, macht Stimmung gegen Asylsuchende, attackiert kritische Medien und feilt am Sozialabbau – der Frauen immer ganz besonders hart trifft. Sämtliche Ministerinnen haben zudem erklärt, das Frauen*Volksbegehren 2.0 nicht zu unterschreiben.

Feministische Solidarität statt rechte Hetze!
Dieser rechtskonservativen Politik der Spaltung und der Ausgrenzung möchten wir ein starkes feministisches Zeichen entgegensetzen – mit DEINER Unterstützung! Am 26. Mai 2018 werden wir daher in Wien und anderen Städten in ganz Österreich Menschenketten für Frauen*rechte bilden. Radio Orange wird live berichten!

Presseaussendung hier zum Download!

Wir freuen uns über viele und immer mehr MitstreiterInnen. Folgende Organisationen unterstützen uns bei der Vorbereitung und Bewerbung, vielen Dank an Euch alle! Die Liste wird laufend erweitert und es werden immer mehr, danke!!!!:

Omas gegen Rechts, Grüne Frauen, SPÖ Frauen, OBRA, Frauenhetz, LEFÖ, Business & Professional Women, Verein frauenzimmer, Frauen*Volksbegehren 2.0, KPÖ Frauen, Linkswende Jetzt!, Plattform für menschliche Asylpolitik, MA57, Offensive gegen Rechts, SozialdemokratInnen und GewerkschafterInnen gegen Notstandspolitik, AUGE/UG, Grüne Migrant*innen, KZ Verband/VdA, TakeBackTheStreets, Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, Das ​Iranische Wien, Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit, IG Kultur Wien, Bund demokratischer Frauen Österreich, Ni una menos, Junge Musliminnen Österreich, Margarete Schütte-Lihotzky Club, KosmosTheater, Frauenberatung Mostviertel Amstetten, Orient Express Wien, Frauenzentrum St. Pölten, Frauenberatung Waldviertel, Frauen* beraten Frauen*, Solidarwerkstatt, eop, ÖHakBild, Österreichischer Frauenring, SLP, Muslimische Jugend, SCnCC, Femme Fiscal, Amnesty International Austria, F18-TOGETHER WE STAND, FZ, Katholische Frauenbewegung Österreich, Evangelische Frauenbewegung in Österreich, Don Bosco Flüchtlingswerk, Frauen- und Familienberatungsstelle Kassandra, Buchhandlung ChickLit …

Vorab-Presseberichte:
Artikel in der Bezirkszeitung hier zu lesen! Ab Mittwoch 23.5.2018 in fast jedem Wiener Haushalt! Unbedingt die Bezirkszeitung lesen :-)))

woman.at berichtet hier!

Der Augustin hat in seiner aktuellen Ausgabe einen Artikel auf Seite 11 (©Bärbel Danneberg).

Ein großartiges Bewerbungsvideo von der Buchhandlung ChickLit, danke!!!

Rückschau auf die Menschenkette für Frauen*rechte

Radio Orange 94.0 hat unsere Aktion zweieinhalb Stunden live begleitet, dies kann hier nachgehört werden!


Unser Video, gefilmt von Emilie Cibulka, David Eglseer, Oliver Eglseer und Andreas Meissner, geschnitten und bearbeitet von Emilie Cibulka und David Eglseer. Vielen Dank!

Ein Video von Renate Sassmann:
https://youtu.be/3EuT4ZenMVE

Ein Video von Klaudia Mattern:
https://youtu.be/40Nfx7DbaRg

Ein Video von Jenny Olaya-Peickner:

Video von Rosa Danner auf Facebook:
https://www.facebook.com/rosa.danner

Auf Facebook von Christian Volek:
https://www.facebook.com/volek.christian

Auch auf Facebook von SozialdemokratInnen und GewerkschafterInnen gegen Notstandspolitik:
https://www.facebook.com/GegenNotstandspolitik/

Bericht von der Tiroler Tageszeitung über die Menschenkette in Innsbruck: www.tt.com

Fotos von AnnaLisa Erdemgil Brandstätter:
https://www.facebook.com/

Fotos von Ursula Prager-Ramsa:
https://www.flickr.com/photos

Die SPÖ-Frauen haben Fotos von Schottentor und Umgebung gepostet:
https://www.facebook.com

Fotos von Dimitra Inci:
https://www.facebook.com/dimitra.inci

Fotos von Christian Volek:
https://www.facebook.com/volek.christian

Fotos von der Menschenkette für Frauen*rechte von Bettina Frenzel

Künstlerinnen bei Menschenkette für Frauen*rechte am 26.5.2018

Oper: Angelica Dawson & Amelie Cserer

U3 Volkstheater/Bellariastraße: Chor06 Mariahilf

Schottentor: STiXX – Frauen trommeln

Schottenring: OBRA & Aiko Kazuko Kurosaki, KITANA Project

Schwedenplatz: Nobelchor & Singender Block

Urania/Julius Raab Platz: Grace Marta Latigo

Stubentor/Dr. Karl Lueger Platz: Laura Rafetseder

Schwarzenbergplatz/-gasse: Maren Rahmann

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Geplante künstlerische Acts bei der Menschenkette für Frauen*rechte sowie uns bekannt gegebene Treffpunkte einiger Gruppen:

 

Die Plattform 20000frauen organisiert die Menschenkette in Wien um 16 Uhr. Es gibt 8 Treffpunkte am Ring und Kai um 14:30 Uhr: Oper, Volkstheater, Schottentor, Schottenring, Schwedenplatz, Urania, Stubentor, Schwarzenbergplatz.

Wir haben überall Ordnerinnen, die beim Schließen der Kette helfen! Dankeschön!

Alle wichtigen Informationen zur Menschenkette für Frauen*rechte in Deutsch und Englisch hier nochmal zusammengefasst:

Newsletter 25. Mai 2018 – alle wichtigen letzten Infos für die Menschenkette für Frauen*rechte, in Deutsch und in Englisch

Wo in Österreich gibt es noch Menschenketten für Frauen*rechte?:

 Menschenkette in Innsbruck! Alle Infos hier!

Auch in Graz passiert etwas:

Das Referat für feministische Politik der Uni Graz und das Referat für Gender, das Referat für Gender und Gleichstellung der KUG, das Referat für Frauenpolitik der HTU Graz und das Referat für Frauen und Gleichbehandlung der ÖH Med Graz laden zur gemeinsamen Aktion am 26. Mai um 16 Uhr ein.
An diesen Tag wird in Wien zur selben Zeit von verschieden Organisationen zur Menschenkette für Frauen*rechte aufgerufen. Wir zeigen unsere Solidarität und bilden am Vorplatz der Kunstuniversität ein Frauen*zeichen.
Auch die Aktionistas vom Frauenvolksbegehren zeigen sich solidarisch und werden bei der Aktion dabei sein.
Treffpunkt ist um 15:30 vor der Kunstuni. Wir freuen uns auf ein zahlreiches Kommen! (Facebooklink hier)

Und in Lienz/ Liebburg:

Menschenkette für Frauen*rechte
Motto: Friedensgeburt – Geburt des Friedens.  Herzliche Einladung:
Treffpunkt. Skulptur „die Tratschweiber“ Hof Liebburg/ Bezirksgericht

 

 Postkarte hier zum Download!

 

Geplanter Ablauf (in Wien):

Treffpunkt 14:30 Uhr an 8 verschiedenen Punkten (siehe oben). Von dort aus umrunden wir Ring und Kai.
Um 16:00 soll die Kette geschlossen werden, Radio Orange wird uns live begleiten. Nach einer Schweigeminute singen wir zusammen folgende Lieder:

1. „Unter dem Pflaster, da liegt der Strand“ (Schneewittchen) -Link zur Musik

Unter dem Pflaster liegt der Strand, einer der bekanntesten Songs der Gruppe Schneewittchen, wurde 1976 von Angi Domdey getextet und komponiert. Der Titel geht laut Domdey auf einen Ausspruch des französischen Philosophen Pierre-Joseph Proudhon zurück. „Sous les pavés, la plage!“(dt. wörtlich: „unter den Pflastersteinen, der Strand“) war ein beliebter Slogan der Mai-Revolte 1968 in Paris und wurde von Arbeitern und Studenten an die Mauern geschrieben.
„Es ist ein Lied für die Phantasie und gegen die festgefahrenen, verhärteten Strukturen unserer Gesellschaft, gegen den harten Beton unserer Städte und die Versteinerung unserer Gedanken und Taten. Es ist ein Emanzipationslied, nicht nur für Frauen. Die Steine sollen nicht zum Werfen benutzt werden, sondern der Sand unter den Steinen zum Tanzen frei gelegt werden.“
– Angi Domdey (Aus Wikipedia)

Text hier zum Download als pdf!

2. „Frauen kommt her, wir tun uns zusammen“ (Flying Lesbians) – Link zur Musik

Text hier zum Download als pdf!

und dann tanzen wir noch zu Aretha Franklin’s „Respect“.
Das Ende ist für 16:30 Uhr geplant.

Gesucht werden auch noch Chöre:
Die Idee ist, dass so viele Chöre und andere Musiker*innen wie möglich (8 wäre fantastisch, scheint aber nicht mehr realistisch) die Aktion begleiten. Diese können sich dann ebenfalls um 14:30 Uhr an den jeweiligen Treffpunkten einfinden und von ca. 15:00 – 15:30 Uhr ein Konzert geben. Um 16 Uhr können die Musiker*innen als Teil der Menschenkette dann den gemeinsamen einstimmigen Gesang mittragen.
Wenn ihr mitmachen wollt, dann meldet euch so schnell wie möglich bei office@20000frauen.at, wir vernetzen Euch weiter.
Am Tag selbst müsst ihr dann selbstständig den Standpunkt aufsuchen und euch dort (evt. in Absprache mit den Ordner*innen) einen Platz suchen.

 

::: 1. Aufruf Menschenkette für Frauen*rechte ::: Jänner 2018 :::

Es ist Zeit, meinen nicht nur die Initiatorinnen des Frauen*Volksbehrens 2.0. Über hundert Frauen* sind am 7.November letzten Jahres dem Aufruf zu einem Aktionsplanungstreffen der Plattform 20000frauen gefolgt.

Im Aufruf hieß es:
„100 Jahre Wahlrecht für Frauen, 100 Jahre Kriegsende, 50 Jahre Zweite Frauenbewegung! Mittels Veranstaltungen und Aktionen wollen wir uns mit Frauen/Menschenrechten, Kriegstreiberei, Sozialabbau und allem, was uns wichtig ist, auseinandersetzen, Aufmerksamkeit erzeugen und auf die Straße gehen. Gemeinsam mit anderen Initiativen (Frauen*Volksbegehren 2.0, One Billion Rising Austria u.v.a.) werden wir den reaktionären Kräften in Österreich eine starke – und dringend notwendige – feministische Stimme entgegenstellen! In diesem Sinne: Don’t panic, sisters – organize!“ 

Zahlreiche Aktionen wurden am 7. November im KosmosTheater diskutiert und werden nun in verschiedenen Gruppen vorbereitet. Zwei der Vorhaben stellen wir im ersten Halbjahr 2018 in den Mittelpunkt bundesländerübergreifender Aktionen. Die Unterstützung des Frauen*Volksbegehrens 2.0 und eine dezentral in allen Landeshauptstädten und darüber hinaus organisierte Menschenkette für Frauen*rechte am Samstag, 26.Mai. Die Kette soll an allen Orten gleichzeitig um 16:00 geschlossen werden. 

Menschenkette für Frauenrechte, 26. Mai 2018 – Flyer

In Wien werden wir für eine Kette um den 1.Bezirk mobilisieren. Radio orange wird uns dabei live begleiten. Treffpunkt 14:30 Uhr. Die acht Orte, von denen aus wir den Bezirk umrunden, findet ihr hier auf der Webseite.

Inhaltliche Anknüpfungspunkte siehe auch hier!

Wir suchen Ansprechpartnerinnen in allen Bundesländern und stehen mit unseren Überlegungen zur Logistik zur Verfügung. Anfragen bitte an: office@20000frauen.at


Die Menschenkette für Frauen*rechte findet mit Unterstützung der MA57 (Frauenabteilung der Stadt Wien) statt – vielen Dank!

2. Februar 2018 More

Widerstand gegen Rechts

(Frauen)-Protest gegen Rechtsextreme in der Regierung

Demonstration am 13.1.2018


Brigitte Hornyik für die Plattform 20000frauen auf der Bühne

Angelobung am 18.12.2017

Tag X – FRAUEN*Protest-NACHT auf Facebook

Femme Fiscale am 18.12.2017 vor dem Burgtheater

18. Dezember 2017 More

Vernetzungstreffen 7.11.2017 im KosmosTheater

8. November 2017 More

Feministische Vernetzung statt rechter Hetze! Aktionsjahr 2018

Ein paar Bilder vom 7.11.2017

Einladung zur Mitgestaltung
7. Nov. 2017, 18.00 im Kosmostheater, 1070 Wien, Siebensterngasse 42

Wieder einmal fegt ein gewaltiger Rechtsruck durchs Land, die „neue“ ÖVP schmiedet nach einem unerträglich rassistischen Wahlkampf eine Koalition mit einer FPÖ, die so viele deutsch-nationale Burschenschafter in ihren Reihen hat wie noch nie zuvor: 20 der 51 Nationalratsabgeordneten der FPÖ sind nach Angaben des DÖW „völkisch korporiert“. Während die feministisch positionierten Grünen an der Vier-Prozent-Hürde gescheitert sind, wird für die ÖVP Gudrun Kugler in den Nationalrat einziehen – eine katholische Hardlinerin mit homofeindlichen Positionen und engen Kontakten zu radikalen AbtreibungsgegnerInnen.

Diese politischen Entwicklungen zeigen mehr als deutlich, dass einmal Erkämpftes jederzeit wieder infrage gestellt werden kann. Unter der Neuauflage von Schwarz-Blau wird uns ein eisiger Wind entgegenwehen: Es ist nicht nur mit weiteren Verschärfungen im Fremdenrecht zur rechnen, sondern auch mit einer Aushöhlung des Sozialsystems, mit massiven Angriffen auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen – und auf feministische Organisationen und NGOs, die sich für Menschenrechte stark machen.

2018 ist ein Gedenkjahr: 100 Jahre Wahlrecht für Frauen, 80 Jahre Kriegsbeginn, 50 Jahre Zweite Frauenbewegung! Mittels Veranstaltungen und Aktionen wollen wir uns mit Frauen/Menschenrechten, Kriegstreiberei, Sozialabbau und allem, was uns wichtig ist, auseinandersetzen, Aufmerksamkeit erzeugen und auf die Straße gehen.
Gemeinsam mit anderen Initiativen (Frauen*volksbegehren 2.0, One Billion Rising Austria u.v.a.) werden wir den reaktionären Kräften in Österreich eine starke – und dringend notwendige – feministische Stimme entgegenstellen!

Am 7. November treffen wir uns im KosmosTheater um 18 Uhr für ein erstes Planungstreffen, um an gemeinsamen Themen und Aktionen zu schmieden – alle interessierten Aktivistinnen* sind herzlich willkommen! Bringt auch eure Freundinnen* und Kolleginnen* mit!

In diesem Sinne: Don’t panic, sisters – organize!

4. November 2017 More

Vor Wahl: Zivilgesellschaft schließt Solidaritätspakt

Presseaussendung vom 4. Oktober 2017

Für soziale Sicherheit und Demokratie und gegen Angriffe auf zivilgesellschaftliches Engagement
Wien (OTS) – Wenige Tage vor der Nationalratswahl präsentieren Attac, epicenter.works, GLOBAL 2000, Greenpeace, die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung, ÖBV – Via Campesina Austria, die Plattform 20000 Frauen, SOS Mitmensch, Südwind, die Volkshilfe und die Gewerkschaft vida einen Solidaritätspakt für den Schutz und Ausbau von zivilgesellschaftlichen Handlungsspielräumen, sozialer Sicherheit, Menschenrechten und Demokratie.

Ohne eine lebendige und von Millionen Menschen unterstützte Zivilgesellschaft und Gewerkschaften wäre es um Umweltschutz, Menschen- und ArbeitnehmerInnenrechte, soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und den Rechtsstaat in Österreich schlecht bestellt. Doch Angriffe auf viele dieser Errungenschaften und auf zivilgesellschaftliches Engagement und demokratische Handlungsspielräume werden immer häufiger. Dazu zählen:

– Der Abbau von rechtsstaatlichen Garantien, Grund- und Menschenrechten
– Einschränkungen der Versammlungs- und Meinungsfreiheit, offline und online
– Politische Einflussnahme auf die unabhängige Justiz sowie Angriffe und Anzeigen gegen RichterInnen
– Die Verschärfung von Überwachungsmaßnahmen
– Die Diskreditierung von NGOs, die Kürzung von Förderungen oder die Drohung, ihnen Geld zu entziehen
– Die Kriminalisierung von politischer Aktivität und legitimen Formen des Protests
– Der Versuch, bei unliebsamen Gerichtsentscheidungen die Verfassung zu ändern, um andere politisch gewollte Ergebnisse herbeizuführen
– Angriffe auf die demokratisch legitimierten Interessenvertretungen der ArbeitnehmerInnen und die innerbetriebliche Mitbestimmun
– Der Abbau von ArbeitnehmerInnenrechten und Angriffe auf den Sozialstaa
– Das Schüren von Vorurteilen gegen Bevölkerungsgruppe

„Wir rechnen auch in Zukunft mit weiteren Angriffen dieser Art. Mit dem Solidaritätspakt verpflichten wir uns gemeinsam unsere Stimme für die Demokratie, grundlegende Rechte sowie die rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen für zivilgesellschaftliches Handeln zu erheben. Wir werden dabei auch solidarisch Beistand leisten und aktiv werden – vor allem, wenn einzelne Bevölkerungsgruppen oder Organisationen staatlicher Repression ausgesetzt sind“, erklären die Organisationen.

Für eine funktionierende Demokratie müssen die Grundrechte der gesamten Bevölkerung geschützt werden. Demokratische Freiräume und eine aktive und starke Zivilgesellschaft sind mehr denn je notwendig, um solidarische und emanzipatorische Antworten auf die gegenwärtigen Krisen zu entwickeln.

Die InitiatorInnen laden weitere zivilgesellschaftliche Organisationen in Österreich ein, sich dem Solidaritätspakt anzuschließen.

Rückfragen & Kontakt:
Solidaritätspakt der Zivilgesellschaft
David Walch
0650 544 00 10
presse@attac.at

4. Oktober 2017 More

Frauenpunkt 2017

Eine Kooperation am Volksstimmefest 2017, 2. und 3. September 2017
der Plattform 20.000 Frauen mit globalSista

globalSista – bar, comida & identity ist ein loses Kollektiv von brasilianischen, lateinamerikanischen und österreichischen Frauen, die mit leckerem Essen, wilden Getränken und starken Inhalten Einiges in Bewegung setzen.
Am Programm stehen Diskussionen zur Aktualität in Lateinamerika, Performances u.a. zur Arbeitswelt, Lesungen und eine open Stage für globalSistas aus Musik & more. Angesagt sind spontanen Künstlerinnen-Begegnungen, eine Jam-Session der Meisterinnen.

Wir bauen eine Mini-Bühne mit Sound und Licht – ideal für uns alle – es gibt auch die Möglichkeit, Filme zu zeigen… wir bringen einen Beamer mit, Computer muss selbst gestellt werden. Das Programm lässt sich jederzeit ergänzen, einfach ein Mail schreiben, wir freuen uns sehr!
An Essen planen wir verschiedene Köstlichkeiten – vegan, Käse, Fleisch oder Süßes. Bei den Getränken sind wir sehr kreativ… da gibt es für alle was! Im GastroKollektiv sind wir 6 Frauen, für die Organisation kommen noch einige mehr dazu…

Das Programm:
Programm für Samstag als pdf

Samstag 2.9. :
16:00 – „Frauen für Frieden und eine gewaltfreie Welt“

– eine künstlerische Intervention auf dem Festgelände – in Kooperation mit der Plattform 20000 Frauen, OBRA und STIXX – Frauen trommeln .
Konzept: Aiko Kazuko Kurosaki, Ausführende: STIXX, OBRA – Aktivistinnen und alle Frauen, die mitmachen wollen.

17:00 – 18:30 – Putsch, kalter Krieg und der Vormarsch der Neoliberalen: mögliche Gegenstrategien in Lateinamerika
Eine Diskussion mit Vertreterinnen aus Argentinien (Natalia Hurst/ Ni una Menos Austria), Brasilien (Célia Mara), Chile (tba) und Venezuela (Zoraida Nieto) mit einer Intervention von Podemos; Moderation Silvia Jura

19:00 – 20:00: Performance Sabine Marte (tbc)

20:00 – 22:00 open stage: women jam together
Musikerinnen, Sängerinnen, Performerinnen – welcome!
(Keyboard, Percussion und Guitar Amp sind vorhanden)

Programm für Sonntag als pdf

Sonntag 3.9.:
14:00 – 15:30 – Ni una menos? Diskussion zum Femizid in Lateinamerika.
Mit Beiträgen von Vertreterinnen aus Argentinien, Kolumbien, Mexico, Venezuela. (Namen tba) Moderation: Zoraida Nieto

15:30 – 17:00: „Frauen denken weiter: Frauen.Widerstand 2018“
100 Jahre Frauenwahlrecht, 100 Jahre Ende des ersten Weltkrieges, aber auch andere Jahrestage wollen wir nutzen um wieder ein starkes öffentliches feministisches Zeichen zu setzen. Dabei unterstützen wir auch die Initiative für das Frauenvolksbegehren 2.0 und wollen mit den Sprecherinnen über das Verbindende und Synergien Ermöglichende diskutieren.

17:00 – 18:00: Proletarier_innen aller Länder, vergnügt euch!
Was gilt als Arbeit, was als Faulheit – und für wen? Wer bestimmt die Regeln der Leistungsgesellschaft? Die Talkshow in einer überdimensionalen Hängematte verhandelt – Themen wie Grundeinkommen, Wirtschaftsdissidenz, Utopie und ihren Bezug zu Migration, Rassismus und der Festung Europa. Reden Sie mit! / ein Projekt im Rahmen der WienWoche, in Kooperation mit Maiz.

18:00 – 18:30: Lesung Karin Marinho
danach Open Mic: Töne und Worte aller Art…

20:00 – 22:00 Open Stage: women jam together
Musikerinnen, Sängerinnen, Performerinnen – welcome!
(keyboard, percussion und Guitar Amp sind vorhanden)

GlobalSista ist eine Initiative von Globalista: grenzüberschreitende Kulturarbeit und Forschung, in Kooperation mit femous: female & famous
Kooperation mit: Verein Facetten, Ni una Menos Austria, Maiz…
www.globalista.net

19. August 2017 More

Bildergalerie Fem. Tischgesellschaft 2017

alle Fotos ©Bettina Frenzel

10. Juni 2017 More

3. Feministische Tischgesellschaft am 10.6.2017

Ein Film von Magdalena Frey über die dritte feministische Tischgesellschaft ab sofort hier bzw. auf Youtube anzuschauen! Vielen Dank, Magdalena!!!

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Die 3. Feministische Tischgesellschaft findet am 10. Juni 2017 auf der Mariahilferstraße in Wien statt:

Die Plattform 20000 Frauen organisiert ihre dritte Feministische Tischgesellschaft, die am 10. Juni 2017, zwischen 13 und 17 Uhr in der gewohnten Location auf der Mariahilferstraße (Höhe Zieglergasse) stattfindet. Mit dieser Aktion nehmen sich Feministinnen öffentlichen Raum und versuchen, die Passant/innen in Gespräche, Aktionen usw. zu verwickeln.

 

Eine Perfomance um 14 Uhr,
„Frauen für Frieden und eine gewaltfreie Welt“
– eine künstlerische Intervention im öffentlichen Raum – in Kooperation mit der Plattform 20000 Frauen und OBRA.
Konzept: Aiko Kazuko Kurosaki, Ausführende: OBRA – Aktivistinnen und Cie. AIKO
beschreibt gleichzeitig den diesjährigen Schwerpunkt, „Frauen für Frieden und eine gewaltfreie Welt“. Die Tischgesellschaft wird auch Ausgangspunkt für Planungen für 2018 sein, wo eine noch nicht näher definierte größere Aktion aller Frauen in Ö geplant ist.

Aufruf für 2018

Teilnehmende Organisationen/Frauengruppen bei der TISCHGESELLSCHAFT 2017:
an:schläge
Gleichbehandlungsanwaltschaft
MA 57/ Frauenabteilung der Stadt Wien
SPÖ-Frauen (Bund und Wien)
KPÖ
Frauensolidarität I Women´s Solidarity
Vivaro – Viva Romnja
Radio Orange 94.0
Refugees for Refugees
Kongress Polnischer Frauen in Österreich
GIF – Gesellschaft unabhängiger Iranischer Frauen in Österreich
LEFÖ
AUFBRUCH
Frauen  der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich + Dokustelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus
Kurdische Frauen von AVESTA
wendepunkt und KASSANDRA
AÖF
Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik
Sorority
Frauenvolksbegehren 2.0
Verein Drehungen
FZ-Frauen
Wiener Plattform Atomkraftfrei
Solidarwerkstatt
Amnesty International
BDF / Bund demokratischer Frauen
OBRA
Frauenwohnprojekt Ro*sa Donaustadt + Hilde Schmölzer
MSLR – Margarete Schütte-Lihotzky-Raum

Bildergalerie hier!

2017: Folder „Waffenfirmen“

Save the Date – A5 Flyer

Aufruftext 2018:

1918 – 1938 – 1968 – 2018

Seit 100 Jahren entscheiden Frauen über das Zustandekommen und das Ändern von Gesetzen mit, die in unserer Gesellschaft gelten. Erst nach Ende des Ersten Weltkriegs und der damit neuen republikanischen Verfassung konnte das aktive und passive Wahlrecht für Frauen in Österreich verankert werden. Wir meinen, dass es nicht erst die Erfahrung von Krieg und Zerstörung braucht und das Leben von Millionen Menschen kosten darf, um Demokratie, soziale Sicherheit und gleiche Rechte für alle Wirklichkeit werden zu lassen.

Anlässlich von 100 Jahren Frauenwahlrecht treten wir für ein Wahlrecht für alle ein, die hier leben – weil die globale Wirtschaftsordnung anderswo Krieg, Armut, Ausbeutung und Zerstörung produziert und Menschen das Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben. Rechtlosigkeit bedeutet Schutzlosigkeit gegenüber Ausbeutung und Diskriminierung.

Mit europäischen Waffen und Soldaten werden anderswo auf der Welt Macht- und Ausbeutungsverhältnisse aufrechterhalten, die im reichen Norden den preiswerten Konsum sicherstellen und die Profite der Konzerne und Kriegsgewinnler erhöhen. Kriege sind von Menschen gemacht und können von Menschen verhindert werden!

Wir teilen die Überzeugung, dass alle Menschenleben gleich viel wert sind und dass alle Menschen ein Anrecht auf ein gutes Leben haben. Die Barbarei des Krieges, die neoliberalen Arbeitsverhältnisse und die Zerstörung der Natur schaffen unmenschliche Lebensbedingungen, die die Welt in einen Kollaps treiben.

2018 erinnern wir uns auch daran, dass die Errungenschaften von Republik, Sozialgesetzen und Frauenrechten nicht als gegeben angesehen werden dürfen. Was mit dem Faschismus Wirklichkeit wurde, bereitete der autoritäre Ständestaat ab 1934 Schritt um Schritt vor: die Einbeziehung deutschnationaler Ideologie, die Ausrichtung nach einer Kriegsmaschinerie und die Vernichtung von Andersdenkenden. Nicht zuletzt wurde dies durch staatliche Zensur, durch die Zerschlagung von demokratischen Strukturen und die Verfolgung und Verbote linker Parteien und Gewerkschaften erst möglich.

1968 markierte den Aufbruch in eine neue Zeit. Das Aufbegehren der Jugend richtete sich gegen die rigiden Moralvorstellungen ihrer Eltern und deren Nazivergangenheit. Antikriegsbewegungen entstanden im Schatten des Vietnamkrieges in den USA und in Europa. Weltweit wurde die Wiederaufrüstung zum Angelpunkt von Protesten. Auch in Österreich war das Mailüfterl eines neuen Kultur- und Politikverständnisses zu spüren. Der Widerstand fand Ausdruck in der Friedens-, Ökologie- und Anti-AKW-Bewegung. Nicht zuletzt entstand die Zweite Frauenbewegung in dieser Zeit. Die Forderungen nach sexueller Selbstbestimmung, ökonomischer Unabhängigkeit und der Kampf um den straffreien Schwangerschaftsabbruch waren zentrale Anliegen der Neuen Frauenbewegung, für die schon Frauengenerationen zuvor gekämpft hatten.

Heute, 2018, sind wir erneut besorgt um den Frieden in der Welt. Wir sagen laut: Die auch mit österreichischen Waffen geführten Kriege und Bürgerkriege sind nicht unsere Kriege! Nicht in unserem Namen! Wir sind überzeugt, dass Solidarität zwischen Menschen eine Zukunft für alle eröffnet und dass auf dieser Erde genug für alle da ist. Wir sagen, wie schon vor 100 Jahren: Frauen-Widerstand ist möglich! Frauen-Widerstand ist nötig! Nutzen wir unsere Stimme, nicht nur bei Wahlen!

Frauen denken weiter: Frauen. Widerstand 2018
1. Treffen: Dienstag, 7. November 2017, 18 Uhr
im KosmosTheater, Siebensterngasse 42, 1070 Wien, www.kosmostheater.at

19. April 2017 More

„Fuck you“ von Luise Gubitzer

Beinahe eine Buchrezension zum Internationalen Frauentag am 8.3.2017

Download des Textes als pdf

„Eine Poesie des „Fuck you““ ist die Überschrift eines Kapitels in dem 2016 erschienenen Buch einer jungen Feministin, Margarete Stokowski, mit dem Titel „Untenrum frei“.

An unterschiedlichen Stellen des Buches erklärt sie warum sie Feministin geworden ist. Ein Grund ist, weil sie anerkennt und dankbar ist für das, was andere Feministinnen früher für sie erkämpft haben, von dem sie heute profitiert. Es sind vor allem die Freiheit von und die Freiheit zu. Feministinnen haben erkämpft, frei von patriarchalen Abhängigkeiten zu sein, die Freiheit zu wählen und gewählt zu werden, die Freiheit einer Erwerbsarbeit nachzugehen, ein eigenes Einkommen zu erzielen und darüber frei zu verfügen, die Freiheit sich jede Art von Bildung anzueignen und jede Art von Beruf auszuüben, die Freiheit über den eigenen Körper zu verfügen. All diese Freiheiten werden durch Gesetze gewährt, durch eine demokratisch legitimierte Rechtsordnung und Rechtsinstanzen. Ab der Erkämpfung des Wahlrechts haben Frauen die Rechtsordnung und die Demokratie wesentlich mitgestaltet, weil gilt: eine Person eine Stimme.

Ich denke, bei Wahlen ist das noch immer so. Aber, was davor und danach geschieht, ist nicht so. Wer mehr Geld hat, hat mehr Einfluss. Und das sind mehrheitlich nicht Frauen. Weder als Eigentümerinnen von großen Vermögen noch als Entscheiderinnen über große Beträge im Topmanagement.
Vor und nach Wahlen geschieht Entscheidendes. Einflussnahme erfolgt z.B. durch Netzwerke, früher haben Frauen das Patriarchat genannt. Mit dieser werden Wahlen gewonnen und danach werden interessensgeleitete Gesetze beschlossen, Verträge abgeschlossen und erfolgt die Hinterfragung von Entscheiden Oberster Gerichte. Dabei geht es großteils noch nicht um Gleichstellungsgesetze. Aber es geht um die Untergrabung der Demokratie und der Rechtsordnung und daher sollten Frauen ihre Stimme erheben, die Gefahren zur Sprache bringen und die Vorgänge beeinspruchen.

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Aufgabe zu prüfen, ob ein Bescheid auf Basis von Verträgen und Gesetzen verfahrensgemäß erfolgt ist. Er prüft das gesetzmäßige Handeln von Verwaltungsbehörden. So hat er das auch bei der Prüfung des Baus einer dritten Piste am Wiener Flughafen getan. Alle Unterlagen, die er herangezogen hat, wurden von demokratisch gewählten Politiker_innen beschlossen und unterzeichnet. Und jetzt sind es demokratisch gewählte Politiker, die diesen Entscheid auf das Schärfste kritisieren. Was geschieht da? Dass diverse Manager und Kämmerer den Entscheid kritisieren, wundert mich nicht. Sie haben Geschäft, Umsatz, Gewinne, Macht im Kopf. Aber demokratisch-legitimierte Politiker?

Das ist nur ein aktuelles Beispiel für Vorgänge in Österreich. Auf EU-Ebene ist ein Beispiel die Nicht-Reaktion der EU als in Rumänien das Antikorruptionsgesetz novelliert werden sollte. Nicht EU-Gremien haben das massiv beeinsprucht, sondern die Bevölkerung Rumäniens hat die Zurücknahme erreicht. Auf wie lange? Die EU lässt zu was mit der demokratischen Rechtsordnung in Polen und in Ungarn geschieht und sie macht Verträge mit jenem Mann, der fundamentale Rechte außer Kraft setzt und gegen 2854 Richter_innen und Staatsanwält_innen Haftbefehle erließ, mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan. Demokratisches Recht ist durch Politiker und auch durch manche Politikinnen, wie Marine Le Pen, gefährdet.

Recht ist aber auch gefährdet durch Unternehmen, die über Parteienfinanzierung, Medienbesitz, Bezahlung teurer Lobbyisten Politiker_innen für ihre Interessen gewinnen. Das offensichtlichste Beispiel sind die Vorgänge in den USA. Hunderttausende Frauen mit pinkfarbenen „Pussy-Hats“ sind dagegen beim „Frauenmarsch auf Washington“ im Jänner 2017 auf die Straße gegangen.

Die Rechtsordnung wird sowohl von Politiker_innen als auch von Unternehmen und Vermögenden massiv für ihre Interessen umgestaltet. Sowohl der Vorgang, als auch die Ergebnisse sind alarmierend. Recht und Demokratie sind die zwei Fundamente, die Frauen die Freiheit von und die Freiheit zu ermöglichen. „Fuck you“ ist notwendig und nicht nur „eigentlich“ sondern wirklich, wenn diese gefährdet sind.

In Kapitel 6 verweist Margarete Stokowski auf einen Text von Kurt Tucholsky aus 1928 in dem steht, dass „eigentlich“ kein Wort, sondern eine Lebensauffassung sei. Menschen leben vor sich hin, sagen aber „eigentlich“ seien sie was völlig anderes: Rebellen, Dichter. Sie schreibt: „In den schwachen Momenten neigen wir dazu, unsere Haltung hinter einen Satz zu schieben, der mit „eigentlich“ anfängt und dabei zu vergessen, was unsere Handlungsmöglichkeit wäre, das heißt: was unsere Freiheit ist. Für diese Momente hilft es, eine Poesie des „Fuck you“ zu entwickeln und in sich zu tragen, wie ein Mantra“ (S.189). So könne die eigene Handlungsfähigkeit erhalten bleiben und Frauen sich erinnern, wofür sie stehen. Das „Fuck you“ kann eine „magische Formel“ sein, die stärkt „für unsere Ziele zu kämpfen“. „Ein Großteil feministischen Handelns besteht darin, sich nicht verarschen zu lassen.“ Nicht durch Ablenkung, nicht durch Beschimpfung, nicht durch Verbreitung von Mythen, Vorurteilen und Klischees, nicht durch den Vorwurf der Übertreibung der „political correctness“ durch geschlechtersensible Sprache. Es gibt konstruktive Kritik und es gibt „Fuck you- Anwärter*innen“ (S. 190). Das „Fuck you“ kann daher eingesetzt werden als Mantra, zur Gelassenheit gegenüber Kritik, zur Selbstvergewisserung um die Stimme zu erheben und um klar zu machen: Mit mir nicht.

Mit dem Mantra „Fuck you“ sollen sich Frauen stärken, wenn sie unsicher werden, ob der Feminismus noch gebraucht wird. Denn die Kritik gegenüber Feministinnen ist wieder härter geworden. Feministinnen würden „übertreiben“, verhielten sich „bescheuert“, seien „anstrengend“, hätten kein Verständnis für Notwendigkeiten wie zum Beispiel für die, dass so viele Männer Präsidenten seien oder in Vorstandsetagen sitzen, weil es keine qualifizierten Frauen gäbe; oder dafür, dass es eben eine Notstandsverordnung und ein Fremdenrechtspaket, eine Sicherheitsdoktrin und eine dritte Startbahn am Wiener Flughafen braucht.
Der Feminismus würde im 21. Jahrhundert in Europa nicht mehr gebraucht werden, wird behauptet. Jene, die das meinen fragt sie: „Heißt das, Du glaubst, das hier ist der Endzustand?“ (S. 193): Die 22% Gender Wage Gap; der geringe Anteil von Frauen in Führungspositionen; 12 Stunden Erwerbsarbeit pro Tag; die sexuelle Gewalt gegen Frauen; die Art, wie wir leben; die Präsidenten Orban, Duda, Erdogan in Europa und Trump in den USA? Das alles soll „das abschließende Ergebnis aller Kämpfe und Diskussionen um Gleichstellung sein?“ (S. 193) Sie meint, dass es das nicht sein kann und schreibt: „Ich will nicht, dass Olympe de Gouges (1748-1793) ihren Kopf dafür hergeben musste, dass wir uns heute umschauen und sagen: Mehr geht nicht. Wir würden damit alle verarschen, die uns hierher gebracht haben, und ich verarsche nicht gerne Menschen, die etwas für mich getan haben. Also machen wir weiter, und wir brauchen keine Erlaubnis dafür: „I need no permission, did I mention“ zitiert sie Beyoncé“ (S. 193).

Wichtig ist, dass Frauen nicht aufhören Zustände, die ungerecht sind als Ungerechtigkeit zu sehen, darüber Wut zu empfinden und diese auch auszudrücken. Solche Zustände sind kein Naturgesetz, kein Sachzwang, keine Notwendigkeit, dass sie so sein müssen. Sie sind zu verändern.

Hannah Arendt (1958/1994, S. 180) schreibt, dass „das Handeln und Sprechen … sich in dem Bezugsgewebe zwischen den Menschen“ vollzieht. Mit „politisch handeln“ wird ein eigener Faden in das gesellschaftliche Gewebe gewebt, das man nicht selbst gemacht hat. Ein solches Gewebe ist der Feminismus. Ein Gewebe, das unsere feministischen Ahninnen begonnen haben zu weben. In dieses weben sich junge Feministinnen ein und entwickeln und tragen den Feminismus weiter. Das tun sie unter anderem in dem sie das Wort ergreifen. Und sei es nur mit einem „Fuck you“.

Durch das öffentliche Bildungssystem, das Feministinnen miterkämpft haben, sind viele Frauen sprach-, kritik-, und reflexionsfähig geworden. Manche, wie Frau Stokowski, melden sich daher „radikal“ zu Wort. Was für sie bedeutet, dass man genau und präzise sagt, was man meint und was ist. Sprache ist das, was wir teilen. Über Sprache sind wir fähig uns mit anderen zu verständigen. „Aber die Sprache mit der ich das alles formuliere, ist nicht meine, ich habe die Worte nicht erfunden, ich leihe sie mir nur aus und gebe sie an die Welt weiter“ (S. 196) Damit sich Frauen wie sie, Worte leihen können, ist es notwendig, dass es auch weiterhin feministische Forschung gibt in allen Bereichen. Auch und gerade in der Ökonomie. Denn Feministische Ökonomie gibt Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit Ökonomie anders zu denken, neue Begriffe zu entwickeln, ungerechte Zustände sprachlich zu benennen und Maßnahmen zu deren Veränderung zu formulieren. Aber auch dazu braucht es die rechtlich gesicherte Forschungsfreiheit. Margarete Stokowski schließt ihr Buch mit dem Satz: „Ich habe an das Aufstehen und an das Liegenbleiben geglaubt, an die Ruhe und den Sturm, und ich weiß nicht, was noch kommt und woran ich in meinem Leben noch glauben werde, aber ganz sicher niemals ans Schweigen.“ (230).

Die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Demokratie, ihrer Rechtsordnung, und Rechtsorgane ist die Voraussetzung das Frauenrechte gewährt sind. National, supranational und international ist das keine Selbstverständlichkeit – mehr. Es gibt Entwicklungen, die die Demokratie und die demokratische Rechtsordnung als altmodisch, überholt, ja als dekadent erscheinen lassen. Politiker machen sich breit, die für sich das Führerprinzip in Anspruch nehmen und die den Rechtsstaat als „Normenstaat“ in einen „Maßnahmenstaat“, einen „Repressionsstaat“ umändern.

Feminismus ist international, vielfältig, aber niemals neutral und schweigsam.

Auch dazu nicht.
Literatur:
Stokowski, Margarete (2016): Untenrum frei. Rowohlt. Hamburg.
Arendt, Hannah (1958/ 1994): Vita Activa oder Vom tätigen Leben. Piper. München/ Zürich.

Luise Gubitzer ist Ökonomin und Professorin am Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie, Department Volkswirtschaft, WU Wien, luise.gubitzer@wu.ac.at

14. April 2017 More

Friedensapell WILPF – Rom Erklärung April 2017

Frauen vereint für ein friedliches Europa in einer friedlichen Welt

WILPF – Rom-Erklärung als pdf hier

Europa steht 2017 am Scheideweg – Kooperation und Errungenschaften stehen auf dem Spiel. 60 Jahre nach den römischen Verträgen hat die EU viel Kredit verloren bei Frauen, die an Frieden und Gerechtigkeit, ein gutes Leben in Sicherheit und Beteiligung an Entscheidungen glaubten.

Unsere feministische Vision war und ist inklusiv, gleichberechtigt, demokratisch, gerecht, nachhaltig und friedlich. Sie setzt auf Pluralismus, Diversität und die Garantie von Rechten. Sie ist für IFFF/WILPF die Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft.

 

WAS UNS SCHON IMMER UND AUCH HEUTE BEWEGT:

    • Die Notwendigkeit, gemeinsam Nationalismen und Traumata vom Krieg zu überwinden, unsere grenzüberschreitende Zusammenarbeit, um gegenseitiges Vertrauen und Solidarität zu befördern in einer offenen und säkularen Gesellschaft.
    •  Die EU ist nicht nur ein Raum für Geld und Märkte. Europa ist mehr als die EU. Europa ist die Heimat ihrer BürgerInnen und derer, die bei uns Zuflucht gefunden haben und finden, weil sie ihre Heimat und Lebensräume verlassen mussten.
    • Es gehört zum kulturellen Erbe Europas, dass Menschen Mauern eingerissen haben und grundlegende Freiheiten und Demokratie mit gleichberechtigter Beteiligung von Männern und Frauen geschaffen wurden.
    • Die meisten EuropäerInnen haben die Lektion aus dem Kolonialismus verstanden und respektieren universelle Menschenrechte als Teil globaler Verantwortung auch für den Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen, ohne Natur zu schädigen und Menschen auszubeuten.
    • Die Wirtschaft muss den Menschen dienen und nicht Profite und Interessen einiger Weniger. Menschliche Sicherheit wird erreicht durch die Vermeidung von Konflikten und dem Schutz von Frauen.

 

HERAUSFORDERUNGEN FÜR UNS FRAUEN 2017: FÜR EINE FRIEDLICHE UND GERECHTE ZUKUNFT:

Die EU steht für ein ökonomisches Modell, das Ungleichheiten und Ungerechtigkeit überall auf der Welt vergrößert hat. Die Kluft zwischen arm und reich wächst auch in unseren Gesellschaften. Die Interessen multinationaler Unternehmen, Austeritätsmaßnahmen, ungerechte Steuersysteme, das Fehlen und Abbau öffentlicher Sozial-und Gesundheitssysteme – einschließlich reproduktiver Rechte – bedrohen die Grundlagen unseres Gemeinwesens, die Unabhängigkeit von Frauen und ihre gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe.

Die EU wird zu einem Raum der Exklusion, wo Regierungen neue Mauern bauen, “effiziente” Pushbacks für Flüchtlinge organisieren, Deals mit undemokratischen Führern vereinbaren, um neue “sichere Herkunftsstaaten” zu definieren und weiter die Festung Europa militarisieren. Diese Politik steht oft im Widerspruch zu Völkerrecht und internationalen Menschenrechtsvereinbarungen.

In der EU herrscht Angst vor, die von populistischen/nationalistischen Politikern und rechten Medien geschürt werden. Frauen sind nicht nur mit alten Formen patriarchaler Unterdrückung konfrontiert, sondern kämpfen gegen neue Formen der Diskriminierung, die „Gender“ als Kategorie bekämpfen und offen Rassismus und Hass predigen. Viele wenden sich an autoritäre Führerfiguren, die einfache Lösungen für komplexe Probleme versprechen.

Das Konsum-und Produktionsniveau (und die Produktionsweise) in der EU und in Europa verschärfen den Klimawandel und sind eine zusätzliche Quelle für Konflikte, Hunger und Zwangsmigration.

Der militärische Pfeiler der EU wird ausgebaut mit der Implementierung der neuen “Global Strategy”, dem Outsourcen des Grenzmanagements an die NATO. Die Steigerung der Militärbudgets in den Mitgliedsstaaten, die Ausrüstung mit neuen Waffengenerationen und ein nukleares Revival in Verbindung und Neubekräftigung der Abschreckungslogik ist extrem gefährlich.

 

WILPF FRAUEN ARBEITEN DARAN, DASS SICH ETWAS ÄNDERT

WILPF ist die älteste Frauenfriedensorganisation. Im Geiste unserer Gründungsmütter und eingedenk der aktuellen gefährlichen Entwicklungen sind wir überzeugt, dass es höchste Zeit ist, sich für ein anderes friedliches und gerechtes Europa einzusetzen. Ligafrauen aus ganz Europa haben sich in Rom getroffen, um unsere Rolle „agents of change“ zu bestätigen. Wir betonen unseren Mut, komplexe Antworten auf komplexe und globale Fragen zu geben. Wir arbeiten über Grenzen hinweg mit unseren europäischen Sektionen und Frauen aus Nachbarregionen in vielen Netzwerken und im Rahmen einer globalen Verantwortung zusammen. Wir werden weiterhin mit einer Genderbrille die Wurzeln von Kriegen und Gewalt benennen und für gewaltfreie Aktionen mobilisieren.

 

WIR RUFEN UNSERE REGIERUNGEN; PARLAMENTARIERINNEN UND EU INSTITUTIONEN AUF

    • Move the money from war to peace! Investieren sie das Geld wo es dringend gebraucht wird für die Menschen: in sozialer Sicherheit, Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung!
    •  Stoppen Sie den Waffenhandel in Konfliktregionen und beachten sie den Zusammenhang von Waffenlieferungen und geschlechtsbezogener Gewalt (CEDAW), verringern sie die Produktion von Klein-und Leichtwaffen und insbesondere Massenvernichtungswaffen!
    •  Nehmen Sie aktiv Teil und Anteil an den gerade begonnenen Verhandlungen zu nuklearer Abrüstung.
    • Bauen Sie die NATO ab, entnuklearisieren Sie Europa und stoppen Sie die Abschreckungslogik!
    •  Investieren Sie in eine Globale Strategie, die der Prävention Vorrang gibt und eine weitere Militarisierung unserer Gesellschaften verhindert!
    •  Setzen Sie die Nachhaltigen Entwicklungsziele um (SDGs), unter besonderer Berücksichtigung Ziel17
    •  Schaffen Sie ein Asylgesetz, das nicht nur menschenrechtliche und völkerrechtliche Vorgaben erfüllt, sondern Priorität für den Schutz, die spezifischen Bedürfnisse und eine sichere Unterbringung für Frauen und Mädchen gewährleistet, gegenüber patriarchalen Strukturen und geschlechtsbezogene Gewalt in ihrem Herkunftsland, auf der Flucht und in Europa. „Frauen und Flucht“ muss integraler Bestandteil der Nationalen Aktionspläne zur UNRes 1325 sein!
    •  Respektieren sie die Women, Peace and Security/WPS Agenda mit der Umsetzung der UNRes 1325, ohne diese für militärische Ziele zweckentfremden!
    • Unterstützen Sie Frauenprojekte, Kooperation, Frauenforschung und Friedenserziehung als Teil der Bildung einer Kultur des Friedens!
    • Verstärken Sie neue Modelle von Konsum und Produktion, die die Grenzen des Wachstums und die Gemeinwohlökonomie einbeziehen!
    •  Respektieren sie die uneingeschränkte Bedeutung von Gleichberechtigung und der Care-Wirtschaft, die Teil eines Frühwarnmechanismus für eine friedliche und gerechte Gesellschaft sind.
    •  Ratifizieren Sie die Istanbul Konvention und implementieren sie entsprechende Schutzmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt!
    •  Tragen Sie aktiv zu Klimaschutzmaßnahmen bei durch die volle Umsetzung des Pariser Abkommens mit einer gendergerechten Agenda!
    • Stoßen Sie mit uns 1000 Ideen und Visionen für die Ausbildung eines Europa der BürgerInnen an: Europäische (Tage in ) Schulen und Institutionen, Europäischen Zivildienst, mehr Erasmus und andere Austauschprogramme, billiges “Interrail,” cross border Festivals, Schaffung europäischer Medien
4. April 2017 More

Bildergalerie OBRA 2017

alle Fotos © Bettina Frenzel

15. Februar 2017 More

„Ihre Sorgen möchten wir haben“ …

… wirbt ein Versicherungskonzern für Kunden. Ähnlich agieren Integrationsminister Kurz und FPÖ-Chef Strache, indem sie aus einem Stückchen Stoff zuerst ein Problem machen, das sie dann zu beseitigen versprechen. Wie das Amen im Gebet werden in regelmäßigen Abständen Debatten inszeniert. Wir erinnern uns z.B. an die Burkini-Debatte im Sommer, die einzig den Sinn hatte, abzulenken von den wirklich tiefgreifenden Problemen, vor denen unser Land steht. Nun im Winter kommt das Kopftuchverbot, das Strache, Kurz und auch Integrationsexperte Faßmann fordern.

Was ist denn geschehen, dass wieder eine Kopftuch-Diskussion vom Zaun gebrochen wird? Ist jemand mit einem Kopftuch erschlagen, erschossen, erdrosselt worden? Nichts ist geschehen. Vielmehr geht es um Vorbeter und Nachbeter. Die FPÖ z.B. verlangt ein Burka- oder Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst, an Schulen und Universitäten. Um keine Kunden, sorry, Parteimitglieder an die Blauen abtreten zu müssen, betet das rechte ÖVP-Lager nach. Die haben nämlich gerade eine Obmann-Debatte, und Sebastian Kurz möchte sich profilieren, indem er Strache hinterher hündelt. Einen Widerspruch zu den Kreuzen in den Klassenzimmern sieht der VP-Minister nicht, die würden schließlich zur historisch gewachsenen Kultur gehören. Und um alle Mitglieder seiner Partei zufriedenzustellen, meint er, „Österreich ist zwar ein religionsfreundlicher, aber auch ein säkularer Staat“. Jedem das Seine, sofern es den eigenen religiösen Wertekatalog anlangt. Besonders hinterfotzig ist, dass wieder einmal Frauen für diese Schleierfahndung missbraucht werden, denn Kopftücher werden von Frauen getragen – hier wie dort.

Die Kopftuch-Debatte, mit der Feindbilder produziert werden, erinnert fatal an unsere Vergangenheit. Eine „historisch gewachsene Kultur“ schloss das „Andere“, das „Fremde“ schon einmal aus dem Wertekatalog aus. Der rassistische Völkermord war die Folge.
Bärbel Danneberg

Deshalb solidarisieren wir uns mit den muslimischen Frauen, die auch in ihrem Beruf ein Kopftuch tragen wollen und verurteilen die billige Stimmenfängerei im rechten Lager durch „Integrations“minister Kurz auf Kosten des Selbstbestimmungsrechts von Frauen.

12. Januar 2017 More