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Bildergalerie OBRA 2017

alle Fotos © Bettina Frenzel

15. Februar 2017 More

„Ihre Sorgen möchten wir haben“ …

… wirbt ein Versicherungskonzern für Kunden. Ähnlich agieren Integrationsminister Kurz und FPÖ-Chef Strache, indem sie aus einem Stückchen Stoff zuerst ein Problem machen, das sie dann zu beseitigen versprechen. Wie das Amen im Gebet werden in regelmäßigen Abständen Debatten inszeniert. Wir erinnern uns z.B. an die Burkini-Debatte im Sommer, die einzig den Sinn hatte, abzulenken von den wirklich tiefgreifenden Problemen, vor denen unser Land steht. Nun im Winter kommt das Kopftuchverbot, das Strache, Kurz und auch Integrationsexperte Faßmann fordern.

Was ist denn geschehen, dass wieder eine Kopftuch-Diskussion vom Zaun gebrochen wird? Ist jemand mit einem Kopftuch erschlagen, erschossen, erdrosselt worden? Nichts ist geschehen. Vielmehr geht es um Vorbeter und Nachbeter. Die FPÖ z.B. verlangt ein Burka- oder Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst, an Schulen und Universitäten. Um keine Kunden, sorry, Parteimitglieder an die Blauen abtreten zu müssen, betet das rechte ÖVP-Lager nach. Die haben nämlich gerade eine Obmann-Debatte, und Sebastian Kurz möchte sich profilieren, indem er Strache hinterher hündelt. Einen Widerspruch zu den Kreuzen in den Klassenzimmern sieht der VP-Minister nicht, die würden schließlich zur historisch gewachsenen Kultur gehören. Und um alle Mitglieder seiner Partei zufriedenzustellen, meint er, „Österreich ist zwar ein religionsfreundlicher, aber auch ein säkularer Staat“. Jedem das Seine, sofern es den eigenen religiösen Wertekatalog anlangt. Besonders hinterfotzig ist, dass wieder einmal Frauen für diese Schleierfahndung missbraucht werden, denn Kopftücher werden von Frauen getragen – hier wie dort.

Die Kopftuch-Debatte, mit der Feindbilder produziert werden, erinnert fatal an unsere Vergangenheit. Eine „historisch gewachsene Kultur“ schloss das „Andere“, das „Fremde“ schon einmal aus dem Wertekatalog aus. Der rassistische Völkermord war die Folge.
Bärbel Danneberg

Deshalb solidarisieren wir uns mit den muslimischen Frauen, die auch in ihrem Beruf ein Kopftuch tragen wollen und verurteilen die billige Stimmenfängerei im rechten Lager durch „Integrations“minister Kurz auf Kosten des Selbstbestimmungsrechts von Frauen.

12. Januar 2017 More

Bildergalerie „internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“ 25.11.2016

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alle Fotos: ©Bettina Frenzel

25. November 2016 More

Friedensaktion am Nationalfeiertag 2016

Friedensaktion am Nationalfeiertag: 26.10.2016

Aufruf an alle Friedensaktivistinnen:

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 12.00
Michaelerplatz/ Ecke Kohlmarkt, 1010 Wien

Entwaffnet euch! Genug geKRIEGt! Genug getötet!

Flashmob der Plattform 20000 Frauen mit Pace-Fahnen. Wir beginnen beim Stand der Plattform für eine atomkraftfreie Zukunft am Michaelerplatz. Von dort aus durchtanzen und unterwandern wir die Leistungsschau des österreichischen Bundesheers mit bunten Friedensfahnen. Begegnungen mit Chor2go, einer Initiative, die sich singend für die Wiederwahl von Alexander van der Bellen zum Bundespräsidenten einsetzt, und mit den Aktivist/innen der Solidarwerkstatt Linz, die eine Kundgebung zum Thema „Aktiv neutral statt EU-militarisiert“ abhält, werden uns dabei sehr freuen.

Flugblatt 26.10.2016Flugblatt hier!

Nationalfeiertag 26.10.2016 Friedens-Flashmob

Bilder hier! Nationalfeiertag 26.10.2016 Friedens-Flashmob

21. November 2016 More

Bildergalerie Friedens-Flashmob 26.10.2016

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alle Fotos: ©Bettina Frenzel

27. Oktober 2016 More

Von der Not-Wendigkeit sexistischer Werbung und Adbusting als Subversion des Augenblicks / Ulli Weish

Artikel für Katharina Sarikakis Blog univieannamedialab.worldpress.com

Von der Not-Wendigkeit sexistischer Werbung und Adbusting als Subversion des Augenblicks

Ulli Weish 14.7.2016
Die Europameisterschaft 2016 im Fußball ist vorbei. Als verlässliche Begleiter konnten auch heuer wieder vielfältige Sexismen insbesondere in der Sportwerbung beobachtet werden. Verlässlich wie redundant arbeitet der internationale Sportwettenanbieter bet-at-home wiederholt mit plumpem Sexismus und lässt sich seine Kampagne mit Printsujets als Spanner-Plakate gestalten. Zur Erinnerung: Eine junge dunkelhaarige nackte Frau mit Blick in die Kamera hält einen Fußball unter dem Arm, freier Blick auf Po und Seitenansicht des Busens stehen im Zentrum des Sujets, umrahmt mit schwarzen Rändern, um den Eindruck eines Fernglases zu erzeugen, das auf sie gerichtet ist. Der Werbespruch daneben wirbt mit ‚Das Leben ist ein Spiel‘. Die für die Gestaltung verantwortliche Agentur Ganterundenzi ist ebenso wie der Auftraggeber für keine Stellungnahme bereit, nichtmals für den ORF im Laufe der gesamten folgenden Kalenderwoche, weder für das Kulturjournal am Mo, 4.7.2016 noch für orf.on (http://orf.at/stories/2348315/ ), und schon gar nicht für alternative kritische Medien. Die Agentur deutet die öffentliche Kritik zu ihren Sujets als mangelnde Liberalität, fehlende Lebensfreude und moralischen Konservativismus um (http://www.gantnerundenzi.com/kritik/ ). Mit Sexismus möchten sie sich nicht befassen, weder mit verschiedenen Lesarten, ob intendiert oder nicht, noch mit möglichen Folgeschäden einer sexistischen Rezeption, die breit und divers ist und niemals monokausal begründbar sein kann, wenn Übergriffe auf Frauen und Mädchen stattfinden. Überall, zu jeder Zeit, in jeder Stadt, in jedem Staat, kulturell anerzogen, medial dramaturgisch angelegt und seit den poststrukturalistischen Debatten rund um Postfeminismus (vgl. Gill 2015: 249) ironisiert, ambivalent lesbar, und dadurch amorph. Kritische Werbewirkungsforschung geht von verschiedenen Zielgruppen und Betroffenen aus, sexistische Werbung ist daher besonders triggernd für Opfer von sexuellen Gewaltverbrechen (Blake 2015: 92f.).

Die Kritik des österreichischen Werberats zum betreffenden Sujet – siehe http://www.werberat.at/beschwerdedetail.aspx?id=4829 – ebenso wie die der drei österreichischen Watchgroups gegen Sexismus in der Werbung in Graz (http://www.watchgroup-sexismus.at/cms/?p=2212 ), Wien (seit 2. Juni http://www.werbewatchgroup-wien.at/entscheidungen/aktuelle?_%5BADS%5D%5Bid%5D=3379 und Salzburg ( http://www.watchgroup-salzburg.at/2016/06/26/sexistische-werbung-des-wettanbieters-bet-at-home-com/

war eindeutig, aber dennoch wirkungslos, da ohne Konsequenzen ausgestattet. Die Selbstregulation der Werbebranche durch den Österreichweit agierenden Werberat (ÖWR) hat zweifelslos an Bedeutung zugenommen, doch allzu wirksam ist das Instrument in Fällen wie diesem nicht. Der Mechanismus ist bekannt und altbewährt. Denn wenn auch selten wie in diesem Fall einhellig die Plakatkampagne von bet-at-home als sexistisch verurteilt wurde und die Betreiber ersucht wurden, die Kampagne einzustellen, doch die Auftraggeber sich schlichtweg weigern (was ihr Recht ist, denn Selbstregulation baut auf Verständigung und Selbstreflexion auf, Sexismus in der Werbung ist bislang kein Tatbestand, siehe Rechtslage http://www.werbewatchgroup-wien.at/files/Int_nat_Rechtsrahmen_Mag.a_Kappel_20131029.pdf ), passiert genau nichts. Kein Risiko für Tabubrecher in der Agentur-Szene – sondern symbolische Gratifikation als Hippster-Coolness und Rebellen-Image, kein Rechtsbruch für Wiederholungstäter bedenklicher Produkt- und Dienstleistungen (zur Erinnerung: es geht um das Produkt Internet-Sport-Wetten, der Geschäftsführer geht von einer ‚gelungenen Kampagne für die Zielgruppe‘ aus, vgl. http://kurier.at/leben/bet-at-home-werbung-die-an-sexuellen-uebergriff-grenzt/203.718.293 ).

Adbusting und Culture Jamming als Markenkritik

Wenn zivilgesellschaftliche und brancheninterne Kritik nicht fruchtet, eignet sich feministischer Aktivismus und Satire, die sexistischen Mechanismen darzustellen und zu persiflieren, wenn genderegalitäres Bewusstsein zu Sexismus fehlt. Die Plattform 2000frauen, eine zivilgesellschaftliche feministische Gruppe aus Wien (http://zwanzigtausendfrauen.at ) initiierte daher ein Adbusting, ein Werbefake als „Sommerloch-Aktion zur Fußball EW“. Sie produzierte ein Sujet von bad-at-home mit nacktem Männerhintern und freiem Blick auf die sekundären männlichen Geschlechtsorgane, daneben platziert obligatorischer Fußball, ebenso umrandet mit schwarzem Ferngucker und kreierte 6 Werbesprüche, die in der Tonalität den Doppelsprech sexistischer Werbetexte ironisieren (Bilder und link zu Aktion der Plattform: http://zwanzigtausendfrauen.at/2016/06/fake-zum-sommerloch/).

Die Reaktionen auf Twitter und Facebook zu der Gegenkampagne (bet-at-home wird zu bad-at-home) waren vorwiegend positiv, da vor allem aus profeministischer Szene die Bilder und der ironische Text gepostet wurde. Reaktante Einzelfeedbacks zur Ästhetik der Fakes wurden ebenso mitgeliefert. Wie nun der Umgang in den sozialen Netzwerken mit Nacktheit und Sexismus bzw. deren kritische Ironisierung praktiziert wird, beschrieb die Journalistin Alexia Weiss in der Wiener Zeitung (http://www.wienerzeitung.at/meinungen/blogs/juedisch_leben/830352_Anstoessig.html ), Grundtenor: Faschismus im Netz wird kaum geahndet, eine nackte Abbildung, selbst wenn es sich um Kritik, Satire oder Aufklärung handelt, wird in Sekundenschnelle von Facebook gelöscht. Auch der Vergleich mit dem Originalsujet erstaunt: Die Standard Journalistin Olivera Stajic‘ versuchte daraufhin ein kleines alltägliches Sozialmedia-Experiment: Sie postete das Originalsujet von bet-at-home auf Facebook und bekam keine negative Reaktion, das Nacktbild der Dame blieb, doch das Fakebild vom nackten Mann war nach 20 Minuten weg, verschwunden, zwangsgelöscht, vgl. http://derstandard.at/2000040926434/Gegenkampagne-persifliert-sexistische-Werbung

Conklusio für Rechtssicherheit

Subversion als Alltagshandlung gegenüber normalisierenden Sexismen können nicht das Problem – die Aufmerksamkeitsökonomie des Spannens und Starrens – per se verändern. Sie spielen mit der abweichenden Lesart, die das Ungewohnte für das Gewöhnliche einsetzt und damit schockiert (Lasn 2008: 15). Durch die Emotionalisierung und das kritische Selbstbeobachten im Umgang mit ungewohnten bzw. in diesem Fall tabuisierten Bildern kann kritisches Bewusstsein geschaffen und vertieft werden. Das Ziel ist hier ein pragmatisches und konkretes: Die aktuelle Rechtslage in Bezug auf Glückspiel und Sexismus in der Werbung muss hinterfragt und neu geregelt werden (vgl. Völzmann 2014), damit kollektive Lesarten relevant werden und normalisierende Abwertungspraxis (Sex sells als eine dominante Spielart unkreativer Werbung) strafbar wird. In Zahlen messbar, in Geldstrafen verwertbar. Denn Selbstregulation allein setzt Verbindlichkeit bei allen Akteur_innen der Werbeszene voraus, eine Annahme, die in der Praxis falsch sein muss, da Werbung durch Tabubruch ‚funktioniert‘. Das praktizistische Doublebind kann nur durch Rechtssicherheit für alle Beteiligte aufgelöst werden: für die Kreativen als Bild- und Textproduzent_innen, für die Auftraggeber_innen als Finanziers, und für die Rezipient_innen als Käufer_innen, Adressat_innen von Werbung und als Zwangsinformierte, die im öffentlichen Raum den Werbebotschaften ausgesetzt sind. Gerade wenn Werbung so dominant sichtbar und überall – in jedem sozialen wie medialen Umfeld eingebaut ist – muss Werbung gesellschaftlich neu verhandelt und geregelt werden.

Literatur:
Blake, Christopher (2015): Wie mediale Körperdarstellungen die Körperzufriedenheit beeinflussen. Eine theoretische Rekonstruktion der Wirkungsursachen. Springer VS, Wiesbaden.
Gill, Rosalind (2015): Gender And The Media. Polity Press, Cambridge.
Lasn, Kalle (2008): Culture Jamming. Das Manifest der Anti-Werbung. Orange Press, Europrinting Mailand.
Völzmann, Berit (2014): Geschlechterdiskriminierende Wirtschaftswerbung. Zur Rechtmäßigkeit eines Verbots geschlechterdiskriminierender Werbung im UWG. Nomos Verlag, Baden-Baden.

Ulli Weish, Maga. Drin, ist seit 1996 Lektorin am Wiener Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie seit 2011 am Institut für Kultur- und Sozial-Anthropologie im Bereich Gender Studies, Expertin der Wiener Watchgroup gegen Sexismus in der Werbung und Medienaktivistin der Plattform 20000frauen.at. Im April 2016 erhielt sie für ihre zahlreichen ehrenamtlichen feministischen Aktivismen einen der drei Preise des Österreichischen Frauenrings.

16. September 2016 More

Frauen, der ökonomische Faktor – Volksstimme Oktober 2016

Soziale Repression

Frauen, der ökonomische Faktor

Tausend Mal beklagt, immer wieder gesagt und dennoch unerhört: Die Krise des Sozialstaates trifft Frauen in besonderem Maß. „Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde! Lasst uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Munde sind!“ (Bert Brecht)

Es ist die Zeit der Monster, sagten wir in der Redaktionssitzung. Und tatsächlich: Monströse Arbeitsbedingungen, überhandnehmende Ungleichheit, extreme Ausbeutung der Ware Arbeitskraft, wohin man und frau blickt: steigende Armut und Arbeitslosigkeit, steigender Reichtum. Und viel Arbeit, die zu erledigen, aber unbezahlt ist. Wie wirkt sich die soziale Repression auf Frauen aus?

Weibliche Alltagsgeschichten

Einer der letzten schönen Sommerabende im August. Nach dem Baden im See gehen meine Freundin und ich ins Café der Bootsanlegestelle am Ottensteiner Stausee, um den lauen Abend ausklingen zu lassen. Die Kellnerin ist kurz und knapp, ja, was zu trinken gibt es noch, aber um 19 Uhr ist eigentlich Sperrstunde. Ich schaue mir das müde Gesicht der Frau an. Ich frage, ab wann sie denn heute im Dienst gewesen sei. Seit acht sei sie hier, sagt sie. Anstrengend, sage ich, der Acht-Stunden-Tag ist also passee? Das ist Saisonarbeit, meint sie, tagein, tagaus im Sommer, sie sei froh, den Job zu haben, sie pendle von Hadersdorf bei Krems hierher. „In der Saison hast du vollauf zu tun, und im Winter gehst du stempeln.“

Die teilzeitbeschäftigte Sekretärin eines gemeinnützigen und finanzschwachen Wellness-Vereins wird seit Jahren in den Sommermonaten in die Arbeitslose geschickt – mit einer Einstellungszusage für den Herbst. Dann beginnt die intensive Arbeit und es geht rund um die Uhr. In den Sommermonaten sind die Klient_innen, die sich Wohl und Wellness leisten können, auf Kreta oder sonst wo. Die Sommerarbeitslosigkeit bedeutet für die Sekretärin, eine Alleinerzieherin: 400 Euro weniger im Monat und keine Anrechnung der Dienstzeiten für die Pension. Aber sie ist froh, diesen Job zu haben, sagt sie.

Die 73jährige Pensionistin war zeitlebens Hausfrau, um sich den Kindern zu widmen. Sie war bei ihrem Mann mitversichert. Fünf Jahre lang hat sie ihre Mutter bei sich zu Hause betreut, gepflegt und in den Tod begleitet. Jetzt, nachdem die Betreuungslast von ihr abgefallen ist, machen gesundheitliche Beschwerden eine schwere Herzoperation notwendig, sicher auch ein Resultat der jahrelangen Intensivbetreuung ihrer alten Mutter. Der Rehab-Aufenthalt nach der OP wird von der Pensionsversicherung abgelehnt, für Mitversicherte gelte das nicht. Schließlich bewilligt die Wiener Gebietskrankenkasse nach Bittgesuchen doch einen Rehab-Kuraufenthalt. Sie ist erleichtert und dankbar.

Die 40jährige Betriebsratssekretärin eines großen Konzerns stöhnt: „Arbeit, Arbeit, Arbeit – ich arbeite Vollzeit, habe 50 Gutstunden und falle tot um, wenn ich abends nach Hause komme. Dabei arbeite ich sehr gerne.“

Vier typische Frauenschicksale aus meinem engen Freundinnenkreis. Und alle sagen danke für die Ausbeutung. Hauptsache einen Job haben, wie und unter welchen Bedingungen ist egal. Wo also ist der Widerspruch zu verorten – viel Arbeit, viel Arbeitslosigkeit, viel Ausbeutung?

Gleichstellungskennzahlen, Frauenmonitor

„Die Arbeitslosigkeit nimmt seit Beginn der Wirtschaftskrise 2008, trotz einer leichten Erholung 2011, kontinuierlich zu“, heißt es im eben erschienenen Bericht zu Gleichstellungskennzahlen 2016 des AMS.1) „2015 erreichte die Arbeitslosigkeit neue Höchstwerte: Der Jahresdurchschnittsbestand von 354.332 Arbeitslosen ist der höchste seit 1945. Auch die Arbeitslosenquote von 9,1% ist die höchste der 2. Republik.“

Frauen sind nur scheinbar weniger von der krisenhaften Entwicklung betroffen, so der AMS-Bericht. Die Auswirkungen treffen sie anders als Männer – beispielsweise durch einen steigenden Anteil an atypischer Beschäftigung. Zwar lag die Frauenbeschäftigungsquote 2015 mit 67,1 Prozent erneut deutlich über dem EU-28-Durchschnitt von 60,4 Prozent, jedoch muss die Quote kritisch betrachtet werden, denn die Frauenbeschäftigung ist vor allem aufgrund von hoher Teilzeitbeschäftigung angestiegen: 47,4 Prozent aller erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit. Zum Vergleich: nur lediglich 11,2 Prozent aller erwerbstätigen Männer arbeiten in Teilzeit.
Teilzeitarbeit garantiert den Frauen in den meisten Fällen kein eigenständiges existenzielles Auskommen und führt im Alter dazu, dass Frauen deutlich weniger Pension bekommen: Bezogen auf die Daten des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger liegen die Alterspensionen der Frauen je nach Art der Berechnung um rund 40 bis 50 Prozent unter den Pensionen der Männer. 1)

Auch die Arbeiterkammer Oberösterreich weist in ihrem Frauenmonitor 2016 nach, dass seit 2005 ist ein massiver Anstieg der Zahl atypisch beschäftigter Frauen zu beobachten ist: „Von der Atypisierung der Arbeitswelt sind Männer und Frauen betroffen, jedoch zeigen sich deutliche Unterschiede in Bezug auf die Art und Qualität der atypischen Beschäftigungsformen. Geringfügige Beschäftigungen, Teilzeit und freie Dienstverträge sind zum überwiegenden Teil Frauensache. Dabei handelt es sich um Beschäftigungsformen, die tendenziell mit einer geringen Entlohnung einhergehen.“2)

Hinzu kommen völlig neue Beschäftigungsformen wie etwa das Crowdworking, die Gewerkschaften und Arbeitnehmer_innen vor ganz neue Herausforderungen stellen: kleines Handwerk für kleines Geld. Unternehmen zerlegen Arbeiten in kleine Projekte und vergeben sie über digitale Plattformen für oft geringe Honorare an Freelancer weiter. In Großbritannien finden sich fünf Millionen Plattformarbeiter_innen, und auch hierzulande steigt ihre Zahl. Bisher galt Crowdworking als Nische, in der Hilfskräfte zu Hause auf ihren Computern simple Aufgaben abarbeiten. Nun schreiben Crowdworker Texte, liefern Chemikalien, testen Handys, entwerfen Verpackungen, planen Häuser, betreiben Marktforschung, entwickeln Software, gestalten Werbekampagnen oder entwickeln neue Produkte – und sie tun dies eben auch im Auftrag großer Konzerne. „Mit der neuen Form des Outsourcings von Arbeit ändert sich die Machtbalance in der Arbeitswelt. Mindestlohn, Kündigungsschutz, Streikrecht, Urlaubsanspruch, Rente, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – für Crowdworker gilt all dies in der Regel nicht.“ („Zeit online“, 5.5.2016)

Blinde Flecken der Ökonomie

In ihrem Buch „Feministische Ökonomie“ 3) beleuchten Bettina Heidinger und Käthe Knittler die „blinden Flecken der Ökonomie“. Die traditionelle Wirtschaftswissenschaft ist „stumm, taub und blind“ gegenüber dem Geschlechterverhältnis. „Es geht darum, den unbezahlten Teil der Ökonomie – sei es in Form von Haus- oder Subsistenzarbeit – sichtbar zu machen und als wesentlichen Wertschöpfungsprozess zu behandeln; die spezifische Situation von Frauen am Arbeitsmarkt als Arbeitnehmerinnen oder Unternehmerinnen ins Blickfeld zu bekommen; und die Geschlechterblindheit von ökonomischen Prozessen aufzudecken.“3)

Frauen arbeiten mehr, länger und unter- oder nichtbezahlt. „In Österreich wird von den 9,7 Milliarden unbezahlten Arbeitsstunden der überwiegende Teil – rund zwei Drittel – von Frauen verrichtet (Statistik Austria 2009). Bei der bezahlten Erwerbsarbeit dreht sich das Verhältnis um: der Großteil (61 Prozent) wird von den Männern verrichtet. Frauen verdienen – abgesehen von Lohndiskriminierung – nicht deshalb weniger als Männer, weil sie ‚zu wenig‘ arbeiten, sondern weil sie ‚zu viel‘ unbezahlt arbeiten.“ 3)

Das Nationaleinkommen bzw. das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt unterhinterfragt als Wohlstandsindikator. Unbezahlte Haus-, Reproduktions- und Subsistenzarbeit findet dort keinen Niederschlag. Um diese Arbeiten und die Umverteilungswirkungen einer ein- und ausgabenseitigen Budgetpolitik auf das Geschlechterverhältnis sichtbar zu machen, haben feministische Ökonominnen ein alternativ berechnetes BIP vorgestellt. Gender Budgeting analysiert die Wirkungen der öffentlichen Budgets unter Berücksichtigung der spezifischen Lebenssituationen von Männern und Frauen. Dieses Analyseinstrument, mittlerweile als Bekenntnis im Mainstream angekommen, ist in Österreich Teil des Finanzverfassungsgesetzes. Es hebt allerdings den Staat nicht aus den Angeln, denn woher Einnahmen über Steuern oder andere Instrumente kommen und wofür das Geld ausgegeben wird, ist im System kapitalistischer Verwertungslogik eine politische Entscheidung. Die restriktive Austeritätspolitik einer neoliberalen Wirtschafts- und Fiskalpolitik mit ihren Strukturanpassungsprogrammen hat uns vor Augen geführt, dass Bankenrettungen (etwa die Hypo Alpe Adria, an der noch Generationen abzahlen) vor Sozialausgaben gehen (wie die unwürdige Diskussion um die Mindestsicherung zeigt). „Die Kosten der Austeritätspolitik werden auf dem Rücken der Frauen privatisiert und ‚auf die Küche abgewälzt‘…“3

Familienidylle als Krisenauffangbecken

Vor diesem Hintergrund erklärt sich das Wiederaufleben konservativer Lebensmodelle und Familienideologien, die von der politischen Rechten und vom christlichen Fundamentalismus bedient werden. „Die negativen Folgen der Einführung der ‚Hartz-IV-Reformen‘, die (in Deutschland und jetzt auch in Österreich als Modell für Migant_innenarbeit angedacht werden, Anm. B. D.) 2003 in Kraft getreten sind, in Form einer weiteren Prekarisierung des Arbeitsmarktes hatten vor allem Frauen zu tragen“, schreibt Gisela Notz in ihrem Buch „Kritik des Familismus“.4) Notz: „Die Vorhersage, dass die ‚Harzt-IV-Gesetze‘ erwerbslose Frauen verstärkt in die Abhängigkeit von Ehemännern und Lebensgefährten treiben, sollte sich bestätigen. Durch die Rekonstruktion des ‚Familienernährers‘ wird die frauenspezifische Forderung nach eigenständiger Existenzsicherung missachtet.“

Mit dem Harzt-IV-Gesetz taucht der Billiglohnjob als „Innovation“ auf, mittlerweile ist in der BRD jedes fünfte Beschäftigungsverhältnis ein Mini-Job. Das weibliche „Dazuverdienen“, das auch lange Zeit von den Gewerkschaften ignoriert wurde, restauriert ein antiquiertes konservatives Familienmodell, das fern der Realität ist. Zerrissene prekäre Arbeitsmodelle zerreißen traditionelle Familienformen, während gleichzeitig rückwärtsgewandte Familienideologien (z.B. in der BRD durch ein steuerliches Ehegattensplitting oder hierzulande durch fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen) verfestigt werden. Was der Staat nicht bereit ist herzugeben von seinen Steuermitteln für Soziales, soll individuell durch Ehrenamt und unbezahlte Familienarbeit ausgeglichen werden. Dafür gibt es -zigtausende Beispiele aus dem Gesundheits- und Pflegebereich. Care- oder Sorgearbeit für Kinder, Alte, Kranke wird den Frauen zugeordnet. Oft sind es Migrantinnen, die zu schlechten Arbeits- und Lohnbedingungen grenzüberschreitend pflegerisch tätig sind und die ihre Kinder zurücklassen müssen. „Die Migrationspolitiken des globalen Nordens kanalisieren Migrantinnen in bestimmte Segmente des Arbeitsmarktes wie den Care-Sektor.“ 3)

Tatsache ist, dass die Schere zwischen Arm und Reich auseinandergeht. In der reichen BRD lebten 2013 mehr als 2,4 Millionen Kinder in Armut. „Familien sind nicht arm, weil Väter und Mütter Kinder haben, sondern Familien sind arm, weil sie nicht erwerbstätig sein können, weil es an Betreuungseinrichtungen fehlt, an existenzsichernd bezahlten Arbeitsplätzen oder auch, weil sie aus dem gewünschten Familienbild herausfallen.“4) Beilspielhaft dafür steht die alleinerziehende Mutter.

Was bleibt?
Nichts bleibt wie es ist. Das heißt aber nicht, dass wir die sozialpolitischen Veränderungen schlucken müssen. Viele Denkmodelle beschäftigen sich mit Alternativen zum gängigen neoliberalen TINA-Prinzip (There Is No Alternative). Margaret Thatcher prägte diesen Begriff, der 2010 zum Unwort des Jahres avancierte und der den Abbau des Sozialstaates und wirtschaftsliberale Reformen bei gleichzeitig konservativen Gesellschaftsvorstellungen beinhaltete. Die Globalisierungskritikerin Susan George hat dem TINA-Prinzip den Ausruf „TATA!“ (There Are Thousands of Alternatives! – Es gibt Tausende Alternativen!) entgegengestellt.
Die heterodoxen Wirtschaftstheorien verlangen nach Alternativen, Widerstandsstrategien und Utopien jenseits einer patriarchalen Ökonomie. „Regelgeleitete Fiskalpolitik ist vor allem in Krisenzeiten, wie wir sie im Moment in der Europäischen Union erleben, mit restriktiver Fiskalpolitik – also sinkenden Ausgaben – gleichzusetzen (Klatzer/Schlager 2011, 2012). Sinkt das BIP, sinken die Einnahmen des Staates. Sinken die Einnahmen des Staates, muss irgendwo gespart werden, um das Defizit und den Schuldenstand gleich zu halten.“3) Vor diesem Hintergrund ist der Steuerhinterziehungsskandal von Apple oder anderen Großkonzernen wie Starbucks besonders aufreizend: Jahrelang profitierte Apple aus Sicht der EU-Wettbewerbshüter von unrechtmäßigen Steuererleichterungen in Irland. Die EU-Kommission fordert nun von Apple eine beispiellose Steuernachzahlung von potenziell mehr als 13 Milliarden Euro. Eine Summe, die das irische Haushaltsbudget erreicht – und auf das Irland verzichten will. Der Konzern sitzt aktuell auf Geldreserven von gut 230 Milliarden Dollar und machte allein im vergangenen Quartal 7,8 Milliarden Dollar Gewinn.

Auch Österreich brüstet sich mit steuerschonenden Maßnahmen für Konzerne mit dem Argument, Anreize für Unternehmensansiedelungen, also Arbeitsplätze zu schaffen. Mit dem Resultat, dass die großen Vermögen geschont werden, während Konsumsteuern, etwa die Mehrwertsteuer, Personen mit geringem Einkommen stärker belasten – und die Arbeitslosigkeit steigt.

Frigga Haug hat in ihrer 4-in-1-Perspektive einen anderen Blick auf die Wirklichkeit geworfen: Der Erwerbs- und der Reproduktionsbereich, Kultur und Politik werden in Hinblick auf eine gerechtere Verteilung der Arbeit zusammengeführt. Das wäre eine radikale Form der Arbeitszeitverkürzung, wenn Arbeit mit Erwerbsarbeit zusammengedacht würde. Die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen ist ein weiterer Denkansatz, den geschlechtergespaltenen Arbeitsmarkt aufzuweichen. Auf der 2. internationalen Marxismus-Feminismus-Konferenz (9. Oktober 2016, Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste, Lehargasse 6-8, 1060 Wien) wird es Gelegenheit geben, die blinden Flecken zu erhellen und alternative Gedanken dazu zu vertiefen.

Bärbel Danneberg

1)Bericht Gleichstellungskennzahlen im AMS 2016, zu beziehen über:
Arbeitsmarktservice Österreich. Arbeitsmarktpolitik für Frauen. Treustraße 35-43, 1200 Wien.
2) Frauenmonitor 2016 Arbeiterkammer OÖ: Die Lage der Frauen in Oberösterreich. ooe.arbeiterkammer.at
3) Bettina Haidinger, Käthe Knittler: Feministische Ökonomie, Mandelbaumverlag kritik & utopie, 2014 (die überarbeitete und erweiterte Neuauflage erscheint dieser Tage).
4) Gisela Notz: Kritik des Familismus, Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes, Schmetterling Verlag, 2015.

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Bildergalerie Volksstimmefest 2016

Tag 1, Fotos ©Bettina Frenzel
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Tag 2, Fotos ©Bettina Frenzel
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3. September 2016 More

Frauen.Punkt 2016

Plattform 20000frauen beim Volksstimmefest 2016

Samstag, 3. September 2016, 16.00 Uhr

Frauen.Punkt / Jesuitenwiese (beim Eingang zum Volksstimme-Fest auf der Wiese rechts)

Wider die Militarisierung des Denkens

Diskussion

Mit Geschlecht wird Politik gemacht, auch für den Krieg. Aktuell erleben wir dies im Erstarken kulturalistischer Debatten, die im Namen von Frieden und Sicherheit gerade mit der Rede von Frauenrechten und Sexualpolitiken vielfache Formen von Gewalt rechtfertigen.
Was bedeutet dies für feministische Positionen?
Inwiefern muss sich Feminismus immer wieder neu ausbuchstabieren, um auf dem Minenfeld von Konflikt und Krieg weder missbraucht noch verharmlost zu werden?
Und wie können feministische Visionen von Frieden heute aussehen?

Darüber diskutieren:

*Heidi Ambrosch (KPÖ-Frauen)
*Claudia Brunner (feministische Sozialwissenschaftlerin, Klagenfurt)
*Lena Freimüller (Peace in Action)
*Andrea Mayer-Edoloeyi (Solidarwerkstatt Linz)
*Hanada Al-Refai (vor dem Krieg aus Syrien Geflohene)

Moderation: Ulli Weish (Plattform 20000 Frauen)

Bilder vom ersten Tag hier!
Bilder vom Volksstimmefest 2016

Sonntag, 4. September 2016, 15.00 Uhr

Diskussionszelt / Jesuitenwiese (vor der 1. Kreuzung in der Wiese rechts)

Die Linke wird feministisch sein. Oder unbedeutend!

Diskussion

Feministinnen kritisieren seit nunmehr fast 40 Jahren die Theorie und Praxis der Linken. Ihre Kritik betrifft u.a. den im Marxismus gebräuchlichen Arbeitsbegriff und die Werttheorie, die Stellung zu Hausarbeit, zur Familie, zum Umgang miteinander und zur Natur, zu Wirtschaft und zu Kriegen. Sie entwarfen Zukunftsvorstellungen und erhoben ihre Stimmen im Verlangen nach Befreiung.
Was ist aus den leidenschaftlichen Debatten und Kämpfen geworden?
Welche Fragen bewegen marxistische Feministinnen / feministische Marxistinnen heute?
Wie muss linke Politik gestaltet sein, damit sie auch Frauen anspricht und erreicht?

Darüber diskutieren anhand der von Frigga Haug formulierten 12 Thesen des Marxismus-Feminismus:

*Barbara Eder (feministische Sozialwissenschaftlerin)
*Käthe Knittler (feministische Ökonomin)
*Birge Krondorfer (Frauenhetz, feministische Philosophin)
*Rubia Salgado (maiz Linz, angefragt)

Einleitung: Heidi Ambrosch (KPÖ-Frauen)
Moderation: Hilde Grammel (Plattform 20000 Frauen)

31. August 2016 More

Fake zum Sommerloch

Unser Vorschlag zur EM-Kampagne von bad-at-home:
Ungestörte Nacktheit mit totalem Produktbezug

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Sexismus in der Werbung ist keine Bagatelle, sondern irritiert, verletzt, wertet ab. Nicht nur Frauen.
Solange Alltagssexismus als Unterhaltung, als Gag und als Normalität gesehen wird, solange Kampagnen auf Busen, Bein und Po von jungen Models fixiert sind, solange braucht es subversive Bilder und Texte, die den herrschenden heteronormativen Blick in Frage stellen. Unsere Plakatserie von der Agentur ‚GEIFERundERNSTI‘ ist ein fröhliches Strandsujet, passend für die aktuelle Jahreszeit. Dass es um Sportwetten geht, ist logisch, was denken Sie denn? Weil wir für Freiheit, Spass und nackte Männer sind, heute, morgen und im Sommer.

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„Anstößig“ – Artikel von Alexia Weiss in der Wiener Zeitung, 8.7.2016

„Die Macht des Sexismusmantras“ – ORF-online (im letzten Absatz verlinkt mit unserer Kampagne!)

„Gegenkampagne persifliert sexistische Werbung“ – dieStandard 12.7.2016

„Frauen verspotten sexistische Werbung“ – FrauenSicht, das führende Portal für engagierte Frauen und Männer. 16. August 2016

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Offener Brief an die Frauenministerin, die Bundesregierung sowie die Klubobleute der Grünen, NEOS, ÖVP und SPÖ

Wien, 13. 7. 2016

Aus aktuellem Anlass (Werbung der Firma bet-at-home für die Fußballeuropameisterschaft) hat die Plattform 20000frauen eine Kampagne gegen sexistische Werbung initiiert, siehe

http://zwanzigtausendfrauen.at/2016/06/fake-zum-sommerloch,
die ein erfreuliches mediales Echo gebracht hat.

Obwohl der Werberat und die drei Watchgroups gegen Sexismus in der Werbung (Graz, Salzburg, Wien) die Plakate als sexistisch eingestuft haben, hat dies zu keinen Konsequenzen geführt. Das zeigt wieder einmal, dass Selbstkontrolle nicht funktioniert, wenn sich die Akteure nicht daran halten.
Daher fordern wir ein Verbot sexistischer Werbung mit Sanktionsmöglichkeiten (inklusive kollektivem Klagerecht) und erwarten dazu Ihre Initiative.

Viele Grüße aus dem Sommerloch
die Plattform 20000frauen
www.20000frauen.at

Offener Brief 07-2016, als pdf

Von der Not-Wendigkeit sexistischer Werbung und Adbusting als Subversion des Augenblicks, Ulli Weish 14.7.2016 – hier als pdf zm Lesen!

27. Juni 2016 More

Stellungnahme der Plattform 20000frauen zur Frauenpolitik der österreichischen Bundesregierung

Aufbruch durch Bundespräsidentenwahl und Regierungsumbildung? Vielleicht, aber nicht in der Frauenpolitik! Diese bleibt ein Anhängsel, trotz des Verfassungsbekenntnisses zu faktischer Geschlechtergleichheit und Frauenförderung und der europarechtlichen Verpflichtung zu Gender Mainstreaming!

Wenn es um eine starke, emanzipatorische Frauenpolitik in Österreich geht, sind es jedoch nicht (nur) die Rechten, die verhindern, verschleppen oder Probleme schlicht ignorieren. Mit der Regierungsumbildung durch den neuen Bundeskanzler Christian Kern wurde abermals die Chance verabsäumt, die Frauenpolitik durch ein eigenes Ministerium mit entsprechenden Budgetmitteln und Kompetenzen aufzuwerten.
Das Frauenressort wurde lediglich vom Bildungsministerium in das Gesundheitsministerium verschoben. Durch diese Vorgehensweise entsteht der Eindruck, dass die Frauenpolitik ein lästiges Anhängsel ist, das von der Regierung wohl oder übel mitgeschleppt wird.

Gründe dafür, Frauenpolitik und Gender Mainstreaming – in allen Ministerien – endlich ernst zu nehmen, gäbe es zur Genüge:

– Österreich liegt bei der gleichen Bezahlung von Männern und Frauen nach wie vor auf dem vorletzten Platz in der EU. Während der Gender Pay Gap im EU-Durchschnitt rund 16 Prozent beträgt, verdienen hierzulande Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Hinzu kommt die geringere Bewertung von “typischen” Frauenberufen: Pädagogische Berufe und Pflegeberufe werden sehr viel schlechter entlohnt als beispielsweise technische Berufe. Auch wenn es eine äußerst wichtige Aufgabe ist, diese Geschlechterseggregation aufzubrechen und Mädchen und Frauen den Zugang zu sämtlichen Berufen zu ermöglichen, reicht es nicht aus, “Frauen in die Technik”-Programme zu lancieren, um den Gender Pay Gap zu bekämpfen.
– Alleinerzieherinnen sind in Österreich besonders stark armutsgefährdet. Hier sind nicht nur Reformen u.a. beim Unterhalt gefragt, sondern auch der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen.
– Frauen bekommen in Österreich durchschnittlich fast 50 Prozent weniger Alterspension als Männer. Obwohl sich – wie eine Berechnung des Wifo zeigt – eine Erhöhung des Antrittsalters für Frauen keinen wesentlichen Effekt auf die Pensionshöhe hat, steht dies nach wie vor im Zentrum politischer Diskussion. Knapp die Hälfte der Frauen in Österreich arbeitet in Teilzeit, rund ein Viertel der Frauen sind Niedriglohnempfängerinnen. Da das österreichische Pensionssystem rein auf das Erwerbseinkommen ausgerichtet ist, wirkt sich das massiv auf die Alterspension für Frauen aus. Auch das Steuern- und Abgabesystem benachteiligt Frauen. Hinzu kommt, dass im Zuge der Pensionsreform 2004 der Durchrechnungszeitraum ausgedehnt wurde, was wiederum Frauen besonders trifft. Vor allem angesichts der Lage am Arbeitsmarkt reicht es nicht aus, Frauen dazu zu ermuntern, möglichst kurz in der Elternkarenz zu bleiben und Vollzeit zu arbeiten. Wir brauchen in Österreich dringend eine umfassende Diskussion über Arbeitszeit und Erwerbsmodelle sowie eine Grundsicherung für alle BürgerInnen. Denn auch 2016 sind noch immer viele Frauen vom Einkommen ihres Partners abhängig, womit eine ganz zentrale Forderung der Frauenbewegung – nämlich eine gesicherte eigenständige Existenz – nach wie vor nicht erfüllt ist. Ökonomische Abhängigkeit ist der Nährboden für häusliche Gewalt – womit die Existenzsicherung von Frauen eine wichtige gewaltpräventive Maßnahme ist.
– Die letzte Steuerreform hat zwar Verbesserungen für eine kleine Gruppe von Frauen gebracht, im Schnitt waren Frauen jedoch die Verliererinnen dieser Reform. Gender Budgeting, das seit 2008 in der Bundesverfassung verankert ist, muss endlich auf allen Ebenen umgesetzt werden. Zudem begünstig das Steuersystem in Österreich Besitz und Vermögen – so gibt es weder eine Erbschafts- noch eine Vermögensssteuer, während Erwerbsarbeit vergleichsweise hoch besteuert ist und Massensteuern wie die Mehrwert steuer Niedrigverdiener_innen, die einen Großteil ihres Einkommens für Konsum aufwenden, besonders belasten.
– Österreich verfügt über eines der schärfsten Asylgesetze Europas. Die letzten Novellierungen haben insbesondere Frauen hart getroffen. Wir brauchen endlich eine Regierung, die sich nicht von rechter Hetze treiben lässt, ein menschenwürdiges Asylgesetz und besondere Schutzmaßnahmen und Einrichtungen für geflüchtete Frauen und LGBTI-Personen. Menschenrechte haben keine Obergrenze!
– Die meisten Frauenberatungsstellen, die enorm wichtige Arbeit in Österreich leisten, verfügen über keine ausreichende Grundfinanzierung und kurzfristige Verträge. Gerade angesichts der nach wie vor patriarchalen Verhältnisse braucht es hier eine Absicherung der vielfältigen und qualifizierten Gewaltschutz-, Beratung-, Sensibilisierungs- und Forschungsarbeit.

Dies ist nur ein Ausschnitt der vielfältigen Problemstellungen, denen sich Frauen- und Gleichstellungspolitik als Querschnittsmaterie widmen muss.

Wir forden die österreichische Bundesregierung und das Parlament auf, Frauenpolitik bzw. die Gleichstellung von Männern und Frauen, die 1998 in der Bundesverfassung verankert wurde, endlich ins Zentrum ihrer politischen Arbeit zu stellen. Österreich braucht ein eigenständiges Frauenministerium mit ausreichender Finanzierung und eine Frauenministerin, die sich ganz dieser Aufgabe widmen und eng mit allen anderen Ministerien zusammenarbeiten kann.

14. Juni 2016 More

Bildergalerie Tische – Fem. Tischgesellschaft Juni 2016

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alle Fotos: ©Bettina Frenzel für die Plattform 200000frauen

6. Juni 2016 More

Bildergalerie 2. Fem. Tischgesellschaft

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alle Fotos: ©Bettina Frenzel

5. Juni 2016 More

Frauenenquete 2016

Frauenenquete: „Frauen. Flucht/Migration. Rassismus.“

Freitag, 1. April 2016, 09.00 – 17.00 Uhr
ÖBB Unternehmenszentrale, Am Hauptbahnhof 2,
Konferenzsaal 3, 1100 Wien

Eine Veranstaltung der Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und der Plattform 20000frauen mit freundlicher Unterstützung der ÖBB. Danke!

pdf: Einladung Frauenenquete Frauen.Flucht_Migration.Rassismus am 1.4.2016

Dokumentation Frauenenquete Frauen. Flucht/Migration. Rassismus.:

Am 1. April 2016 fand die fünfte Enquete der ehemaligen Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek (BMBF) in Kooperation mit der Plattform 20000frauen statt. Die Veranstaltung konnte in der ÖBB Unternehmenszentrale in Wien, vermittelt durch die Diversity Beauftragte Traude Kogoj, gestaltet werden. Die Keynotes und die Workshops sind hier in stark gekürzter Form wiedergegeben.
Inhalt: In öffentlichen Diskursen werden Frauen als Flüchtende marginalisiert und Migrantinnen sind oftmals rassistischen Vorurteilen ausgesetzt. Der nicht nur aktuell hoch umstrittene Komplex “Flucht, Migration, Rassismus” wurde in 2 Impulsvorträgen und 8 Workshops in seiner Bedeutung für Frauen und den Konsequenzen auf ihr Leben dargestellt und kritisch reflektiert. Unterschiedliche Kontexte, Dimensionen und Perspektiven kamen zur Sprache.
(Herbst 2016, Birge Krondorfer, Plattform 20000frauen, Moderatorin der Enquete)

Keynotes:
Prof.in Dr.in Sylvia Hahn
Die lange Geschichte der Migration
Inhalt:
Erstaunlicherweise wird bei den Diskussionen und Medienberichten über Migration und Flucht so getan als wären diese und die Konfrontation mit Menschen anderer Herkunft Phänomene der unmittelbaren Gegenwart. Doch hat Migration eine ebenso lange Geschichte wie die Menschheit selbst. Auch ausgeblendet bleibt die „eigene“ Vergangenheit, die gerade in Österreich, wie in vielen anderen Ländern Europas, stets eine Geschichte von Aus- und Einwanderung und einer lebhaften Binnenmigration war. Warum wird im Zeitalter der globalen Mobilität Sesshaftigkeit noch als das „Normale“ und und/freiwillige Mobilität als die Ausnahme angesehen? Und warum werden dabei die geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Bedingungen zumeist übersehen?
Zur Person:
Sylvia Hahn, Historikerin am Fachbereich Geschichte und Vizerektorin für Internationale Beziehungen und Kommunikation an der Universität Salzburg; Schwerpunkte: Historische Migrationsforschung, Stadt- und Geschlechtergeschichte, Geschichte der Arbeit.
Vortrag 1, Sylvia Hahn, als pdf

Prof.in Dr.in Nikita Dhawan
Die Migrantin retten?! Flucht, Gender und (un)mögliche Solidarität
Inhalt: Bekannt ist Salman Rushdies Bemerkung: „Das Problem mit den Engländern ist, dass sich ihre Geschichte in Übersee zugetragen hat und sie daher nicht um ihre Bedeutung wissen.“ Auch im deutschsprachigen Raum dominiert in Bezug auf den Kolonialismus eine relative Geschichtsvergessenheit. In meinem Vortrag werde ich dieser „Amnesie“ entgegentreten, indem ich spezifische Artikulationen des Rassismus, Sexismus, Klassismus und Migration und wie dieser mit der kolonialen Geschichte Europas verbunden war, historisch zurückverfolge. Dazu werde ich die gegenwärtige europäische Flüchtlingspolitik analysieren und die (Un)Möglichkeit der Solidarität mit vergeschlechtlichen geflüchteten Subjekten herausarbeiten.
Zur Person:
Nikita Dhawan, Professorin für Politische Theorie mit Akzentuierung Frauen- und Geschlechterforschung und Direktorin der Interfakultären Forschungsplattform Geschlechterforschung ‚Identitäten – Diskurse – Transformationen’ an der Universität Innsbruck.
Vortrag 2, Nikita Dhawan, als pdf

Videos auf unserem Youtube-Kanal:

Eröffnung der Frauenenquete:

Keynote Dr.in Sylvia Hahn „Die lange Geschichte der Migration“ mit anschließender Diskussion:

Abschlussplenum der Frauenenquete:

WORKSHOPS

Workshop 1: Migration_Flucht & DaZ
Welche Bilder erzeugt der mediale, politische und Alltagsdiskurs über Migration und Flucht? Welchen Einfluss haben diese Bilder auf das pädagogische Verhältnis?
Migration_Flucht: Deutschlernen als ultima ratio? Was soll in „DaZ-Kursen für Flüchtlinge“ (mit-)vermittelt werden – Werte? Sollen sich Deutschkurse für Flüchtlinge von anderen DaZ- Kursen unterscheiden – im Hinblick auf Inhalte, Methoden, Materialien? Wer ist qualifiziert, „Deutsch für Flüchtlinge“ zu unterrichten? Wie können strukturelle Rahmenbedingungen und globale Ungleichheitsverhältnisse in DaZ-Kursen zum Thema werden?
Selma Mujić, Sozialanthropologin und Kursleiterin bei LEFÖ. Im DaZ-Kontext interessiert sie sich für Sprache im Zusammenhang mit Macht- und Unterdrückungsmechanismen.
WS 1- Deutsch als Zweitsprache, Bericht als pdf

Workshop 2: Romnija und Sintizi: Selbstorganisation zwischen Rassismen und Stigmatisierung
Im Workshop werden interaktiv die Begriffe „Zigeuner“, Roma, Sinti und Antiziganismus erklärt. Weiters wird auf die Herkunft, die Wanderung und die Geschichte der in Österreich lebenden Roma und Sinti eingegangen und aktuelle Projekte kurz skizziert z.B. die Bildungssituation von Romnija/Sintizi. In einer Gruppenübung werden die Teilnehmerinnen Argumente und Gegenargumente zu alltäglichen Rassismen und Vorurteilen erarbeiten und diskutieren, die am Plenum präsentiert werden.
Manuela Horvath, Angestellte der Diözese Eisenstadt (Romapastoral), u.a. Mitarbeiterin bei den Projekten ROMBAS und Romane Thana, Antiziganismustrainerin.
Darija Marinkovic, Integrationscoach, Antiziganismustrainerin, Deutschtrainerin für Romnija, Herausgeberin eines in Kürze erscheinenden Kochbuches.
WS 2 – Romnija und Sintizi, Bericht als pdf

Workshop 3: Who cares? Arbeit von Migrantinnen
Es werden die „neue Dienstbotinnengesellschaft“ – Migrantinnen putzen, pflegen…für den Ober- und Mittelstand – sowie die legale und illegale Arbeitsmigration von Frauen thematisiert. Der Workshop will Raum öffnen für feministische und antirassistische Reflexionen aktueller Zusammenhänge zwischen der Arbeit von Migrantinnen, dem Abbau des Sozialstaats und rassistischer Kulturalisierung. Welche Herausforderungen und Perspektiven entstehen daraus für Frauenarbeit in sozialen, politischen, pädagogischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Bereichen?
maiz, Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen, LinzWS 3 – Arbeit von Migrantinnen, Bericht als pdf

Workshop 4: Probleme Afrikanischer Frauen auf der Flucht, bei der Migration und Integration
Die drei Workshopleiterinnen halten kurze Impulsreferate zu ihrer persönlichen Erfahrung hinsichtlich Flucht, Migration und Integration sowie zu Aspekten von Diskriminierungen an afrikanischen Frauen. Weiters behandeln sie diese Themen aus der Erfahrung der Klientinnen aus der Beratungsstelle der Afrikanischen Frauenorganisation (Standort Wien) und aufgrund ihrer Arbeit in den African Communities. Es werden die Auswirkungen der österreichischen Politik zu Flucht, Migration und Integration behandelt und mit den Teilnehmerinnen diskutiert.
Etenesh Hadis, Frauenleiterin in Äthiopien und Eritrea, äthiop. Diplomatin in NO-Europa, Flucht 1991 nach Österreich. 1996 Gründung und seither Leitung der Afrikan. Frauenorganisation.
Segal Hussein, Flüchtling aus Somalia, Studium der Politikwissenschaft und Internat. Entwicklung, Mitglied und Assistentin in der Beratungsstelle der Afrikan. Frauenorganisation. Docia Müller, Migrantin aus Ghana, geflüchtet nach Österreich, Mitglied von PANAFA und Afrikan. Frauenorganisation. Sekretärin in der Botschaft von Burkina Faso.
WS 4 -Probleme afrikanischer Frauen, Bericht als pdf

Workshop 5: Traumadynamiken im Asylverfahren
Schutzsuchende Frauen sind im Asylverfahren benachteiligt, wenn sie nicht in der Lage sind, die erlittene sexualisierte Gewalt und Folter im Erstkontakt mit der Behörde, darzulegen. In den Einvernahmen werden Traumadynamiken auf die BehördenvertreterInnen übertragen, die Gegenübertragungen entwickeln und Abwehrstrukturen mobilisieren, die u. a. von eigenen transgenerationalen kollektiven Traumatisierungen unbewusst gespeist werden (Rassismen, Stereotypen etc.). Dies wird anhand eines Beispiels aus einer Studie über “Krieg und Folter im Asylverfahren” von einer Frau und ihrer Tochter aus Tschetschenien vor- und zur Diskussion gestellt.
Ruth Kronsteiner, Dr.in, Studium der Ethnologie und Orientalistik, Psychoanalytische und Systemische Psychotherapeutin, Universitätslektorin.
WS 5 – Traumadynamiken im Asylverfahren, Bericht als pdf

Workshop 6: Feministische Medienproduktion – von Migrantinnen für alle
(Mainstream-)Medien tragen erheblich zur nationalen Selbstvergewisserung einer Gesellschaft bei. Migrant_innen werden in diesem Prozess häufig als „Störung“ sowohl im medialen Erzählen als auch in der medialen Produktion betrachtet. Die Printzeitschrift STIMME und das Online-Magazin migrazine.at verstehen sich als „Gegenprojekte“, die Migration als Realität betrachten und sowohl rassistische Grenzziehungen als auch antifeministische Normalitäten infrage stellen. Der Workshop thematisiert Aspekte kritischer Medienproduktion in der Migrationsgesellschaft, gemeinsam sollen redaktionelle Strategien wie auch politische Anliegen einer antirassistisch-queer-feministischen Medienproduktion erörtert werden.
Assimina Gouma, Sozialwissenschaftlerin. Sie unterrichtet, publiziert und forscht zu Medien, Migration und Antirassismus. Sie ist Redakteurin bei migrazine.at und bei Kurswechsel.
Gamze Ongan, Chefredakteurin von STIMME – Zeitschrift der Initiative Minderheiten und Obfrau von Peregrina – Bildungs-, Beratungs- und Therapiezentrum für Migrant_innen. Vina Yun, freie Redakteurin (u. a. bei migrazine.at) und Autorin in Wien. Sie schreibt über Feminismus/Antirassismus/Queer, Medien und Pop.
WS 6 – Feministische Medienproduktion, Bericht als pdf

Workshop 7: Orientalische Frauen im Abseits – Flucht vor wem?
In der Fluchtdebatte sind Frauen selten Subjekte der Kommunikation. Bei der Fremdzuschreibung ist die Inferiorität der orientalischen Frau zentral, die einen anti- muslimischen Rassismus begründet. Die irakische Frauenbewegung wurde vom Baath- Regime unterstützt. Die reaktionären und religiösen Kräfte im Nahen Osten drohen alle gesellschaftspolitischen Fortschritte zu beseitigen. Die U.S.-Besatzung war weit davon entfernt irakische Frauen zu befreien: neben hunderttausend weiblichen Kriegsopfern wurden Millionen Frauen zu Gefängnisinsassinnen im eigenen Heim, oder sind zur Flucht gezwungen. Doch sie werden nicht ausschließlich von religiösen Agenden diskriminiert, sondern erliegen machtpolitischen und neoliberalen Interessen.
Myassa Kraitt, 1985 im Irak geboren. Arbeitete in Traiskirchen, bei Hemayat und Sintem. Mitbegründerin der Beratungsstelle Extremismus (BMFJ), Vorträge und Beraterin zu Extremismus und Fanatismus.
WS 7 – Orientalische Frauen im Abseits, Bericht als pdf

Workshop 8: „Freiwillig helfen“ zwischen Trauma und Rassismus, Notwendigkeit und Empathie, Smartphones und Plastiktellern, privaten Initiativen und Großorganisationen
Die „Willkommenskultur“ war nur möglich, weil sich zahllose Menschen „ehrenamtlich“ zur Verfügung gestellt haben, um das Notwendige – wie Lebensmittel beschaffen und Kleider ausgeben, Sortieren und Aufräumen, Begleitungen u.ä. – zu übernehmen. Ein halbes Jahr später haben manche HelferInnen in den Organisationen eine soziale Heimat gefunden, andere engagieren sich politisch oder haben keine Zeit mehr. Viele allerdings haben sich zurückgezogen, ernüchtert von der Kooperation mit den Hilfsorganisationen, von der Politik und nicht zuletzt auch von Flüchtlingen, mit denen sich der Kontakt nicht immer positiv gestaltete. Der WS soll motivieren und ermutigen, Differenzen auszuhalten und politisch aktiv zu bleiben bzw. zu werden.
Christa Kleiner, Supervisorin, Beraterin mit Schwerpunkt Diversität, Dipl. Sozialarbeiterin, Feministische Aktivistin, ehrenamtliche Helferin.
WS 8 – Freiwillig-helfen, Bericht als pdf

Bilder der Frauenenquete 2016

Bilder der Frauenenquete 2016, ©Bettina Frenzel

8. April 2016 More

Bildergalerie 1.4.2016, Frauenenquete „Frauen. Flucht/Migration. Rassismus.“

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Alle Fotos: ©2016 Bettina Frenzel

2. April 2016 More

2. Feministische Tischgesellschaft

Zwei Bildergalerien mit Fotos von der Feministischen Tischgesellschaft sind online:

2.Fem. Tischgesellschaft am 4.6.2016

2.Fem. Tischgesellschaft am 4.6.2016

weitere Fotos von der Feministischen Tischgesellschaft 2016

weitere Fotos von der Feministischen Tischgesellschaft 2016

Film und AudioCollage über unsere Tischgesellschaft

Ein wunderschöner Film von WienTv über unsere Tischgesellschaft auf der Facebookseite von WienTV: WienTV auf Facebook

Und im CBA-Archiv von Radio Orange abgelegt von Mobilreporterin Klaudia eine AudioCollage zur Tischgesellschaft
https://cba.fro.at/318745
Der Beitrag kann ab sofort geteilt, downgeloadet und eingebettet werden – natürlich unter Creative Commons!

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Das Programm ist online
programmA4_tischgesellschaft16.inddProgramm A4 Tischgesellschaft 2016

Flyer für die TischgesellschaftDownload Einladungsflyer!

Samstag, 4. Juni 13-17 Uhr, Mariahilferstraße / Wien, Höhe Zieglergasse:

Invitation -Feminist Table Round – Einladung in englischer Sprache

السبت 4 يونيو – Einladung in arabischer Sprache

Frieden schaffen ohne Waffen

„Wenn du mehr hast als du brauchst, errichte einen längeren Tisch statt eines höheren Zaunes“

Unter diesem Motto findet am Samstag, 4. Juni 2016 auf der Wiener Mariahilferstraße die 2. Feministische Tischgesellschaft der Plattform 20000 Frauen statt.

Für diesen Tag laden wir Euch alle herzlich ein, gemeinsam mit Flüchtlingsfrauen und ihren Familien eine möglichst lange Tafel auf der Mariahilferstraße zu bilden. Bringt Essen und Getränke mit und lasst uns ein Gastmahl der Freundinnenschaft im öffentlichen Raum feiern!

Damit wollen wir demonstrieren, dass es auch anders geht: ohne Zäune und Mauern, ohne Hetze und Ignoranz, dafür aber mit Solidarität und Interesse am Leben von Frauen und ihren Angehörigen, die ihr Weg zu uns geführt hat. Denn in diesen finsteren Zeiten verwirken ihre Menschlichkeit diejenigen, die der Unmenschlichkeit untätig zusehen oder sie gar noch befördern.

„Wenn du mehr hast als du brauchst, errichte einen längeren Tisch statt eines höheren Zaunes!“ – dieser Spruch der spanischen Zivilgesellschaft, die ein Netzwerk der Solidarität gebildet hat, das Geflüchteten mit Wohnungen und anderer Unterstützung zur Seite steht, hat uns zur diesjährigen Feministischen Tischgesellschaft inspiriert. Er wurde zusammen mit dem Foto von einer langen Festtafel, das ein öffentlich zelebriertes Gastmahl der Begegnung zeigt, über die sozialen Netzwerke verbreitet.

Neben Gesprächen und Begegnungen mit Flüchtlingsfrauen und den Frauen der solidarischen Netzwerke, die mit ihnen zusammenarbeiten, wollen wir die Feministische Tischgesellschaft 2016 zum Anlass nehmen, um eine neue Friedensbewegung mit zu begründen. Denn Kriege, hauptsächlich in Form Bürgerkriegen, die von Europa und den USA angezettelt wurden, gehören – neben der strukturell fixierten Ausbeutung des globalen Südens durch den globalen Norden – zu den wesentlichsten Gründen, die Menschen zwingen, ihre Heimat zu verlassen.

Daher laden wir alle Fraueninitiativen und -organisationen für den 4. Juni dazu ein, das Thema „Frieden“ mit uns zu gestalten. Dies kann bspw. in Form von Aktionen, Collagen, Diskussionsrunden, Ausstellungen etc. geschehen.

Wenn ihr euch an der Feministischen Tischgesellschaft 2016 beteiligen wollt, meldet euch bitte gleich unter tisch@20000frauen an. Lasst uns auch wissen, ob euer Beitrag ein inhaltlicher oder ein aktionistischer sein wird oder einfach nur darin besteht, Essen zur gemeinsamen Tafel mitzubringen.
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Saturday, 4 June, 1 pm – 5 pm, Mariahilferstrasse / Zieglergasse, Vienna

Making Peace without Weapons

“When you have more than you need, build a longer table, not a higher fence!”

This is the motto for the Second Feminist Table Round of Platform 20000 Women which will take place on Saturday, 4 July 2016 on Mariahilferstrasse.

We warmly invite you for this day to set up a long table on Mariahilferstrasse together with refugee women and their families. Bring food and drinks to celebrate this feast of friendship among women in public space!

By that we want to demonstrate that it is possible to do things differently than official politics wants to make us believe: with open fences and borders, with respect, solidarity and interest in the lives of those women and their family members whose path has led them our way. Because in those dark times those are losing their humanity who stand by and watch inhumanity gaining ground or contributing to it.

“When you have more than you need, build a longer table, not a higher fence!” this slogan used by Spanish civil society which has formed a network of solidarity supporting refugees providing accommodation and other assistance, has inspired us to this year’s Feminist Table Round. The slogan has been shared and distributed in the social networks in combination with the picture showing an endlessly long table with people eating a festive dinner together.

Besides organizing a setting where the participants of the Table Round can meet and talk to refugee women and women of the solidarity networks who work together with them, we want this year’s Table Round to be an occasion to help re-found a new peace movement. Because it is wars, nowadays especially taking the shape of civil wars, kindled and perpetuated by Europe and the USA, which are among the most important causes forcing people to leave their countries, along with the relations of structural exploitation of the global South by the global North.

That is the reason why we invite all women’s initiatives and organisations for 4 June to make prominent the issue of peace in the public of Vienna’s Mariahilferstrasse. This can be done by means of activities, flash-mobs, collages, discussions, exhibitions etc.

If you want to be part of the Feminist Table Round 2016, please announce your participation by sending an e-mail to tisch@20000frauen.at Let us know, if your contribution will be an idea, a statement, an activity or if it will consist in bringing along food to share at the table.

PostkarteSAVE THE DATE – Postkarte zum Download

15. März 2016 More

Bildergalerie 10.12.2015 „Tag der Menschenrechte“

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Fotos: ©2015 Bettina Frenzel

11. Dezember 2015 More

Femme Fiscale

Pressemitteilung 24. November 2015

Femme Fiscale: Investitionen in Menschen statt Geschenke an Unternehmen

Femme fiscale 24.11.2015, Foto: ©attac

Femme fiscale 24.11.2015, Foto: ©attac

Budget: Arbeitsmarktgipfel der Femme Fiscale sieht 1 Mrd. Investitionen in Bildung, Pflege und Arbeit mit Menschen mit 15.000 neuen Jobs vor

Übermorgen beschließt das Parlament das Budget 2016 mit den falschen Prioritäten. Daher präsentiert die Initiative Femme Fiscale auf einem eigenen Arbeitsmarktgipfel heute vor dem Parlament ein Beschäftigungspaket unter dem Titel „Care Revolution“. BILDER unter http://bit.ly/21dG7VJ (© Attac)

„Beim offiziellen Arbeitsmarktgipfel wurde den Unternehmen durch die geplante Kürzung der Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) fast eine Milliarde geschenkt. Das ist volkswirtschaftlicher Unsinn und wird unweigerlich zu Kürzungen bei sozialen Leistungen führen“, kritisiert die Femme Fiscale. Femme Fiscale fordert stattdessen eine Milliarde Euro im Bildungs- und Care-Bereich zu investieren. Damit werden kurzfristig 15.200 neue Jobs geschaffen – mittelfristig durch Zweitrundeneffekte noch viel mehr. „Mit unserem Beschäftigungspaket fließt das Geld dorthin, wo wir es am dringendsten brauchen und es die meiste Beschäftigung schafft: Bei Bildung, Pflege und im Flüchtlingsbereich. Damit werden gleichzeitig Frauen von unbezahlter Arbeit entlastet“, betont die Femme Fiscale.

Das Beschäftigungspaket von Femme Fiscale beinhaltet:

– Mehr Einkommen für Arbeit mit Menschen: Als erster Schritt Anheben der Löhne im Pflegebereich an das durchschnittliche Einkommen von Angestellten (150 Millionen Euro)
– Investitionen in Pflege (u.a. mobile Pflege, Pflegedienst): (300 Millionen Euro für 2016): rund 3.500 Jobs
– Mehr mehr und bessere Kinderbetreuung und -bildung: mehr Plätze und Personal, längere Öffnungszeiten (135 Millionen Euro vom Bund, gleicher Betrag von den Ländern): rund 10.000 Jobs
– Ausbau Ganztagsschulen für alle Schulstufen (350 Millionen Euro): 1.700 Jobs
– Investitionen in Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen (kurzfristig Verdopplung der vorgesehenen 70 Millionen Euro) schafft Hunderte weitere Jobs

Zwtl.: Akzente in Richtung Umbau der Wirtschaft

Angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen muss das Budget 2016 einen Schwerpunkt auf Bildung und Care-Bereich setzen. Die Maßnahmen des Beschäftigungspaketes „Care Revolution“ wären ein wichtiger kurzfristiger Schritt in diese Richtung, weitere Investitionen müssen mittelfristig folgen.

* Femme Fiscale ist eine Initiative von Gruppen und Netzwerken, die sich für geschlechtergerechte Steuer- und Budgetpolitik einsetzt.
Bestehend aus FeministAttac, Attac, Frauenring, Plattform 20.000 Frauen, AG Frauen/Armut der Österreichischen Armutskonferenz, Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, OBRA (One Billion Rising Austria), Frau im ÖGV, Watch Group. Gender und öffentliche Finanzen, Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, AÖF

Rückfragehinweis:
Elisabeth Klatzer
Mail: femme.fiscale@gmx.at
Telefon: 0650/5050565

Femme Fiscale im Internet:
hier!

Weitere Fotos hier: ©attac

24. November 2015 More

Bildergalerie Volksstimmefest 2015

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alle Fotos: ©Bettina Frenzel

7. September 2015 More

Frauen.Punkt 2015

Volksstimmefest 5./6. September 2015, Jesuitenwiese, Prater

www.volksstimmefest.at
Auch heuer wird die Plattform 20000Frauen in Kooperation mit anderen Initiativen den Frauen.Punkt gestalten:

Frauen.Punkt am Volksstimmefest 2015

Frauen.Punkt am Volksstimmefest 2015

Samstag, 5. September, ab 15h:

Refugee Welcome: Diskussion und Information zum großen aktuellen Thema Flucht/Geflüchtete – Schwerpunkt: Refugee Women
Mit dabei: Dagmar Schindler, Expertin in Flüchtlingsfragen
Was können wir tun, was sind die nächsten Aktionen, wo können wir uns einklinken?
Beiliegend ein Forderungspapier und ein Redebeitrag zum Thema Refugee Women. (pdfs zum Downloaden)

28. September – Internationaler Aktionstag für freien Zugang zu legalen und sicheren Schwangerschaftsabbrüchen
Brainstorming und Planung – Kundgebung ist für diesen Tag vor dem Parlament angemeldet.
Nähere Infos in der Facebook-Gruppe Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafrecht: https://www.facebook.com/groups/Schwangerschaftsabbruchrausausdemstrafrecht/
website: http://www.september28.org/

Sonntag, 6. September, ab 15h:

„Alleinerziehende – Schluss mit Allein und Arm!“ mit Maria Stern
In Österreich bilden die Alleinerziehenden (93% Frauen) die erwerbstätige Bevölkerungsgruppe, die am stärksten von Armut betroffen ist. Trotz überdurchschnittlichem Arbeitspensum. Der Hauptgrund ist das Unterhaltsgesetz, das große Lücken aufweist, die die Politik, trotz jahrelanger Versprechen, nicht gewillt ist, zu schließen. Das Forum Kindesunterhalt hat sich zum Ziel gesetzt, ein großes Netzwerk von Betroffenen und SympathisantInnen aufzubauen und weiterhin in die Medien zu drängen um die Politik an ihre Verantwortung zu erinnern. Ziel ist eine Kindesunterhaltssicherung nach Schwedischem Modell.

3. September 2015 More

Diskussionspapier der Plattform 20000frauen zur Prostitutionsdebatte

Diskussionspapier Plattform 20000 Frauen

Frauensolidarität kann nicht bei Sexarbeiterinnen / Prostituierten aufhören!

Derzeit stehen in der Frage von Prostitution / Sexarbeit in der Frauenbewegung unversöhnliche Positionen gegenüber: Die abolitionistische, wonach Prostitution verboten und Sexkauf bestraft werden soll („Gäbe es keine Prostitution, gäbe es auch keinen Frauenhandel“), und jene, der es um Rechte für Sexarbeiterinnen geht.
Jeder Feministin sei es unbenommen, über Prostitution / Sexarbeit zu denken, was sie will, was wir jedoch nicht können, ist unsere Solidarität gerade bei Sexarbeiterinnen / Prostituierten enden zu lassen.
Angesichts sich ständig verschlechternder Arbeitsbedingungen in allen Berufen – zunehmender Prekarisierung, Aushöhlung des Arbeitsrechts, keine existenzsichernden Einkommen, befristete und Teilzeitjobs, von denen frau nicht leben kann – und angesichts der weltweit immer deutlicher die Form von Ausbeutungsverhältnissen annehmenden Wirtschaftsbeziehungen, die vielen Menschen des globalen Ostens und Südens ökonomisches Überleben immer mehr verunmöglicht, kann das Verbot von Prostitution / Sexarbeit oder die Kriminalisierung ihrer Kunden nicht auf der frauenpolitischen Tagesordnung stehen. Vielmehr müssen Feministinnen darum kämpfen, dass die in diesem Bereich tätigen Frauen (und Männer) menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen vorfinden. Für eine solidarische Frauenbewegung sind Gespräche mit den Betroffenen die Voraussetzung dafür, deren Situation kennenzulernen, um Politik auf informierter Grundlage zu machen.
Wir fordern deshalb von der offiziellen (Frauen-) Politik, dass keine Gesetze mehr für Sexarbeiterinnen / Prostituierte gemacht werden ohne ihre Sicht als Betroffene anzuhören und Selbstorganisationen und Beratungseinrichtungen von Sexarbeiterinnen, insbesondere sexworker.at, LEFÖ u.a. beizuziehen. Es gibt keinen Grund, SexarbeiterInnen/Prostituierte zum einzigen Berufsgruppe zu machen, die an der Erarbeitung der sie betreffenden Gesetzen automatisch ausgeschlossen wird, und vermutlich die einzige Berufsgruppe, wo stattdessen die Polizei diese Gesetze mitbestimmt. Diese Form der Stigmatisierung und Diskriminierung mit allen negativen Folgen, die sich keine Menschengruppe gefallen lassen würde, muss beendet werden.
Es geht in dieser Frage nicht in erster Linie um Geschlechterkampf, sondern um Migration und Menschenrechte für eine Gruppe, die in unserer Gesellschaft zu den Schwächsten und Ausgesetztesten zählt! Armutsmigration durch eine Politik der Verbote regeln zu wollen, ist menschenverachtend und liefert Sexarbeiterinnen/Prostituierte unnötig den BordellbetreiberInnen und dem Gewaltregime des Staates aus. Der österreichische Staat lässt Menschenrechtsverletzungen gegenüber Sexarbeiterinnen zu, weil er mit dem Hurenstigma kalkuliert, d.h., sich darauf verlässt, dass wenig Solidarität mit Sexarbeiterinnen / Prostituierten vorhanden ist. Häufig nimmt die Haltung von Feministinnen gegenüber Sexarbeiterinnen/Prostituierten Formen an, die Sexarbeiterinnen/Prostituierte ebenfalls abwerten, diskriminieren und verurteilen und – da unter SexarbeiterInnen sehr viele Migrantinnen sind – daher als rassistisch gelten müssen.
Die Aktivistinnen der Plattform 20000 Frauen lehnen dies für sich ab.
Wir schließen uns jenem Verständnis von Prostitution / Sexarbeit an, das die darin Tätigen davon haben, nämlich das einer freiwillig erbrachten sexuellen Dienstleistung, die einen einvernehmlichen Vertrag zwischen Erwachsenen voraussetzt. Wenn es das nicht ist, ist es nicht Sexarbeit / Prostitution, sondern sexuelle Gewalt, Ausbeutung und Zwang.
Außerdem verwenden wir künftig den Begriff der Hurenbewegung für ihre Arbeit: Sexarbeit statt Prostitution.

Die Plattform 20000 Frauen fordert daher:
• Keine Abschiebungen aufgrund von Verwaltungsstrafen (derzeit können Sexarbeiterinnen, die eine Verwaltungsstrafe in der Höhe von € 1000 angehäuft haben, abgeschoben werden).
• Aufhebung aller Verbotszonen des Straßenstrichs, besonders vor den Stundenhotels – dieser ist als eine relativ selbstbestimmte Form von Sexarbeit anzusehen und für manche Frauen die bevorzugte Form der Sexarbeit. Unter angemessenen Umständen ist der Straßenstrich ein Arbeitsort, an dem SexarbeiterInnen der größte Anteil an ihrem Einkommen bleibt, während in Laufhäusern Mieten ab 80 Euro pro Tag üblich sind.
• Beim Verbot des Straßenstrichs in Wien wurden nur AnrainerInnen gehört und die Betroffenen SexarbeiterInnen nie. Die Vertreibung in extrem abgelegene Gebiete hat zahlreiche Frauen zu Gewaltopfern gemacht, die anderswo nie Probleme mit Kunden hatten.
• Der entstandene illegale Straßenstrich macht Frauen ebenso vulnerabel wie das Verbot von Escort, weil sie sich bei Problemen an keine offiziellen Stellen wenden können.
• Wir fordern die Legalisierung von Escort.
• Eine Entkriminalisierung von Sexarbeit und die Einhaltung von Grund- und Menschenrechten gegenüber Sexarbeiterinnen.
• Es darf nicht sein, dass die Polizei das Recht hat, jederzeit eine Wohnung zu betreten, nur weil jemand behauptet hat, dass eine dort sich aufhaltende Frau der Prostitution nachgehe.
• Dass Sexarbeiterinnen sich wenn sie nicht arbeiten (Urlaub, Krankheit) bei der Polizei abmelden müssen ist untragbar.
• Die mit langen Wartezeiten verbundenen und entwürdigenden wöchentlichen, teilweise kostenpflichtigen Gesundheitsuntersuchungen sind abzuschaffen. Diese nützen nur der Versicherung von Freiern, dass sie bedenkenlos ohne Kondom mit der Frau verkehren können und nicht dem Interesse an der Gesundheit der Frau. Es sind reine Kontroll- und Repressionsmaßnahmen, die keinerlei Nutzen für SexarbeiterInnen haben. Es gibt aktuell in Wien nur eine Stelle für ca. 3500 Frauen, die Frauen werden untersucht, aber nicht behandelt und sie erhalten keine Diagnose. Die Zwangsuntersuchungen von Sexarbeiterinnen gehören – wie in allen anderen Ländern der Welt (Ausnahme Griechenland, viel längere Intervalle!) bereits geschehen – ersatzlos gestrichen. UNO, UNAIDS und WHO haben sich in diesem Sinne positioniert. Untersuchungen müssen – wie für alle Menschen – freiwillig und anonym sein.
Diese Gesundheitsuntersuchungen setzen Frauen auch der Gewalt aus: Wenn sie von Freiern, Zuhältern und Betreibern nicht aufgefunden werden wollen, können sie am Gesundheitsamt angetroffen werden, da ihnen dort ein bestimmter Tag pro Woche zugeteilt ist. In einigen Bundesländern ist fachspezifischen SozialarbeiterInnen der Besuch des Gesundheitsamtes untersagt. Bei einer Zwangsuntersuchung oder einer Razzia ist nicht zu erwarten, dass Opfer von Gewalt sich jemandem anvertrauen.
• Die Frauen dürfen keine/n BetreiberIn brauchen, der/die sie anmeldet. Die Frauen zu Angestellten von Betreibern zu machen, bedeutet sie der Abhängigkeit von diesen auszusetzen. (Es gibt Bundesländer, wo man nur mit Bescheid von BetreiberInnen den Deckel/Zulassungskarte bekommt).
• Sexarbeiterinnen, die sich für ihre Rechte einsetzen und gewerkschaftlich organisieren, müssen vor rechtswidrigen oder willkürlichen Hausdurchsuchungen und Steuerstrafverfahren geschützt werden.
• Wir fordern die Aufhebung der Registrierungspflicht. Frauen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, dürfen nicht dazu gezwungen werden, sich als Prostituierte registrieren zu lassen – das ist eine Einschränkung ihrer sexuellen Selbstbestimmungsrechte.
• Sexarbeiterinnen am Straßenstrich haben vor der Willkür bei Gesetzen oder der Polizei geschützt zu werden. Aufenthalt in der Verbotszone oder in „Arbeitskleidung“ in Verbotszonen bedeutet € 500 (bzw. Ersatzhaftstrafe) als Mindeststrafe bei der ersten Übertretung (Winken am Straßenrand reicht dazu), Strafen von über € 1000 in nur wenigen Stunden zu bekommen, kommt regelmäßig vor. Ab 1000 Euro Strafe können MigrantInnen abgeschoben werden.

DISKUSSIONPAPIER_Plattform20000frauen_2015 als pdf

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Bildergalerie Feministische Tischgesellschaft 30. Mai 2015

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2. Juni 2015 More

Feministische Tischgesellschaft in Wien am 30. Mai 2015

Video von der Feministischen Tischgesellschaft

© Dominique Doujenis

Bilder von der Feministischen Tischgesellschaft

144frauen_tischgesellschaft20150530-9965alle Fotos: ©Bettina Frenzel

Programm für die feministische Tischgesellschaft

vorbehaltlich kleiner letzter Änderungen
programmA3_tischgesellschaft15 hier zum Download in A3!

programmA4_tischgesellschaft15 und hier zum Download in A4!

 

Plattform 20000frauen lädt zur Feministischen Tischgesellschaft am 30. Mai

Von 13 bis 17 Uhr verwandelt sich die Mariahilfer Straße in eine feministische Begegnungszone
Im Gedenkjahr 2015 jähren sich auch zwei bedeutende frauenpolitische Ereignisse: Vor 40 Jahren wurde der Schwangerschaftsabbruch in Österreich mit der Einführung der Fristenlösung straffrei gestellt, im selben Jahr fand in Mexiko City die erste UN-Weltfrauenkonferenz statt. Anlässlich dieser beiden Jubiläen lädt die Plattform 20000frauen zu einer Feministischen Tischgesellschaft am Samstag, den 30. Mai 2015. Von 13 bis 17 Uhr werden auf der Mariahilfer Straße zwischen Schottenfeldgasse und Andreasgasse Tische aufgebaut, die von feministischen Organisationen bespielt werden – alle Interessierten sind dazu eingeladen, sich zu beteiligen und mitzudiskutieren.

Das Veranstaltungsformat
Über 30 Initiativen und Organisationen haben sich zur Tischgesellschaft angemeldet – darunter etwa Die Sicherheitsnadel, die Plattform Alleinerzieherinnen, das Sexworker Forum, die feministischen Magazine an.schläge und fiber, die Gleichbehandlungsanwaltschaft, LEFÖ und der Österreichische Frauenring. Sie alle gestalten das Programm an ihren Tischen autonom, so werden zum Beispiel Diskussionsrunden zu spezifischen Themen (z.B. Pflege, Schwangerschaftsabbruch, Frauen auf der Flucht, Feministische Generationen) veranstaltet oder kreative Aktionen geplant. Zu jeder vollen Stunde wird das laufende Programm unterbrochen und es finden kurze Performances feministischer Künstlerinnen statt. Eine Programmübersicht mit allen Inhalten wird einige Tage vor dem 30. Mai auf der Website der Plattform 20000frauen (www.20000frauen.at) veröffentlicht und auch bei der Tischgesellschaft aufliegen.

Alle interessierten Frauen* sind eingeladen, die Tischgesellschaft zu besuchen, sich vor Ort zu beteiligen und mit anderen in Austausch zu treten!

Auch das Essen und Trinken soll bei einer Tischgesellschaft nicht zu kurz kommen: Die einzelnen Gruppen bieten an ihren Tischen eigenverantwortlich Leckereien an, die Plattform 20000frauen stellt allen Wasser, Fladenbrot und Schafskäse zur Verfügung.

Bei Schlechtwetter
Die Tischgesellschaft findet im Freien statt, eine alternative Location im Falle von Schlechtwetter steht nicht zur Verfügung. Vor Ort wird allerdings ein Zelt aufgebaut, sollte es durchgehend regnerisch sein, wird sich das Programm auf einen kleinen Austausch in diesem Zelt beschränken.

Die Plattform 20000frauen
Die Plattform 20000frauen ist eine überparteiliche feministische Plattform, die 2010 gegründet wurde. Einzelne Frauen fanden zusammen, um eine große Demonstration zum 100. Internationalen Frauentag am 8. März 2011 am Wiener Ring zu veranstalten. Seit dieser Frauen*Demonstration trifft sich die Plattform regelmäßig einmal pro Monat an wechselnden Orten, um Aktionen zu planen und verschiedene Themen zu diskutieren. Feministisches und antirassistisches Engagement stehen im Zentrum der Plattform-Aktivitäten, die Bandbreite der Aktionen reicht von der Herausgabe einer feministischen Satirezeitung über Flashmobs und Podiumsdiskussionen bis hin zur Veranstaltung der Frauenenquete gemeinsam mit der Frauenministerin.

Warum eine Feministische Tischgesellschaft
Die Plattform 20000frauen vereint Aktivistinnen* aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen, mit unterschiedlichen Biografien – und damit auch vielfältigen politischen Positionen. Zentrale Anliegen der Plattform sind es, immer wieder miteinander in Austausch zu treten und (temporäre) Bündnisse zu knüpfen. In diesem Sinne schafft die Plattform regelmäßig Räume für feministischen Diskurs. Nach der Frauen*Demonstration am 19. März 2011 und der Zeltstadt der Frauen 2012 ist die Feministische Tischgesellschaft die dritte Großveranstaltung im öffentlichen Raum.

Aufruf Ulli Weish

Alltagslabor – Diskussionen im öffentlichen Raum zu Frauen/Körper/Konsum/Praktiken

Idee: Wir diskutieren über Alltagsgegenstände und Verbrauchsgüter, die uns nerven.
Aufruf: Objekte mitbringen! Allerlei willkommen!
Ablauf: Objekte werden auf Tisch gesammelt und gemeinsam kommentiert; bleiben auf Tisch oder werden auf Wäscheleinen gehängt. Gerne am Ende der Veranstaltung wieder mit heim nehmen oder in einem kollektiven Akt weg schmeißen……..

Am Beispiel von Damenunterhosen, BHs, Schuhen, Bekleidungs-Modewellen (verschiedener Röcke, Hosen in der Mini- bis Maxi-Variante mit Fokus auf unbequem und unpraktisch), Körperlotions und Enthaarungs-, Hautlotions und Antischweiss-Produkte, zu den sog. Hygiene-Artikeln (wie Tampoons und Binden bis zur Slipeinlage) also wieder mal zum alten Klassiker der Sauberkeitserziehung, die sich aktuell mit der Behaarungskontrolle verkoppelt und Produkte kreiert, die den Warenkreislauf und die Alltagspraktiken des täglichen Körperbeobachten am Laufen halten…….Auch gerne Kinderspielsachen in der aktuellen Trennung von Pinkplastikzeug mit Rüschen für Mädchen und Militäroutfit für den kleinen Babyboy von heute; gerne auch Kinderzeitschriften und elektronisches Freizeitvergnügen (also Abschussspiele für Jungs und Schöner Stylen für Mädchen)

Ziel: Debatte mit zufälligen Passantinnen und Shoppenden auf der Maria Hilfer Strasse sowie mit Aktivistinnen und NGOFrauen, die bei der feministischen Tischgesellschaft mitmachen, zu initiieren. Alltagsdebatte zu Körperkontrolle und Konsumzwang vertiefen, Freiheiten und Vielfältigkeiten von Gewohnheit und Aussehen verstärken; im 21. Jahrhundert kann das Projekt „Körperbasteln für den Aufstieg“ als dominant beschrieben werden, der die Sehnsüchte von (jungen) Frauen radikal bindet (ökonomisch, Zeitressourcen, Selbstwahrnehmung etc.)

Bitte Mail an Eure Netzwerke weiterleiten bzw. an alle Gruppen, die bei der Fem. Tischgesellschaft mitmachen werden und/oder im Verteiler der Plattform sind!

Ich hoffe auf viele Replys und mitgebrachte Objekte; auf kritische Inputs und auf rege Beteiligung;
meine geplante Rolle ist das Sammeln, mit-kommentieren, Beginn und Ende der ‚Performance‘ mit Megaphon

ich bin am 20.5. beim Organisationsplenum um 18uhr (diesmal bei den Grünen in der Lindengasse) dabei;
glg
ulli weish

1. Aufruf:

Beteiligt euch

am 30. Mai 2015

in Wien
bei der

Feministischen Tischgesellschaft

anlässlich

40 Jahre UN-Dekade der Frau

und

40 Jahre Schwangerschaftsabbruch in Österreich

1975 fand in Mexiko City die erste UN-Weltfrauenkonferenz statt, mit dem Ziel, die Stellung der Frauen weltweit zu verbessern. Die auf der Konferenz entworfene Konvention zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frauen (CEDAW) wurde 1979 von der UNO verabschiedet und bis heute von fast allen 190 UNO-Mitgliedsstaaten ratifiziert (1982 von Österreich). Auf der vierten und bislang letzten UN-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 verpflichteten sich die Staaten die Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen zu fördern. Doch die Realität schaut anders aus: weltweit leisten Frauen 2/3 der Arbeit, produzieren die Hälfte der Lebensmittel, verfügen über 10% des Einkommens und nur 1% des Vermögens.

1975 wurde in Österreich der Schwangerschaftsabbruch legalisiert, d.h. bis zur 12. Schwangerschafts-woche straffrei gestellt. Ein großer Sieg für Frauen: das Ende von lebensgefährlichen Abtreibungen sowie Straffreiheit für ungewollt Schwangere und Ärzte/Ärztinnen, die Abtreibungen durchführen. Die Fristenlösung ist aber ein Kompromiss, denn bis heute steht der betreffende Paragraf im Strafgesetzbuch. Darüber hinaus ist die Forderung nach einer Durchführung von Abbrüchen in allen aus öffentlichen Geldern finanzierten Spitälern in ganz Österreich nach wie vor nicht erfüllt, ebenso wenig wie jene nach Kostenübernahme für einen Abbruch durch die Krankenkasse.

2015 gibt es also genügend Anlässe für Begegnung und Austausch zwischen Vertreterinnen aus Frauen- und Mädcheneinrichtungen, öffentlichen Institutionen und Interessensvertretungen sowie interessierten Einzelfrauen. Die Aktivistinnen der Plattform 20000frauen laden daher am

Samstag, den 30. Mai von 13.00 bis 17.00 Uhr zu einer Feministischen Tischgesellschaft auf die Mariahilfer Straße

– zwischen Schottenfeldgasse und Andreasgasse – ein. Die Tischgesellschaft wird im öffentlichen Raum stattfinden, zahlreiche Tische bieten Platz für diskursive und kulinarische Genüsse, umrahmt wird die Aktion von künstlerischen Performances, verschiedenste Formate wie etwa Speed Dating oder Weltcafè bieten spannende und vielfältige Diskussions- und Begegnungsmöglichkeiten.

Diese Aktion wird gelingen, wenn sich viele viele viele beteiligen! Daher suchen wir
 Einzelfrauen und Fraueninitiativen, die ihre Themen lustvoll einbringen möchten,
 Musikerinnen, Theaterfrauen und Clowninnen, die den künstlerischen Rahmen gestalten,
 Köchinnen, die kulinarisch verwöhnen,
 Frauen, die mitorganisieren und mitgestalten wollen.
Wir stellen die benötigte Infrastruktur (Tische, Bänke, kulinarische Grundversorgung, Equipment für Redebeiträge etc.) zur Verfügung und sorgen für ein festliches Flair.
Bei Interesse bitte an office{at}20000frauen.at wenden oder bei einem Plenum vorbeikommen – Termine und Orte rechts oben!

FeministischeTischgesellschaft_Einladung_Plattform20000frauenpdf zum Download hier!

18. Februar 2015 More

Frauenenquete 2014 „Frauen. Bilden. Kritik.“

Samstag, 22. November 2014 von 8.30 – 17.00 Uhr
PH Wien
Daumegasse 8 / Grenzackerstraße 18
1100 Wien

Eine Zusammenarbeit der Plattform 20000frauen mit dem Bundesministerium für Frauen und Bildung!

Genaueres Programm auf Webseite der Frauenministerin
Einladungs-pdf hier zum Download!

Keynote-Sprecherinnen:
Susanne Dermutz „Bildet Schule Frauen?“
Michaela Judy „Polyphonie. Oder: Feministische Bildung zwischen Autonomie, Dialog und Solidarität“
Wiltrud Gieseke „Genderverhältnisse in Bildung. Zwischen Entwicklung und Stillstand – wo befinden sich die Frauen?“

Enquete Frauen.Bilden.Kritik.

Bilder Enquete Frauen.Bilden.Kritik.

Workshops:

Workshop I: Dekonstruktivistische/ queere/ normativitätskritische Perspektiven in der feministischen Bildungsarbeit – Claudia Schneider (EfEU – Verein zur Erarbeitung feministischer Erziehungs- und Unterrichtsmodelle)

Inhalt: Wie können pädagogische Konzepte aussehen, die – ohne das System der Zweigeschlechtlichkeit zu reproduzieren – dazu beitragen, Normativität aufzubrechen und Handlungsspielräume zu eröffnen, indem eine Entscheidung für EIN Geschlecht in den Hintergrund gerückt bzw. in Frage gestellt wird? Welche theoretischen Grundlagen, welche Methoden und welche didaktischen Settings sind dafür geeignet?
Zielgruppen: Pädagog_innen

Zur Person: Mag. Claudia Schneider
Studium der Europäischen Ethnologie an der Unversität Wien;
seit 1995 Mitarbeiterin beim Verein EfEU (Verein zur Erarbeitung feministischer Erziehungs- und Unterrichtsmodelle) und dessen Vorstandsmitglied, seit 2004 Gründungs- und Vorstandsmitglied der ASD – Austrian Society for Diversity, Lektorin an der Universität Wien und der Universität für Angewandte Kunst Wien.
Arbeitsbereiche: Aus- und Fortbildung, Organisationsberatung und Forschung.
Themenschwerpunkte an der Schnittstelle von Theorie und Praxis: gender- und diversitysensible Pädagogik, Gender-und Diversity-Trainings im Rahmen der Erwachsenenbildung, Beratung und Evaluation von Bildungsprozessen sowie Diversity Management in Bildungsinstitutionen.

www.efeu.or.at, www.societyfordiversity.at

Workshop II: Qualifikation und tatsächliche Berufschancen von Frauen – Gerlinde Hauer (Abteilung Frauen und Familie der AK Wien)

Inhalt: Wie haben sich die Bildungsbeteiligung und die Erwerbsbeteiligung in den letzten drei Jahrzehnten entwickelt? In welchem Ausmaß haben Frauen und Männer einen Job entsprechend Ihrer Ausbildung? Und wie wirken sich diese Entwicklungen auf die Einkommen aus?

Es zeigt sich, dass Frauen immer besser ausgebildet sind. Beim erreichten Bildungsniveau gibt es nur mehr geringe Unterschiede zwischen Frauen und Männern, bei höheren Ausbildungen haben Frauen die Männer mittlerweile sogar überholt haben. Allerdings spiegelt sich das nur unzureichend in den Berufschancen von Frauen wider.

Was sind die Gründe dafür und welche Maßnahmen braucht es um Gleichstellung am Arbeitsmarkt voranzutreiben?

Zur Person: Mag. Gerlinde Hauer
Studium der Geschichte mit Schwerpunkt Frauenforschung an der Universität Wien; von 1991 bis 1999 freiberufliche wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen Forschungs- und Ausstellungsprojekten; seit 1999 Referentin in der Arbeiterkammer Wien mit Schwerpunkt „Frauen und Arbeitsmarkt“, u. a. Konzeption und Betreuung von Studien, wie z.B. das „AK-Wiedereinstiegsmonitoring“ (erstellt von L & R-Sozialforschung); Mitautorin der Studie „Frauen-Bildung-Arbeitsmarkt. Die Entwicklung der Qualifikationsstruktur von Frauen und Männern 1981-2010 in Österreich und Wien (2014)“.

Workshop III: Feministische außerschulische Jugendarbeit – Tanja Eckhardt/Gudrun Rothschedl (*peppa Mädchenzentrum der Caritas Wien)

Inhalt: Die Mädchenarbeit ist Gegenstand zahlreicher Diskussionen und sieht sich immer wieder mit kritisch gestellten Fragen und Forderungen konfrontiert. Vertreterinnen des *peppa – Mädchenzentrums der Caritas Wien diskutieren aktuelle Themen und Anforderungen in der Arbeit mit jugendlichen Mädchen. Vor dem Hintergrund der Erfahrungswerte im *peppa – Mädchenzentrum sowie ausgehend von theoretischen Ansätzen der Mädchenarbeit soll der Workshop Impulse für die pädagogische Praxis in der Mädchenarbeit geben und Raum für Fragen und Diskussion bieten.

Die Auseinandersetzung mit der Gestaltung „zeitgemäßer“ und „zielgruppengerechter“ Inhalte und Angebote und die damit verbundenen Fragen „Was kann die Mädchenarbeit heute bieten?“ bzw. „Welchen Herausforderungen muss sich die Mädchenarbeit stellen?“ sind zentrale Themen des Workshops.

Die vielfältigen und oft widersprüchlichen Anforderungen an Mädchen und insbesondere junge Migrantinnen und die ständig im Wandel begriffenen Lebenswelten jugendlicher Mädchen erfordern eine Schärfung des Blickes für die Lebensrealitäten der jungen Frauen. „Wo stehen die Mädchen heute?“ „Welchen Mädchenbildern begegnen wir heute?“ „Welche Anforderungen lassen sich daraus für die Mädchenarbeit ableiten?“

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Diskrepanz zwischen den Anliegen der Mädchenarbeit und der Selbstdefiniton der Mädchen. „Was bedeuten feministische Positionen für Jugendarbeiterinnen bzw. für die Mädchen selbst?“ „Welche Haltung und Sprache verbindet bzw. trennt sie?“ Im Rahmen des Workshops sollen Möglichkeiten zum Umgang mit den Herausforderungen und Widersprüchen in der feministisch orientierten Mädchenarbeit erarbeitet werden. Ein weiterer Aspekt ist die gesellschaftliche Bedeutung feministischer Mädchenarbeit. Auch die Frage nach der Notwendigkeit von Mädchenräumen zur Vervielfältigung von Mädchenbildern und -kulturen ist damit eng verknüpft.

Zur Person: Mag. Gudrun Rothschedl
Studium der Soziologie (Johannes Kepler Universität Linz, Humboldt-Universität zu Berlin)
Aufbaulehrgang Jugendarbeit (wienXtra Institut für Freizeitpädagogik Wien)
Lehrgang Mainstreaming Gender und Diversity in modernen Organisationen Anwendung und strukturelle Verankerung im Berufsalltag
ImKontext Institut für Organisationsberatung, Gesellschaftsforschung, Supervision und Coaching
Teamleitung *peppa – Interkulturelles Mädchenzentrum der Caritas Wien
Schwerpunkte: Feministische Mädchenarbeit, Genderpädagogik, Genderstudies, Feministische Theorie, Diversität, Migration

Mag. Tanja Eckhardt
Studium Psychologie (Universität Wien)
Grundkurs Jugendarbeit (wienXtra Institut für Freizeitpädagogik Wien)
Ausbildung Motopädagogik im Kindesalter (Verein Motopädagogik Wien)
Online Beratung Lehrgang (wienXtra Institut für Freizeitpädagogik Wien)
Betreuerin *peppa – Interkulturelles Mädchenzentrum der Caritas Wien
Schwerpunkte: Feministische Mädchenarbeit, Freizeitpädagogik, Psychosoziale Beratung, Vernetzungs- und Kooperationsarbeit

Workshop IV: Zwischen „Genderwahnsinn“ und weiblicher Freiheit: Gender-Arbeit an Schulen – Hilde Grammel (FS 12 und Plattform 20000frauen)

Inhalt: An den Wiener Humanberuflichen Schulen wurde von 2006-2013 Gender Mainstreaming als Top-Down-Prozess implementiert. Der Workshop befasst sich mit der inzwischen wieder gestoppten Umsetzung dieses Themas vor Ort und bettet diese Arbeit in einen aktuellen gesellschaftspolitischen Kontext zwischen politischen Gender-Diskursen rechter und konservativer Kreise einerseits und der feministischen Kritik am Gender Mainstreaming andererseits ein.
Zielgruppen: PädagogInnen, an feministischer und Frauenpolitik Interessierte

Zur Person: Mag. Hilde Grammel
Studium der Anglistik/Amerikanistik und Geschichte an der Universität Wien, seit fast 3 Jahrzehnten als Lehrerin berufstätig, Gender- und Diversity-Beauftragte ihrer Schule.
Politische Aktivistin in zahlreichen feministischen und linken Zusammenhängen, u.a. von 1993-2008 in der Redaktion von [sic!], Forum für feministische GangArten, Mitarbeit in Frauencafé und Frauenzentrum Wien, Mitbegründerin der Plattform 20000 Frauen und Mitherausgeberin von 100 Jahre Frauenfragen. Bewegung – Reflexion – Vision (Promedia, Wien 2012) und der aep-informationen 01/2014 zu Prostitution oder Sexarbeit. Realitäten, Rechte, Richtungen. Aktivistin von EL-Fem, dem feministischen Netzwerk der Europäischen Linksparteien.
Alleinerziehende Mutter einer inzwischen erwachsenen Tochter.

Workshop V: Feministische Bildung verliert den Internetanschluss. Gründe und Aussichten – Maria Zimmermann/Karin Kuchler (Genderraum)

Inhalt: Wir möchten zu einem niederschwelligen Austausch darüber einladen, was feministische Bildung im Internetzeitalter bedeuten kann. Gemeinsam wollen wir auch erarbeiten was feministische Orte im Internet können sollen und wollen. Teilnehmerinnen* jeden Kenntnisstandes sind herzlich willkommen, benötigte Grundinformationen stellen wir sehr gerne zur Verfügung.

Maria Zimmermann: Politikwissenschaftsstudentin, Sachbearbeiterin im Referat für Menschenrechte und Gesellschaftspoltik der Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft, Mitgründerin vom kritischen, journalistischen und medienaktivistischen Kollektiv prozess.report & Koordinatorin im Verein Genderraum
Schwerpunkte: (Netz)Feminsimus, Netzpolitik, Datensicherheit, (Online)-Aktivismus
Organisation: Genderraum

Karin Kuchler: Studium der Philosophie, Bibliotheks- und Informationswissenschaft in Triest, Wien und Honolulu, dort auch Assistenzbibliothekarin im wissenschaftlichen Journaldienst. Wissenschaftliche Mitarbeiterin unter anderem am Institut für Höhere Studien, politische Erwachsenenbildnerin, als solche durch ÖH/bm:wf im Unabhängigen Tutoriumsprojekt zertifiziert. Gegenwärtig OeAD-Lektorin an der Alexandru Ion Cuza Universität, Iași. Organisation: Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit

Workshop VI: Frauenbildung als Praxis der Beziehung. Vermittlung zwischen Autorität und Freiheit – Birge Krondorfer (Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik)

Inhalt: In unseren sogenannten postautoritären Gesellschaften wird ‚Autorität’ zumeist mit Herrschaft gleichgestellt und damit die Vorstellung von Bedürfnissen nach Orientierung, Geborgenheit und Stabilität abgewiesen. (Was dann in Angeboten von ideologischen Manipulierern sich doch hinter den Kulissen krude einen Weg bahnt.) Auch kann bloße Abwehr von Autorität Tyrannei durch Majoritäten produzieren, inklusive eines damit einhergehenden Konformismus.

Wird ‚Autorität’ nicht verstanden als Durchsetzung eines ‚autoritären Charakters’, sondern als ein ethisches Konzept, so wäre die Reanimierung eines bewussten Autoritätsbegriffs dort für pädagogisches Handeln relevant, wo Bildung als Produkt abgelehnt und ihr Prozesscharakter zur Entwicklung von Selbstbestimmung und Kritik an frauenschädlichen Verhältnissen im Vordergrund steht.

Bei einer Bildung von/für/durch Frauen, die im- oder explizit männlich dominierte Systeme hinterfragt, kommt den Beziehungen zwischen Frauen eine eigene Bedeutung zu: erst durch die Anerkennung gegenseitiger Abhängigkeiten wird die Bildung eigenständiger Denk- und Handlungsweisen ermöglicht. Wird Bildung nicht nur als Vermittlung von Wissen, sondern auch als Beziehungsgebilde verstanden, so bedeutet ‚weibliche’ Autorität ein Sich-zur- Verfügung stellen durch die Position des Unterschieds: ein Lehr- und Lernverhältnis, das abstrakte Unabhängigkeitsfantasien hinterfragt und damit konkrete Freiheit eröffnet. ‚Aufgabe der Autorität ist es immer gewesen, Freiheit zu begrenzen und gerade dadurch zu sichern’ (Hannah Arendt). Diesen Paradoxien möchte sich die Denkwerkstatt annähern.

Zur Person: Mag. Dr. Birge Krondorfer
Politische Philosophin und feministisch Tätige. Universitätslektorin und Autorin. Moderatorin, Trainerin, Supervisorin, Mediatorin. Ehrenamtlich arbeitend u.a. in der Bildungsstätte Frauenhetz, der Plattform 20000frauen, Verband feministischer Wissenschafterinnen, der Arge Demokratie braucht Bildung. Temporäre Redakteurin und Herausgeberin. Letzte Co.Herausgaben: Frauen und Politik. Nachrichten aus Demokratien, Wien 2008; Frauen-Fragen. 100 Jahre Bewegung, Reflexion, Vision, Wien 2012; Prekarität und Freiheit? Feministische Wissenschaft, Kulturkritik und Selbstorganisation, Münster 2013; Gerburg Treusch-Dieter Ausgewählte Schriften, Wien/Berlin 2014.

Workshop VII: Kritische Bildungsarbeit mit Migrantinnen – Selma Mujić (LEFÖ – Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen)

Inhalt: LEFÖ, als feministische, politische Erwachsenenbildungseinrichtung, ist um kritische Ansätze in der Bildungsarbeit mit Migrantinnen bemüht (www.lefoe.at). Diese Grundhaltung war Ausgangspunkt des Projektes mehr.sprache_dazmaterial, das hier vorgestellt werden soll (http://mehrsprachen.wordpress.com/daz-materialien/).

Inhalte, Themen, Methoden, Materialien und die Sprache selbst, als ein Wissens- und Ordnungssystem, sind ideologisch und nie neutral. Deshalb gilt es, die Texte und Inhalte um Aspekte des Politischen zu erweitern und aus einer postkolonialen, intersektionalen, rassismuskritischen und feministischen Perspektive neu zu betrachten. Dabei rücken die strukturellen Rahmenbedingungen, die individuelle Handlungsmöglichkeiten mitbestimmen, ins Blickfeld der Auseinandersetzung. Im Unterricht soll der strukturelle Herrschaftszusammenhang eingeblendet und Mechanismen der Ausgrenzung und Diskriminierung, die Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe sowie zu Bildung und Arbeitsmarkt erschweren, erkannt, benannt sowie kritisch reflektiert werden. Ein Feld, in welchem die hegemoniale Sprache (Deutsch) vermittelt wird, kann nicht getrennt von Migrations-/„Integrationspolitik“ und vom bildungspolitischen Kontext betrachtet werden. Im Sinne eines hegemoniekritischen Anspruchs in der Erwachsenenbildungsarbeit gilt es, eine Auseinandersetzung mit macht- und wissenskritischen Fragen bezogen auf die Inhalte, Methoden, Materialien und das pädagogische Herangehen zu fördern. Das verlangt nach kritischer Aneignung, Intervention und Um-/Neugestaltung. Ins Zentrum eines wissenskritischen Zugangs rücken u.a. folgende Fragen: Welches Wissen wird (dominanz-) gesellschaftlich anerkannt und welches nicht? Wer definiert Wissen? Wer hat Zugang zu welchem Wissen? Welches hegemoniale Wissen wird über bestimmte Inhalte/Sprachen/Methoden/Materialien reproduziert? Was will ein DaZ-Kurs vermitteln? Welche Inhalte finden Platz? Welche Annahmen über «die Kursteilnehmerinnen» bestehen? Werden Teilnehmerinnen defizitär in ihrem Wissen wahrgenommen? Durch Zuschreibungen und Stereotypisierungen werden Bilder über „die Anderen“ produziert und bestehende Bilder gefestigt; damit ihre vermeintliche „Andersartigkeit“ erst konstruiert. Unter Berücksichtigung der hierarchischen pädagogischen Verhältnisse in Lernprozessen zwischen Lernenden und Lehrenden plädieren wir für eine Pädagogik, die die zugeschriebenen Rollen reflektiert, die dichotomen Kategorien von wissend/unwissend in Frage stellt und nicht nur ein bestimmtes Wissen als Wissen erscheinen lässt.

Nach einem kurzen theoretischen Input und der Vorstellung des Projektes werden die Workshop-Teilnehmerinnen eingeladen, sich daran zu probieren, die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen – Material zu analysieren, zu „kritisieren“ und umzuschreiben, neue Kontexte einzubauen und zu intervenieren. An das normalisierte (Lehrbuch-)Sprechen soll das kontextabhängige Sprechen, die Sprache des Aufbegehrens, Widersprechens, Ausverhandelns, Konfliktes, der Kritik, Verteidigung, Abweichung anknüpfen.

Zur Person: Mag. Selma Muji
Kursleiterin bei LEFÖ – Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen
Interessensschwerpunkte: Basisbildung; Mehrsprachigkeit; Sprachbiographisches Arbeiten; kritische Bildungsarbeit; pädagogische Verhältnisse; Theater der Unterdrückten; Bildungspolitische Rahmenbedingungen; strukturelle Benachteiligungen in Bezug auf Bildungsarbeit mit Migrantinnen …
Kultur- und Sozialanthropologin
Themenschwerpunkte: Migration, Diaspora, Transnationalismus; Macht, Gewalt, Krieg, Peace Studies; Ausgrenzungsmechanismen; Gender; Afrikanische Geschichtswissenschaft; Rassismus, Nationalismus, Islamophobie; Erinnerungsarbeit/„-kulturen“ …

Workshop VIII: Die fördernden und hemmenden Faktoren in der Emanzipation von muslimischen Migrantinnen – Zeynep Elibol (Islamische Fachschule für soziale Bildung)

Inhalt: Musliminnen stehen unter Generalverdacht unterdrückt zu sein. Die Emanzipation,die Chancengleichheit und Gleichbehandlung sind für sie genauso wichtig wie für andere Frauen auch. Aber müssen Musliminnen mehr dafür kämpfen als andere Frauen? In diesem Workshop soll Raum geboten werden die hemmenden und fördernden Faktoren in der Arbeit mit muslimischen Frauen in Bereich Schule, am Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft zu reflektieren, Synergien für neue Ansätze und neue Konzepte zu schaffen. Dabei werden an Stereotypen und konkreten Fallbeispielen gearbeitet.

Zur Person: Zeynep Elibol studierte Physik, Pädagogik und Politikwissenschaften in der Türkei und in Wien. Ihre Diplomarbeit beschäftigte sich mit den sozialen und Bildungsproblemen türkischer Mädchen und Frauen in Österreich. Seit 1988 arbeitet sie als Lehrerin, seit 2002 leitet sie die „Islamischen Fachschule für Soziale Bildung“ in Wien, eine dreijährige Ausbildung für Sozialberufe. Sie ist Dozentin für Sonderpädagogik an der IRPA Wien und Universität Salzburg. Im Jahr 2008 wurde sie gemeinsam mit der in Amerika lebenden jüdischen Schriftstellerin Ruth Klüger mit dem „Frauenpreis der Stadt Wien“ ausgezeichnet. Begründet wurde diese Auszeichnung mit ihrem Einsatz zur Stärkung muslimischer Mädchen in Österreich und ihrer interkulturellen und interreligiösen Verständigungsarbeit.

Workshop IX: Einblicke in die Praxis feministischer Erwachsenenbildung für Frauen mit Lernschwierigkeiten – Susanne Bali/Esther Weinberger (Ninlil – Empowerment und Beratung für Frauen mit Behinderung)

Inhalt: Der Verein NINLIL bietet seit seiner Gründung 1996 Empowermentseminare für Frauen mit Lernschwierigkeiten an. Im Zentrum stehen die Frauen mit ihren Stärken und Bedürfnissen. Frauen tauschen sich innerhalb der Frauen-Gruppe aus und stützen sich untereinander. In diesem Workshop wollen wir die Empowermentseminare vorstellen und auch darauf eingehen, was es braucht, um alle Frauen inklusiv an feministischen Erwachsenenbildungsangeboten teilhaben zu lassen.

Zur Person:

Susi Bali ist Psychologin und feministische Selbstverteidigungstrainerin. Sie leitet seit 2000 Empowermentseminare bei Ninlil und ist dort auch im erweiterten Vorstand. Im Selbstvertretungszentrum für Menschen mit Lernschwierigkeiten im WUK arbeitet sie als Unterstützerin.

Esther Weinberger: Behindertenfachbetreuerin, Mediatorin, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Verein Ninlil, Leiterin von Empowermentseminaren

22. November 2014 More

Bildergalerie Enquete „Frauen.Bilden.Kritik.“

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alle Fotos: ©Bettina Frenzel

22. November 2014 More

Leserinnenbrief zu profil Nr.39

Covertitel: WARUM DER FEMINISMUS VERSAGT HAT …und die Frauen wieder an den Herd wollen…..

WARUM DER JOURNALISMUS VERSAGT HAT…..und dumpfe Titel auf Cover öffentliche Debatten nicht vertiefen können…….
Leserinnenbrief von Ulli Weish

Gut, da war die Polemik gegen junge Bobogirls, die von Mann, Maus und Müsli träumen. Warum dies allerdings neu sein soll, kann weder aus dem Text noch aus dem Subtext (tolle Fotokunst von Heintz!) abgeleitet werden. Die These hängt schief. Auch als Polemik. Seit wann war Feminismus Mainstream? Die Zugehörigkeit im Club der Emanzen war weder damals noch heute gemütlich, Beruflich genutzt hat sie den wenigsten, Anpassung ist nicht erst in der Post-Postmoderne ein Thema, Wenn Arbeitsteilung und Lohnunterschiede nach wie vor vertieft werden, wieso ist dies die ‚Schuld ‚ einer politischen Bewegung, die es seit der Moderne gibt?* Dank der so professionellen und höhnischen Ausklammerung der Mainstream-Medien kann sogar die absurde These gesponnen werden, dass es aktuell kaum moderne Feminismen gäbe bzw. kaum (junge) Frauen (außer Frau Schwarzer, die entweder verrissen oder gehuldigt wird) , die exakt das Gegenteil von Frau Hagers Tochter sein dürften: also konsumkritisch, schönheitsdiskursverachtend, modetrendverwitzelnd, radikal links, heterosexuell oder lesbisch sowohl mit als auch ohne Kinderfantasien, jedenfalls im Kampf um das tägliche Durchwurschteln, von einem prekären Jobprojekt zum nächsten…

Warum profil seit einigen Jahren Polemik mit Qualitätsjournalismus verwechselt, weiß der Geier. Vermutlich sitzt der Quotengeist in der Flasche des Herausgebers. Die gleiche Geisteshaltung wie bei Hager (unhistorisch und klassenlos), findet sich in dieser Nummer auch bei Schwaiger (warum muss die Körpersprache und das Äußere von Frau Baghajati kommentiert werden? Warum darf eine Muslima nicht differenziert Position einnehmen? Warum ist sie dadurch suspekt? Ich als Atheistin finde das unlogisch und denke, dass es offenbar darum geht, krampfhaft unterhaltsam sein zu wollen, wenn Wissen und Positionen zu Themen abgehen). Dafür darf ein Mann in dieser Ausgabe ein Zitat liefern, der wohl Kern meiner Kritik ist: (Mangott, S 49: „Der Raum des kritischen Diskurses (..) ist verloren gegangen.“ Schade, diesen Raum sollte Journalismus, insb. der mit dem Qq-Wort, eigentlich einnehmen.

Ulli Weish, eine sich abstrudelnde erwerbstätige Mami, Feministin und Medienaktivistin (www.20000frauen.at)

*Dieser Logik folgend: Sind AtomgegnerInnen Schuld am aktuellen Eu-Atomkurs? Sind Veganer Schuld an der Schweinemast? Sind Frauen und Mütter Schuld an den sozialen und ökonomischen Bedingungen, die ihre Töchter vorfinden? Oder geht es um eine antifeministische Grundhaltung in Österreich, die niemals gebrochen wurde?

8. Oktober 2014 More

28. September 2014, 15.00 Uhr, Kundgebung und Aktion

Soli-Statement Brigitte Hornyik, Juristin, Verein Österreichischer Juristinnen, Aktivistin in der Plattform 20000Frauen, stv Vorsitzende Österreichischer Frauenring, Mitbegründerin der facebook-Gruppe Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafrecht!

Immer noch sterben jährlich zigtausende Frauen an den Folgen illegaler Schwangerschaftsabbrüche, oft unter qualvollen Umständen.

Der freie Zugang zu sicheren und legalen – und ich ergänze: auch leistbaren!! – Schwangerschaftsabbrüchen ist daher ein immens wichtiger und unverzichtbarer Beitrag zur Frauengesundheit, nämlich zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsrechten von Frauen, wie sie auch von internationalen Organisationen eingefordert werden.

Im Europaparlament haben voriges Jahr die Abgeordneten Edite Estrela und Ulrike Lunacek einen Bericht über diese Gesundheitsrechte von Frauen vorgelegt. Dieser Bericht enthielt ohnehin nur Empfehlungen an die Mitgliedstaaten, der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen war auch darunter. Und es ist ein demokratiepolitischer und menschenrechtlicher Skandal, dass es ultrarechten Kreisen gelungen ist, sogar eine Abstimmung über diesen Bericht im Plenum durch Hasstiraden, Hetzkampagnen und Brüllduelle zu verhindern!

In Österreich ist der Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate straffrei, seit 1975. Aber: Frauen müssen ihn aus eigener Tasche bezahlen – und 500, 600 Euro sind nicht für alle leistbar! Und viele Frauen müssen durch halb Österreich reisen um zu einer Ordination oder einem Ambulatorium zu kommen das Abbrüche durchführt! Diese Zwänge schränken die Entscheidungsfreiheit von Frauen drastisch ein! Das Resultat: Manche weichen nach wie vor in Billigordinationen aus oder legen selber Hand an – mit dem Ergebnis schwerer gesundheitlicher Folgen!

Und der freie Zugang zu manchen Einrichtungen wird durch den Psychoterror der Abtreibungsgegner behindert. Schutzzonen gibt es nach wie vor keine.
Alle aus öffentlichen Geldern finanzierten Spitäler müssen daher verpflichtet werden, Abbrüche durchzuführen; und es muss Kostenregelungen für Frauen, die sich den Abbruch nicht leisten können, geben – die müssen auch für Migrantinnen gelten!
Wer Abtreibungen bekämpft oder verbietet gefährdet Leben und Gesundheit von Frauen! Aber auch, wer das Selbstbestimmungsrecht von Frauen einschränkt, indem Abbrüche teuer oder nur schwer zugänglich sind!

Außerdem: Abtreibungsverbote schaffen Abtreibung nicht aus der Welt, sie drängen Frauen nur in eine blutige Illegalität! Dort, wo der Schwangerschaftsabbruch legal und enttabuisiert ist, wo auch offen über Sexualität und Verhütung geredet werden darf, wo Verhütungsmittel für alle leicht zugänglich sind, sinken Abtreibungsraten drastisch.
40 Jahre nach Einführung der Fristenlösung ist es höchste Zeit, auch in Österreich den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen zu verbessern. Straffreiheit allein ist nicht genug – Schluss auch mit der Kriminalisierung und Demütigung von Frauen durch strafrechtliche Regelungen! Der Schwangerschaftsabbruch hat im Strafrecht nichts verloren – daher raus aus dem Strafrecht! Dafür Schutzzonen und Strafbestimmungen für die Psychoterroristen vor den Kliniken rein ins Gesetzbuch!
Für die Frauen, gegen patriarchale Bevormundung, für die Frauengesundheit, für Selbstbestimmung – daher jetzt mal ganz laut und deutlich, alle zusammen:

Für die Freiheit für das Leben – Selbstbestimmung muss es geben!!

Brigitte Hornyik

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AUFRUF von autonom-feministischen FrauenLesben
zur KUNDGEBUNG UND DEMONSTRATION

Sonntag, 28. September 2014, 15.00 Uhr,
1010 Wien, Jasomirgottstraße/Stephansplatz, anlässlich des

Internationalen Aktionstages für sexuelle Selbstbestimmung, Zugang zum legalen und sicheren Schwangerschaftsabbruch und für reproduktive Rechte von Frauen.

Durch die „Fristenlösung“ ist seit 1975 der Schwangerschaftsabbruch in Österreich zwar möglich, steht aber nach wie vor im Strafgesetzbuch.
Seit damals kämpfen wir darum, dass es Frauen auch in den Bundesländern ermöglicht wird, einen freien, medizinisch einwandfreien Abbruch machen zu können.
Die Katholiban, vertreten durch diverse PolitikerInnen, sowie auch die Ärzteschaft haben dies bis heute verhindert. Es geht den Fundis nämlich darum, den Schwangerschaftsabbruch wieder unter allen Umständen zu verbieten und die Frauen auch noch zusätzlich wieder zu bestrafen.
Seit 1997 werden Frauen vor den großen Kliniken in Wien von Human Life International mit Billigung des Klerus terrorisiert und beleidigt. Daran will die Politik bis heute nichts verändern.

2015 ist das Gesetz des entkriminalisierten Schwangerschaftsabbruches 40 Jahre alt.
Wir Frauen müssen aufgrund der ständigen Angriffe und der immer frecher werdenden Aktionen der AbtreibungsgegnerInnen befürchten, dass wir eines Tages wieder mit den berüchtigten Küchentisch-Pfusch-Abtreibungen konfrontiert sind. Aber Abtreibungs-verbote verhindern keine Abtreibungen, sie töten Frauen.
Jährlich schätzt die WHO eine Zahl von bis zu 80.000 Frauen, die weltweit an illegalen Abbrüchen verrecken. Von den vielen Überlebenden mit bleibenden Schäden gar nicht zu reden.
Alle 5 Sekunden stirbt ein Kind auf dieser Welt an Hunger oder dessen Folgen. Doch das kümmert die selbsternannten Lebens“schützer“ einen feuchten Dreck.
Sie wollen die Kontrolle über die Frauen und setzen sich gleichzeitig auch für Verhütungsverbote ein. Abtreibungsverbote sollen durch die Hintertür auch in die Verfassungen der diversen Nationen und auch der EU geschrieben werden, um gesetzliche Änderungen zum Besseren schwierig zu machen. AbtreibungsgegnerInnen pfeifen auf die Trennung von Staat und Religion und wollen Gottes Gesetze in die Verfassungen schreiben.
Der Schwangerschaftsabbruch ist eine der häufigsten operativen Eingriffe bei Frauen überhaupt.
Deshalb haben Frömmler und Frauenhasser auch nichts vor Abtreibungskliniken zu suchen – Schluss mit deren Gewalt gegen Frauen!

Der 28. September 2014 ist der weltweite Aktionstag für die Durchsetzung des freien Zugangs zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen. Wir Aktivistinnen für die sexuellen und reproduktiven Rechte fordern die Regierungen auf der ganzen Welt auf, die Diskriminierung von Frauen zu beenden und unser Menschenrecht auf Information und Einrichtungen für sichere, legale und leistbare Schwangerschaftsabbrüche zu garantieren.

Frauen! Lesben! Mädchen! Jagen wir die EmbrionenfetischistInnen und GebärzwänglerInnen gemeinsam zum Teufel!

WANN: Sonntag, 28. September 2014 um 15.00 Uhr
ORT: 1010 Wien, Jasomirgottstraße/Stephansplatz – anschließend Demonstration. Alle kommen! Pro Choice is ois!

OB KINDER ODER KEINE, ENTSCHEIDEN FRAUEN ALLEINE –
DAS WAR SCHON IMMER SO!

Um 17.00 Uhr geht’s weiter im Amerlinghaus mit dem

Feministischen Filmtag von Red Federica Montseny Vienna
zur Unterstützung des Selbstbestimmungsrechts von Frauen. Freier Eintritt!
Am 28. September, dem weltweiten Aktionstag für freien Zugang zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen, rufen Aktivistinnen für die sexuellen und reproduktiven Rechte Regierungen auf der ganzen Welt auf, die Diskriminierung von Frauen zu beenden und ihr Menschenrecht auf Information und Einrichtungen für sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche zu garantieren.
Red Federica Montseny Vienna schließt sich diesem Aufruf durch einen feministischen Filmnachmittag über die weltweite Moblisierung zur Verteidigung von Frauenrechten im Jahr 2014 an. Wir laden euch daher zu den Filmvorführungen und der anschließenden offenen interaktiven Diskussion herzlich ein! Wir sehen uns!

Kultur- & Kommunikationszentrum im Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien
siehe https://www.facebook.com/events/693494967402884/

17. September 2014 More

Barbara Blaha in „Die Furche“, 4.9.2014

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Die Farce rund um Nachbesetzung des Nationalsratsmandats von Barbara Prammer zeichnet ein Sittenbild der Sozialdemokratie und zeigt, wie es um die Partei frauen- und demokratiepolitisch bestellt ist. Beides müsste die Basis alarmieren. Wenn – durchaus auch von Frauen – zu hören ist, Feminismus sei unnötig, weil doch die Gleichstellung schon längst erreicht, empfiehlt sich der Verweis auf den Umstand, dass die Hälfte der Bevölkerung in leitenden Positionen der Politik immer noch völlig unterrepräsentiert ist. Hier versagen nicht zuletzt jene Strukturen, die sich Gleichberechtigung auf die Fahnen schreiben.

Denn ob und in welchen Ausmaß Frauen am politischen Geschehen beteiligt werden, liegt zuvorderst an den Parteien. Sie bestimmen nicht nur, wer überhaupt zur Wahl steht, sondern bestimmen über den Erfolg der Nominierten, indem sie diesen etwa „sichere“ Listenplätze zuweisen. Etwa in der Hälfte aller Länder der Welt existieren Quotenregelungen, um den Anteil von Frauen in den nationalen Parlamenten zu steigern. Mehrheitlich handelt es sich dabei um parteiinterne Quoten, in vielen Fällen aber um gesetzliche Regelungen wie etwa in Belgien, Frankreich, Portugal oder Slowenien. Wo der Staat sich für unzuständig erklärt, sind die Parteien am Zug. Die schreiben statutarisch fest, wie die Zuweisung von Mandaten zu erfolgen hat.

Das ist auch innerhalb der SPÖ geschehen: Seit 1985 gilt – Johanna Dohnal sei Dank – eine Quotenregelung. Eben weil die österreichische Wahlordnung einen derartigen Automatismus nicht vorsieht, sieht sie die SPÖ selbst vor und garantiert damit ihren Wählerinnen angemessene Vertretung von und durch Frauen. 2010 wurde die Quote im Parteistatut nochmals nachjustiert und hielt fortan fest, dass bei der Nachbesetzung eines Mandats die Quote zu beachten sei. Bundesfrauenvorsitzende Heinisch-Hosek feierte den Beschluss etwas überschwänglich aber durchaus nicht unberechtigt als „historischen Tag für die Sozialdemokratie.“ Heute hört sich das freilich ganz anders an: Die von ihr selbst durchgesetzte Quotenregelung sei nicht mehr als „ein zahnloser Tiger“. Allein: Die Regelung selbst schreibt klar fest, wie Nachbesetzungen zu passieren haben, nur braucht es eine Frauenorganisation die sich zu ihr bekennt und für sie kämpft, statt im Parteivorstand dienstbeflissen einen (und keineswegs den ersten) Beschluss mitzutragen, der der selbstverordneten Quote zuwiderläuft.

Das ist die eine Lehre aus der Causa Ablinger: Die besten Regelungen sind das Papier nicht wert auf dem sie geschrieben stehen, wenn Frauen aus Rücksicht auf die Parteiräson anderen Frauen die Solidarität aufkündigen. Auf den Beistand der Männer brauchen diese – auch das wurde deutlich – jedenfalls nicht zu hoffen. Johanna Dohnal sagte einmal, dass eine Frauenbewegung, die nicht lästig sei, über keinerlei Existenzberechtigung verfüge. Dieses Urteil kann mittlerweile wohl auch für die zahnlose Bundesfrauenorganisation der SP unterschrieben werden. Vom Standpunkt der Frauen ist die Causa Ablinger also in mehrfacher Hinsicht ein Skandal. Die Schmierenkomödie die hier zur Aufführung gelangte, sorgt zu Recht für Ärger. Sie illustriert einmal mehr, dass die SPÖ es mit dem, was sie sonst gerne mit erhobenem Zeigefinger predigt in der Praxis selbst nicht so ernst nimmt. Das ist für jede Bewegung mit einem moralischen Anspruch unweigerlich mit einem schweren Glaubwürdigkeitsverlust verbunden. Was bei alldem aber leicht außer Sicht zu geraten droht: Die Vorgangsweise des SP-Parteivorstandes wirft ein Schlaglicht auf den Zustand der innerparteilichen Konflikt- und Demokratiekultur.

Und dabei kann einem erst recht gruseln. Denn Sonja Ablinger wurde nicht verhindert, weil sie eine Frau ist. Ablingers Wiederbestellung als Nationalrätin wurde torpediert, weil sie sich in der Vergangenheit mehrmals für eine inhaltliche Neuausrichtung der Sozialdemokratie stark gemacht hat – und sich damit auch gegen die Linie der Parteispitze stellte. Auf der Website der oberösterreichischen Landespartei liest man in herzerfrischender Offenheit dann auch: „Offenbar geht es nicht „nur“ um die Einhaltung einer Quotenregelung und die Förderung von Frauen, sondern vielmehr um den Umgang der Partei mit innerparteilichen Kritikerinnen und Kritikern.“ Es ist dieser „Umgang der Partei“ mit kritischen Stimmen der die Basis alarmieren sollte: Wer sich innerhalb der SP für eine Orientierung nach links ausspricht, sich den Grundsätzen und Werten der Sozialdemokratie verpflichtet fühlt und die Führungsriege weniger an Worten als an ihren Taten misst, wird bei nächster Gelegenheit entfernt – und draußen gehalten – koste es, was es wolle.

In seltener Einigkeit ziehen nun sämtliche Jugendorganisationen gemeinsam mit kritischen Teilen der SP wie der Wiener Sektion 8 vor das parteiinternes Schiedsgericht. Doch wie das statutarisch verbriefte Recht der Frauen auf Repräsentanz, verkommt die innerparteiliche Demokratie zur Farce, wenn gilt: wo kein Gericht, da kein Rechtsanspruch. Zuständig für die Einsetzung des Schiedsgerichts ist der Bundesvorstand der SP. Dass eben jener Bundesvorstand, der sich in der Vorwoche noch lässig über die eigenen Statuten hinwegsetzte, sich nun eines besseren besinnt und an demokratiepolitische Spielregeln hält, darf bezweifelt werden.

Kommentar zur Nachbesetzung des Nationalratsmandats von Barbara Blaha, erschienen am 4.9.2014 in der Zeitschrift „Die Furche“

10. September 2014 More

Bildergalerie „Land der Söhne“, 2.9.2014

Performance „Land der Söhne“ von den Quotenfrauen, Maren Rahmann mit dem „Quotenlied und „Die Kümmerinnen“ mit Auszügen aus „Leuchtkraftformel“ von Katharina Tiwald

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alle Fotos: Bettina Frenzel
(Honorarfreier Abdruck in Zusammenhang mit Berichterstattung über dieses Ereignis erlaubt. ©Bettina Frenzel)

2. September 2014 More

Die Wächterin schlägt Alarm – 1.9.2014

ulrike truger

DIE WÄCHTERIN SCHLÄGT ALARM !!!

QUOTENALARM !!!

die missachtung der frauenquote im parlament ist demokratiepolitisch alarmierend und zeichen eines gesellschaftlichen rückschritts , den wir nicht hinnehmen wollen.

die quotenmissachtung ist nicht isoliert zu sehen und nicht nur eine angelegenheit der sozialdemokratischen frauen : sie ist ausdruck eines autoritärer werdenden führungsstils, einer sich verselbständigenden machtpolitik, die unbequemen diskussionen aus dem weg geht und kritikerinnen und kritiker ausschließt .
frauen zuerst.

QUOTENALARM !!!

die WÄCHTERIN als symbol der wachsamkeit gegenüber gesellschaftlichen veränderungen SCHLÄGT ALARM !!!!

WIR SCHLAGEN ALARM !!!!

1.september 2014

Quotenalarm, Fotos: B.Frenzel

Quotenalarm, Fotos: B.Frenzel


Zur Bildergalerie

1. September 2014 More